Über Justice Bridge 2026
Justice Bridge 2026 bietet kostenlose Erstberatungen zu deutsch-französischen Rechtsfragen an.
Ob Leben, Arbeiten oder Wohnen: Für die Menschen in der deutsch-französischen Grenzregion endet der Alltag nicht an der Grenze. Der Zugang zum Recht hingegen oft schon.
Wer in einen deutsch-französischen Rechtsstreit gerät, steht vor Herausforderungen. Unterschiedliche Gesetze, unbekannte Abläufe und Sprachbarrieren machen die Durchsetzung der eigenen Rechte komplex.
Justice Bridge 2026 setzt genau hier an und steht Rechtssuchenden zur Seite.
Zum Beispiel, wenn:
- Sie ein Problem mit einem Produkt aus Frankreich haben und gerichtlich gegen den Verkäufer vorgehen möchten
- Sie sich in einem deutsch-französischen Sorgerechtsstreit befinden und nicht wissen, wie Sie weiterkommen können
- Ihr Arbeitgeber im Nachbarland Ihnen gekündigt hat und Sie Unterstützung benötigen.
Sie brauchen Hilfe?
Füllen Sie einfach unser Kontaktformular aus und schildern Sie uns Ihr Problem.
Was ist Justice Bridge 2026?
Justice Bridge 2026 mit seiner deutsch-französischen Kontaktstelle für Justizfragen in der Grenzregion ist ein Projekt des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz e.V. (ZEV).
Einmal im Monat bietet es kostenlose juristische Erstberatungen mit zweisprachigen AnwältInnen, NotarInnen und GerichtsvollzieherInnen an.
Unsere Ziele:
- Den Zugang zur Justiz im Nachbarland Frankreich erleichtern
- Das französische Rechtssystem verständlich erklären
- Orientierung zu möglichen rechtlichen Schritten geben
Was macht Justice Bridge konkret?
Für Rechtssuchende
Justice Bridge unterstützt Menschen mit deutsch-französischen Rechtsfragen durch kostenlose Angebote:
- Monatliche Erstberatungen mit zweisprachigen AnwältInnen, NotarInnen und GerichtsvollzieherInnen
Diese Rechtsexpertinnen und Rechtsexperten werden je nach Fall und Rechtsgebiet passgenau vom Projektteam ausgewählt.
Die Beratungen finden vor Ort im ZEV in Kehl (an der Grenze zu Straßburg) sowie online statt. Die aktuellen Termine veröffentlichen wir regelmäßig auf unserer Webseite.
Die Organisation erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den regionalen Kammern der Rechtsberufe, etwa der Anwaltskammer Straßburg
- Beantwortung von Fragen zum französischen Rechtssystem
Dazu zählt die Klärung von Zuständigkeiten, Fristen und möglicherweise anfallenden Prozesskosten.
- Orientierung zu den sogenannten vereinfachten europäischen Gerichtsverfahren, einer grenzüberschreitenden Klagemöglichkeit.
Für Politik und Partnerinnen und Partner
Justice Bridge leistet einen Beitrag zur Verbesserung des deutsch-französischen Rechtsraums:
- Identifikation wiederkehrender Hindernisse im grenzüberschreitenden Rechtszugang zwischen Deutschland und Frankreich
- Stärkung der justiziellen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern
- Ergänzung bestehender Anlaufstellen, insbesondere des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz (ZEV), der Europäischen Verbraucherzentren Deutschland und Frankreich (ECC-Net) und des Europäischen Justitiellen Netzwerk für Zivil- und Handelssachen (EJN) sowie weiterer Einrichtungen
Wer kann sich an Justice Bridge wenden?
Justice Bridge steht allen Bürgerinnen und Bürgern in der deutsch-französischen Grenzregion offen, die einen Rechtsstreit mit Bezug zum anderen Land haben.
Dabei decken wir verschiedene Rechtsgebiete ab: Verbraucherschutz, Arbeitsrecht, Familienrecht, Immobilienrecht, Steuerrecht, Erbrecht, Verkehrsrecht, Strafrecht.
Wie kontaktiere ich Justice Bridge?
Füllen Sie einfach unser Online-Kontaktformular aus und teilen Sie uns darin alle wichtigen Informationen zu Ihrer Anfrage mit. Selbstverständlich werden diese streng vertraulich behandelt.
Bitte fassen Sie den Sachverhalt kurz zusammen und denken Sie an:
- Relevante Dokumente (Rechnungen, Verträge, Schriftverkehre, Urteile etc.)
- Relevante Datumsangaben (zur Ermittlung laufender Fristen)
- Bereits unternommene Schritte (außergerichtlicher Einigungsversuch, anwaltliche Beratung, laufendes Gerichtsverfahren oder sogar ein bereits erwirktes, rechtskräftiges Urteil)
Zu Ihrer Information
Bei einer grenzüberschreitenden Verbraucherrechtsstreitigkeit (z.B. einem Warenkauf) zwischen Ihnen als Privatperson und einem Unternehmen leiten wir Ihre Anfrage an die Juristinnen und Juristen des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz (ZEV) weiter.
Diese bemühen sich um eine außergerichtliche Einigung Ihres Anliegens.
Scheitert diese, wird Justice Bridge Sie über die Möglichkeit informieren, ein vereinfachtes europäisches Gerichtsverfahren einzuleiten.
Wie ist Justice Bridge entstanden?
Justice Bridge 2026 ist die logische Weiterentwicklung des erfolgreichen Interreg-Projekts Justiz ohne Grenzen des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz e.V. (ZEV)
Im Förderzeitraum von 2023 bis 2025 entstand mit Justiz ohne Grenzen erstmals ein europaweit einzigartiges Angebot: kostenlose, grenzüberschreitende Rechtsberatungen auf Deutsch und Französisch für Rechtssuchende in der Grenzregion.
Der Bedarf an einer konkreten Anlaufstelle wurde durch eine gemeinsamen Feststellung des ZEV, des Straßburger Gerichts, des Landgerichts Offenburg sowie der Rechtsberufe der Grenzregion zuvor eindeutig bestätigt.
Die Bilanz:
- über 2.000 individuell beantwortete Anfragen
- mehr als 800 kostenlose Erstberatungen durch zweisprachige Rechtsexpertinnen und Rechtsexperten
- 90% der Rechtssuchenden, die Justiz ohne Grenzen genutzt haben, sind mit dem Angebot zufrieden
Im März 2025 gewann Justiz ohne Grenzen zudem den Wettbewerb "Interreg Slam" der Europäischen Kommission, der herausragende grenzüberscheitende Projekte würdigt.
Das Projekt verzeichnete eine kontinuierlich steigende Nachfrage, die auch nach dem offiziellen Projektende anhielt. Deshalb war es entscheidend, Bürgerinnen und Bürgern mit Justice Bridge 2026 weiterhin einen verlässlichen Ansprechpartner für deutsch-französische Rechtsfragen zur Verfügung zu stellen.
Ab Mitte 2026 soll sich das Projekt zum Europäischen Justizzentrum für Deutschland und Frankreich weiterentwickeln und dann Menschen aus ganz Deutschland und ganz Frankreich offenstehen.
Justiz ohne Grenzen wurde finanziert von:
- der Europäischen Union über das Programm Interreg Oberrhein,
- dem Ministerium der Justiz und für Migration Baden-Württemberg
- dem Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg
- dem französischen Ministerium für Europa und Äußeres
- der Région Grand Est
- der Collectivité européenne d’Alsace
- der Stadt und Eurometropole Straßburg
- dem Conseil Départemental d'Accès au Droit du Bas-Rhin
Wie wird Justice Bridge 2026 finanziert?
Ermöglicht wird das Projekt dank der finanziellen Unterstützung unserer Partnerinnen und Partner:
- Ministeriun der Justiz und für Migration Baden-Württemberg
- Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg
- Conseil Départemental d'Accès au Droit du Bas-Rhin
- Région Grand Est
- Collectivité européenne d'Alsace
