In Frankreich Zug fahren

Die SNCF ist die staatliche französische Eisenbahngesellschaft und betreibt nahezu den gesamten Schienenverkehr in Frankreich.

In diesem Artikel erfahren Sie unter anderem, wo Sie in Frankreich Zugtickets erwerben, wie Sie eine Buchung ändern und was Sie bei Zugverspätungen tun können.

Neue Preise und Ermäßigungen seit Juni 2021

Anfang Juni 2021 hat die SNCF alle bisherigen nationalen Ermäßigungskarten in eine einzige neue Karte umgewandelt.

Diese neue carte Avantage gibt es für drei Altersgruppen:

  • junge Leute (12-27 Jahre),
  • Erwachsene (27-59 Jahre),
  • Senioren (60 Jahre und mehr).

Mit der Carte Avantage erhalten SNCF-Kunden vergünstigte Preise.

Hinzu kommen für den Karteninhaber weitere Vorteile. So dürfen bis zu drei Kinder kostenlos mitfahren (zwischen 4 und 11 Jahren).

Auch besteht die Möglichkeit zum kostenlosen Umtausch oder zur Rückerstattung von TGV INOUI- und Intercité-Tickets bis zu drei Tage vor der Abfahrt.

Ohne Ermäßigungskarte gelten die üblichen Fahrkartentarife. Wer frühzeitig bucht, kann ebenfalls von Rabatten profitieren.

Außerdem bietet die SNCF Fahrkartenermäßigungen für die Region Grand Est an.

Zugtickets im Tabakladen kaufen

Seit 2019 ist es in Frankreich möglich, Fahrkarten für TER-Regionalzüge und TGV-Schnellzüge in Tabakläden zu kaufen.

Dort werden die Tickets auch direkt ausgedruckt.

Am Bahnhof müssen Passagiere den QR-Code dann von einem Mitarbeiter oder selbst an der Absperrung vor dem Bahnsteig scannen lassen.

In den Tabakläden können Tickets lediglich gekauft werden. Der Umtausch oder die Rückerstattung sind dort nicht möglich.

Reisende müssen sich in solchen Fällen an eine SNCF-Verkaufsstelle wenden oder ihre Buchung online ändern.

Platzreservierung und Tickets

Sie können für sämtliche Züge (abgesehen von Regionalzügen) Plätze reservieren. Eine Reservierungsgebühr fällt nicht an.

Es ist empfehlenswert, frühzeitig zu reservieren, wenn die Zugfahrt zur Hauptverkehrszeit oder an bestimmten Tagen, wie zum Beispiel Feiertagen oder Ferien, stattfinden soll.

Für einige Züge (z. B. TGV) ist eine Sitzplatzreservierung vorgeschrieben. Sie muss entweder online oder am Ticketschalter im Bahnhof vorgenommen werden.

Vor Fahrtantritt muss der Fahrschein entwertet werden, er ist dann für 24 Stunden für die auf dem Ticket ausgewiesene Reise gültig.

Wenn Sie aus bestimmten Gründen keinen Fahrschein kaufen konnten, müssen Sie sich im Zug umgehend an einen Schaffner wenden, um so  einen Fahrschein bei ihm zu kaufen.

Sollten Sie dennoch eine Geldbuße bezahlen müssen, fällt diese  in einem solchen Fall geringer aus. Fahrscheinkontrollen finden in französischen Zügen regelmäßig statt und oftmals werden Bußgelder ausgestellt.

Ein online erworbenes und ausgedrucktes Ticket muss nicht entwertet werden.

Reisende sind  aber verpflichtet, ihren Personalausweis, Reisepass oder auch die Kreditkarte, mit der das Ticket bei der SNCF erworben wurde, mit sich zu führen.

In jedem Fall müssen Sie in der Lage sein, diese Nachweise erbringen zu können, andernfalls kann der Fahrkartenkontrolleur Sie zur Zahlung des vollen Preises auffordern oder auch ein Bußgeld ausstellen.

Beachten Sie: Für eine Reise mit dem TGV sollten Sie frühzeitig am Bahnhof eintreffen.

Unterschied TGV INOUI und OUIGO

Die SNCF hat ihr traditionelles TGV-Angebot in zwei Marken unterteilt, um sowohl Komfort-Reisen als auch Lowcost-Züge anbieten zu können.

Die Buchung findet über zwei getrennte Internetseiten statt:

  • SNCF Connect (für TGV INOUI und andere Züge),
  • OUIGO

Einen Überblick über die angebotenen Reiseziele gibt diese Karte der SNCF.
 

TGV INOUI – zahlreiche Hochgeschwindigkeitsstrecken mit Komfort-Angebot

Unter dieser Marke bietet die SNCF die klassischen TGV-Züge an. Es gibt ein großes Angebot an Dienstleistungen, die teilweise im Preis inbegriffen sind. 

So gibt es unter anderem Einzelsitze, Steckdosen, Klapptische, einen Barbereich mit umfangreicher Speisekarte und einen kostenlosen WLAN-Zugang an Bord.
 

OUIGO – beliebte Strecken als Lowcost-Angebot

Wie bei Flügen gibt es nun auch bei der SNCF preisgünstige Angebote. So können Kunden kostengünstig von einem Ort zum nächsten gelangen, wenn auch mit weniger Komfort als in anderen Langstreckenzügen.

Die Züge, die dafür im Einsatz sind, unterscheiden sich von den TGV-INOUI-Zügen.

Es gibt keine Bar und die Platzwahl, das WLAN sowie zusätzliche Gepäckstücke sind kostenpflichtig.

Umtausch von Zugtickets in Frankreich

Fahrscheine können am Bahnhof, an SNCF-Schaltern oder an bestimmten Ticketautomaten umgetauscht werden.

Es wird zwischen vorab reservierten und nicht reservierten Tickets unterschieden.

Auch online auf der Internetseite der SNCF können Buchungen bearbeitet werden.

Rückerstattung von Zugfahrkarten in Frankreich

Sie können sich am Bahnschalter oder in SNCF-Verkaufsbüros vor Abfahrt Ihres Zuges den von Ihnen gezahlten Ticketpreis erstatten lassen.

Um die Kosten für das Ticket erstattet zu bekommen, darf der Fahrschein nicht entwertet worden sein.

Bei bestimmten Tickets der SNCF erhalten Sie bei Stornierung keine Kostenrückerstattung. Die SNCF muss Sie aber vor Abschluss der Buchung darauf hinweisen.

Lesen Sie sich daher vor Abschluss der Buchung die allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Ticketbedingungen genau durch.

Eventuell erhalten Sie bei einer grenzüberschreitenden Reise mehrere Tickets, z. B. wenn Sie von Frankreich nach Deutschland reisen.

Wenn Sie diese in der Folge stornieren wollen, bereitet nicht selten die Absprache zwischen den verschiedenen Bahnunternehmen Probleme.

Wenn dies der Fall ist, wenden Sie sich bitte überunser Beschwerdeformular an uns.

Gepäck beim Zugfahren in Frankreich

Reisende müssen in französischen Fernreisezügen (zum Beispiel TGV) sämtliches Gepäck (mit Ausnahme des Handgepäcks) mit einem Namensetikett versehen.

Etiketten sind an größeren Bahnhöfen zum Beispiel an Infoschaltern erhältlich.

Diese Maßnahme ist nach Angaben der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF notwendig, um die Sicherheit an Bord der Züge zu gewährleisten.

Wenn Ihr Gepäck verloren geht, reichen Sie eine Beschwerde beim Fundbüro am Zielbahnhof ein.

Zur Rückgabe des Gepäcks wird von Ihnen eine Gebühr in Höhe von 9 Euro verlangt.

Fahrradmitnahme im Zug

Grundsätzlich ist eine Fahrradmitnahme immer möglich. Falls der Zug über ein Fahrradabteil verfügt, können Sie dort zu einem Aufpreis einen Platz reservieren.

Sollte es kein Fahrradabteil geben, müssen Sie Ihr Fahrrad auseinanderbauen und können es kostenlos als Gepäckstück mitnehmen.

Weitere Informationen stelle das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland zur Verfügung: Europa entdecken - Mit der Bahn und dem Fahrrad auf Reisen.

Zugverspätung oder Zugausfall in Frankreich

Nach den Bahn-Fahrgastrechten haben Verbraucherinnen und Verbraucher einen Anspruch auf Entschädigung bei Verspätung und Zugausfall.

Wenn Sie trotz einer Verspätung weiterreisen wollen und die Verspätung mindestens 120 Minuten beträgt, können Sie 50 Prozent des Kaufpreises zurückverlangen.

Ist die Weiterreise durch die Verzögerung sinnlos geworden oder wurde die Reise aufgrund der Verspätung gar nicht erst angetreten, so können Sie den Ersatz des vollen Kaufpreises verlangen.

Dies ist aber nur möglich, wenn die Verspätung am Zielort mehr als 60 Minuten beträgt.

Die Bahn-Fahrgastrechte gelten nicht nur in Frankreich, sondern europaweit.

Achtung

Bei der Berechnung der Verspätung werden Verzögerungen, die außerhalb der EU eingetreten sind, nicht berücksichtigt.

Bei der SNCF gilt dies nur für Fernverkehrszüge.

Gut zu wissen

Bei Problemen mit einem TGV können Sie das Reklamationsformular der SNCF oder die unten aufgeführte Postanschrift nutzen:

Service Relation Client SNCF
62973 ARRAS Cedex 9
France