Französische Umweltplakette

Wer in Frankreich Auto fahren möchte, braucht eine französische Umweltplakette.

Sei es, weil sie für die jeweilige Umweltzone vorgeschrieben ist, oder weil Feinstaubalarm ausgerufen wurde. Wir erklären Ihnen, welche Plaketten es gibt und wie sie diese bekommen.

2022 - Straßburg wird zur Umweltzone

Seit Anfnag des Jahres 2022 ist die Eurometropole Straßburg eine Umweltzone.

Alle Autofahrer benötigen nunmehr ganzjährig eine französische Umweltplakette.

Zunächst wird aber nur auf Verstöße hingewiesen. Erst ab Januar 2023 sollen Strafzettel verhängt werden.

Französische Umweltplakette: Wer ist davon betroffen?

Betroffen sind sämtliche motorisierte Fahrzeuge (Pkw, Lkw, Motorräder etc.).

Umweltzonen gibt es unter anderem in Paris, Lyon, Grenoble, Lille, Toulouse, Marseille, Rennes und Straßburg.

Weitere Städte wollen nachziehen.

Die Crit'Air-Vignette unterscheidet sechs unterschiedliche Kategorien, gekennzeichnet durch sechs verschiedenfarbige Plaketten.

Im Innenstadtbereich von Paris gilt die Umweltplaketten-Pflicht ganzjährig. 

In anderen Städten, wie zum Beispiel in Grenoble oder Toulouse, gilt die französische Umweltplakette Crit'Air nur bei Feinstaubalarm ("pic de pollution").

Woher bekomme ich eine Crit'Air-Plakette?

Fahrzeughalter können die Plakette online über das französische Umweltministerium für 4,51 Euro (Stand 11. März 2022) bestellen.

Das Porto nach Deutschland ist mit einberechnet.

Achtung, bei privaten Anbietern kostet die Crit'Air meist deutlich mehr.

Die einzige offizielle Seite für die Bestellung der Umweltplakette ist die oben genannte.

Im Video sehen Sie Schritt für Schritt, wie Sie die Crit'Air auf der genannten Seite anfordern:

Wichtig

Beim Bestellvorgang müssen Sie eine Kopie des Fahrzeugscheines hochladen. Die Datei darf nicht größer als 400 KB sein.

Die Bezahlung ist nur per Kreditkarte oder über Paypal möglich.

Sollten Sie über keine eigene Kreditkarte verfügen, können Sie die Zahlung auch mit einer Kreditkarte von einem Familienangehörigen oder Bekannten tätigen.

Wie lange dauert der Versand?

Aufgrund der hohen Nachfrage beträgt die Lieferzeit bis zu 14 Tage.

Sollte die Vignette vor Ihrer Abreise noch nicht eingetroffen sein, genügt ein Ausdruck der Bestellbestätigung bzw. die Rechnung und eine Kopie der Plakette als Beweis für den Kauf.

Wie lange ist die französische Umweltplakette gültig?

Die französische Umweltplakette ist zeitlich unbegrenzt gültig.

Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass diese jederzeit gut lesbar hinter der Windschutzscheibe angebracht ist.

Die Crit’Air-Plakette ist übrigens in ganz Frankreich gültig, die Regeln (Darf ich fahren, oder nicht?) unterscheiden sich aber je nach Kommune.

Strafen bei fehlender Umweltplakette

Wer an plakettenpflichtigen Tagen in eine Umweltzone einfährt, dem droht ein Bußgeld.

Für Leichtfahrzeuge kann dieses bis zu 68 Euro betragen. Bei Fahrzeugen mit einem Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen kann sich das Bußgeld auf bis zu 135 Euro belaufen.

Parkende Autos sind ausgenommen. Wer also nur in einer Umweltzone parkt und nicht fährt, muss keine Plakette haben.

Die französischen Fahrzeugkategorien: von sauber bis schmutzig

Alle emissionsfreien Fahrzeuge, z. B. Elektro- oder Wasserstofffahrzeuge

Mit Erd- oder Autogas betriebene Fahrzeuge und Hybridfahrzeuge

Motorräder: EURO 4 / Erstzulassung ab 01. Januar 2017

Pkw, Wohnmobile und leichte Nutzfahrzeuge unter 3,5 t:

  • Benzin: EURO 5 und 6 / Erstzulassung ab Januar 2011

Lkw: EURO 6 / Erstzulassung ab 01. Januar 2014

Motorräder: EURO 3 / Erstzulassung vom 01. Januar 2007 bis 31. Dezember 2016 (bis 31. Dezember 2017 für Mofas)

Pkw, Wohnmobile und leichte Fahrzeuge unter 3,5 t:

  • Benzin: EURO 4 / Erstzulassung zwischen dem 01. Januar 2006 und 31. Dezember 2010
  • Diesel: EURO 5 und 6 / Erstzulassung ab 01. Januar 2011

Lkw, Busse und Wohnmobile über 3,5 t:

  • Benzin: EURO 5 / Erstzulassung vom 01. Oktober 2009 bis 31. Dezember 2013
  • Diesel: EURO 6 / Erstzulassung ab 01. Januar 2014

Motorräder: EURO 2 / Erstzulassung vom 01. Juli 2004 bis 31. Dezember 2006

Pkw, Wohnmobile und leichte Nutzfahrzeuge unter 3,5 t:

  • Benzin: EURO 2 und 3 / Erstzulassung zwischen dem 01. Januar 1997 und 31. Dezember 2005
  • Diesel: EURO 4 / Erstzulassung zwischen dem 01. Januar 2006 und 31. Dezember 2010

Lkw, Busse und Wohnmobile über 3,5 t:

  • Benzin: EURO 3 und 4 / Erstzulassung zwischen 01. Oktober 2001 bis 30. September 2009
  • Diesel: EURO 5 / Erstzulassung zwischen 01. Oktober 2009 und 31. Dezember 2013

Motorräder: ohne EURO-Norm / Erstzulassung vom 01. Juni 2000 bis 30. Juni 2004

Pkw, Wohnmobile und leichte Nutzfahrzeuge unter 3,5 t:

  • Diesel: EURO 3 / Erstzulassung zwischen dem 01. Januar 2001 und dem 31. Dezember 2005

Lkw, Busse und Wohnmobile über 3,5 t:

  • Diesel: EURO 4 / Erstzulassung zwischen dem 01. Oktober 2006 und 30. September 2009

Pkw, Wohnmobile und leichte Nutzfahrzeuge unter 3,5 t:

  • Diesel: EURO 2 / Erstzulassung zwischen dem 01. Januar 1997 und dem 31. Dezember 2000

Lkw, Busse und Wohnmobile über 3,5 t:

  • Diesel: EURO 3 / Erstzulassung zwischen dem 01. Oktober 2001 und 30. September 2006

Keine Umweltplakette erhalten:

  • Motorräder: ohne EURO-Norm und Erstzulassung vor dem 01. Juni 2000
  • Pkw, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge unter 3,5 t: EURO 1 bzw. ohne EURO-Norm und Erstzulassung vor dem 01. Januar 1997 (Pkw) bzw. 01. Oktober 1997 (leichte Nutzfahrzeuge)
  • Lkw, Busse und Wohnmobile über 3,5 t: EURO 1, 2 oder ohne EURO-Norm und Erstzulassung vor dem 01. Oktober 2001

Vergleich der Umweltplaketten

Eine Gegenüberstellung wichtiger Unterschiede zwischen deutscher Umweltplakette und französischer Crit'Air-Plakette. Was muss ich beachten? 

Schon überfordert oder haben Sie noch den Durchblick?

Die französische Umweltplakette Crit’Air, die deutsche Umweltplakette, die österreichische Vignette, die Autobahnvignette der Schweiz erinnern fast an ein Aufkleber-Sammelalbum.

Daher setzt sich das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V. für eine europaweit einheitliche Umweltplakette ein.

Einführung der Umweltzone in der Eurometropole Straßburg ab 2022

Das gesamte Gebiet der Eurometropole Straßburg ist zur Umweltzone (siehe Karte) geworden.

Die schrittweise Einführung eines Fahrverbots entsprechend der Fahrzeugkategorie hat im Januar 2022 begonnen.

Des Weiteren gibt es auch weiterhin einen Vier-Stufen-Plan für den Fall eines Feinstaubalarms.

Straßburg möchte umweltbelastende Fahrzeuge schrittweise aus der Stadt verbannen.

Die Eurometropole hat einen Zeitplan für die Einführung der Fahrverbote in der Umweltzone je nach Fahrzeugkategorie festgelegt.

Ein Fahrverbot für eine bestimmte Kategorie der Crit’Air-Plakette wird stets in zwei Etappen eingeführt: Zunächst gilt das Verbot ein Jahr lang, aber es werden trotz Kontrollen noch keine Strafen verhängt.

Erst im zweiten Jahr des Fahrverbots gibt es Strafzettel bei Nichtbeachtung.

Die Pflicht, eine französische Umweltplakette am Fahrzeug anzubringen, gilt grundsätzlich auch für deutsche Autofahrer, die in der Eurometropole Straßburg unterwegs sind.

Crit'air-Plakette in Karlsruhe, Freiburg und Gemeinde Pfinztal anerkannt

Seit 2019 setzt sich das ZEV für eine gegenseitige Anerkennung der Umweltplaketten in der deutsch-französischen Grenzregion ein (siehe unten). 

Ab dem 1. Juni 2022 werden die Städte Karlsruhe, Freiburg sowie die Gemeinde Pfinztal die französischen Crit'air-Plaketten anerkennen. Hier sind französische Autofahrer also nicht länger auf den Kauf der deutschen Umweltplakette angewiesen.  

Das ZEV begrüßt die Entscheidung, die das grenzüberschreitende Leben sehr vereinfacht.

Bleibt nun zu hoffen, dass Frankreich dem Beispiel der badischen Kommunen folgt und im Grenzgebiet die deutsche grüne Umweltplakette schnellstmöglich anerkennt.

 

Französische Umweltplakette Crit'Air.

Vorschlag für eine gegenseitige Anerkennung der Umweltplaketten in der deutsch-französischen Grenzregion

Zum Papier "Vorschlag für eine gegenseitige Anerkennung der Umweltplaketten in der deutsch-französischen Grenzregion (Straßburg, Freiburg und Karlsruhe) für Pkws" des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz