Umweltschutz: Anti-Wegwerf-Gesetz in Frankreich

Ein neu in Frankreich verabschiedetes Gesetz sagt der Ressourcenverschwendung den Kampf an.

Ob stufenweise Abschaffung von Einwegplastik oder Kassenbons - das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e.V. (ZEV) verschafft einen Überblick darüber, was sich im Nachbarland für Verbraucher ändert.

Französische Regierung schafft Einwegplastik ab

Die französische Regierung möchte Einwegverpackungen aus Plastik bis 2040 stufenweise verbieten – von der Plastikflasche, Verpackungen von Zahnpasta bis hin zum Plastikschalen für den Fertigsalat.

Seit dem 1. Januar 2020 ist es bereits nicht mehr möglich Einwegbecher, Teller oder Wattestäbchen aus Plastik in französischen Supermärkten zu kaufen.

Im kommenden Jahr sollen unter anderem Strohhalme, Kunststoffbesteck und Plastik-Konfetti aus den Regalen verschwinden.

Ab 2023 sollen Fast-Food-Restaurants kein Wegwerfgeschirr mehr verteilen dürfen, wenn die Verbraucher vor Ort essen.

Informationen für ein nachhaltigeres Konsumverhalten

Neue Kennzeichnungen sollen Verbraucher informieren, wie nachhaltig ein Produkt produziert wurde, ob es aus recycelten Materialien hergestellt wurde, ob überflüssige Verpackungen verwendet wurden oder inwieweit das Produkt repariert werden kann.

Zudem sollen Verbraucherinnen und Verbraucher bereits beim Kauf darüber informiert werden, wie gut die Verfügbarkeit von Ersatzteilen für das jeweilige Produkt ist.

Das sogenannte Triman-Logo wird durch das Gesetz ab 2021 ebenfalls verpflichtend. Es zeigt an, wie ein Produkt recycelt werden muss.

Keine Kassenbons ab 2023

Während Deutschland eine Bonpflicht eingeführt hat, sollen in Frankreich die Papierbelege abgeschafft werden.

Ab 2023 dürfen Händler nicht mehr automatisch Kassenbons drucken und ausstellen.

Fragt der Kunde hingegen nach einem Beleg, muss der Händler diesen ausstellen.

Pfand für Plastikflaschen nicht vor 2023

Ursprünglich bestand die Idee, in Frankreich ähnlich wie in Deutschland ein Pfandsystem für Plastikflaschen einzuführen.

Sollte bis 2023 kein Lösungsvorschlag vorliegen, behält sich der französische Gesetzgeber eine verpflichtende Einführung eines Pfandsystems vor.

Zusätzlich wurde anvisiert, den Verkauf von Einweggetränkeplastikflaschen bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren.

Nicht verkaufte Ware muss gespendet werden

Jährlich werden allein in Frankreich Lebensmittel im Wert von 16 Milliarden Euro und Neuwaren im Wert von 630 Millionen Euro vernichtet.

Die französische Regierung möchte dies eindämmen. Seit 2016 dürfen größere französische Supermärkte nicht verkaufte Lebensmittel nicht mehr sofort zerstören.

Sie werden dazu angehalten, sie an soziale Einrichtungen zu spenden.

Das neue Gesetz verschärft die Sanktionen für Händler, die diese Vorschriften missachten: Strafen bis zu 0,1 Prozent des Umsatzes können verhängt werden.

Des Weiteren ist vorgesehen, dass unverkaufte Textilwaren und bestimmte Hygieneprodukte nicht mehr vernichtet, sondern entweder recycelt oder gespendet werden müssen.