Lebensmittelverschwendung in Frankreich

Frankreich sagt mit einem neuen Gesetz der Lebensmittelverschwendung den Kampf an. Die Inhalte: Spenden, Recycling und Aufklärung.

Stand der Informationen: April 2016

20 bis 30 Kilogramm an Lebensmitteln landen in Frankreich Jahr für Jahr pro Person im Müll. In Deutschland sind es rund 82 Kilogramm. Am 11. Februar 2016 hat Frankreich nun dem Gesetz zum „Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung“ zugestimmt.

Bereits 2012 hatte die EU ihre Mitgliedsstaaten dazu aufgerufen, im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung aktiv zu werden. Ziele sind Lebensmittel zu erhalten, deren Wertschätzung zu erhöhen und Verschwendung zu vermeiden.

Das Gesetz sieht folgende Maßnahmen vor:

  • Der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung wird als Thema in die Lehrpläne aufgenommen, um junge Verbraucher zu sensibilisieren.
  • Supermärkte mit einer Fläche von mehr als 400 Quadratmetern sind verpflichtet, zum Verzehr geeignete, aber nicht verkaufte Nahrungsmittel zu spenden. Sie müssen bis Februar 2017 die entsprechende Übereinkunft mit einer oder mehreren karitativen Einrichtungen treffen. Zudem ist es verboten diese Lebensmittel unbrauchbar zu machen. Halten sich die Lebensmittelhändler nicht daran, ist eine Strafe in Höhe von 3.750 Euro sowie eine Bekanntmachung fällig.
  • Nahrungsmittel, die etwa wegen falscher Zusammensetzung, Etikettierung oder abgelaufenem Verfallsdatum vom Markt genommen werden, sind zu Tiernahrung weiterzuverarbeiten.
  • Nicht mehr verzehrbare Lebensmittel werden als Kompost für die Landwirtschaft oder zur Energiegewinnung eingesetzt. Unternehmen, die sich im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung engagieren, können dies in ihre Corporate Social Responsibility aufnehmen.

Mit diesem Gesetz hofft Frankreich, die Verschwendung von Lebensmitteln bis zum Jahre 2025 um die Hälfte zu reduzieren und somit auf die seitens der EU gesetzten Ziele zu reagieren. Ein Beispiel, dem sich Deutschland anschließen könnte.

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