Online-Kreditbetrug: Angebote von vermeintlichen französischen Finanzinstituten

  Aktualisiert am  29 September 2026

Immer wieder erreichen uns Anfragen von Verbraucherinnen und Verbrauchern, die in die Falle gelockt wurden: Betrüger bieten günstige Kredite über soziale Netzwerke, Instant-Messenger oder gefälschte Internetseiten an.

Besonders häufig geben sich die Betrüger dabei als französische Banken oder Kreditinstitute aus. Für Verbraucherinnen und Verbraucher aus Deutschland wirkt das Angebot dadurch zunächst glaubwürdig. Tatsächlich werden jedoch häufig die Identität und Daten real existierender Finanzinstitute missbraucht.

Wir erklären, wie diese Kriminellen vorgehen, wie man sich am besten schützt und was man tun kann, wenn es schon zu spät ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Betrüger bieten angeblich günstige Kredite über soziale Netzwerke, Messenger oder gefälschte Webseiten an.
  • Typische Warnzeichen sind unrealistisch gute Konditionen, fehlende Bonitätsprüfung und Druck zu schnellen Zahlungen.
  • Vor der Auszahlung werden Gebühren (z. B. für Bearbeitung, Versicherung oder „Freischaltung“) verlangt. Der Kredit wird nie ausgezahlt.
  • Seriöse Banken verlangen keine Vorauszahlungen für einen Kredit.
  • Betroffene sollten Beweise sichern, Anzeige erstatten und den Betrug melden, zum Beispiel bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder der Autorité des marchés financiers (AMF).

Wie funktioniert diese Betrugsmasche?

Die von unserem Juristenteam bearbeiteten Fälle zeigen, dass die Betrugsmasche meist nach einem ähnlichen Muster abläuft: Verbraucherinnen und Verbraucher, die dringend Geld benötigen und bei ihrer Hausbank keinen Kredit bekommen, stoßen auf ein vermeintlich attraktives Kreditangebot. Angeboten wird beispielsweise ein Kredit bei einer ausländischen Bank oder einer Privatperson.

Auf den ersten Blick scheint alles überzeugend: niedrige Zinsen, flexible Laufzeiten und Raten, kein Mindesteinkommen und keine SCHUFA-Abfrage. Der Kontakt ist freundlich, die Antworten kommen schnell und die Kreditvergabe scheint unkompliziert. Das Angebot wirkt daher glaubwürdig und der Kreditvertrag wird unterschrieben.

Anschließend folgt die erste Zahlungsaufforderung. Bevor der Kredit ausgezahlt werden könne, müssten zunächst Bearbeitungs- oder Versicherungskosten, eine Steuer oder ein Freischaltcode bezahlt werden. Wer darauf eingeht, wird meist mit weiteren Forderungen konfrontiert. Nach jeder Zahlung gibt es eine neue, angeblich notwendige Gebühr.

Der versprochene Kredit wird jedoch nie ausgezahlt. Ziel der Betrüger ist es, immer weitere Zahlungen zu erhalten oder an persönliche Daten und Dokumente ihrer Opfer zu gelangen.

Wie gehen die Betrüger vor?

Um ihre Opfer zu erreichen und ihr Vertrauen zu gewinnen, nutzen die Betrüger verschiedene Kanäle und Methoden:

  • Gefälschte Internetseiten: Die Betrüger erstellen Internetseiten von vermeintlichen Kreditvermittlern oder Banken. Logo, Name und Firmensitz sind entweder frei erfunden oder stammen von tatsächlich existierenden Unternehmen, die davon nichts wissen. Teilweise werden Unternehmensdaten nur geringfügig verändert. Auch Fotos von vermeintlichen Mitarbeitenden werden häufig von echten Profilen auf Plattformen wie LinkedIn oder Xing kopiert.
  • Soziale Netzwerke: Über Facebook, Instagram, TikTok und andere Plattformen nehmen die Betrüger Kontakt auf. Dabei geht es zunächst nicht unbedingt um einen Kredit. Sie bauen über einen längeren Zeitraum ein persönliches Vertrauensverhältnis auf und sprechen erst später, manchmal erst nach mehreren Wochen, über die finanzielle Situation und das angebliche Kreditangebot.
  • Instant-Messenger und E-Mail: Auch über WhatsApp, Signal und andere Messenger-Dienste sowie per E-Mail werden potenzielle Opfer kontaktiert. Die Betrüger treten dabei beispielsweise als Finanzberaterinnen und -berater oder als angeblich ehemalige Kreditnehmende auf, die mit einem vermeintlich erfolgreichen Kredit anderen helfen möchten.
  • Gefälschte Empfehlungen: In Diskussionsforen, Blogs und anderen Internetseiten wird für den angeblichen privaten Kreditgeber oder eine vermeintlich großzügige Bank geworben. Solche Erfahrungsberichte und Empfehlungen sollen den Eindruck erwecken, dass andere Menschen bereits erfolgreich einen Kredit erhalten haben.

Doch die Kontaktaufnahme ist nur der erste Schritt. Um Vertrauen zu schaffen und ihre Opfer zu weiteren Zahlungen oder zur Herausgabe persönlicher Daten zu bewegen, greifen die Betrüger zu weiteren Tricks:

  • Sie schicken gefälschte Ausweise oder verwenden den Ausweis eines anderen Betrugsopfers, um glaubwürdiger zu wirken.
  • Sie pflegen einen freundlichen und regelmäßigen Kontakt und bitten dabei um persönliche Dokumente wie Ausweiskopien, Rechnungen, Bankverbindungen oder Kreditkartendaten.
  • Sie drängen ihre Opfer unter einem Vorwand zur Eröffnung eines Kontos bei einer Online-Bank und verlangen anschließend die Zugangsdaten.
  • Sie erfinden immer neue Gründe für weitere Zahlungen, etwa Bearbeitungskosten, Versicherungsgebühren oder Aktivierungscodes.
  • Sie versuchen, ihre Opfer davon abzuhalten, mit anderen über das Kreditangebot zu sprechen.
  • Wenn Zahlungen ausbleiben, werden sie ungeduldig oder drohen mit rechtlichen Konsequenzen, um ihre Opfer unter Druck zu setzen.
Eine Frau und ein Mann sitzen mit fassungsloser Miene vor einem Laptop.
Das Angebot ist zu gut, um wahr zu sein: Hier sollte man aufpassen! (Bild: AdobeStock_Studio-Romantic)

Wie kann ich ein betrügerisches Kreditangebot erkennen?

Bei den folgenden Anzeichen sollten Sie aufpassen:

  • Seriöse Kreditunternehmen (egal ob aus Deutschland oder aus Frankreich) unterbreiten keinesfalls Kreditangebote per E-Mail, über soziale Netzwerke oder Messenger-Dienste.
  • Wenn das Kreditangebot ganz und gar nicht den tatsächlichen Gegebenheiten des Kreditmarktes entspricht. Das Angebot ist zu gut, um wahr zu sein: der Ansprechpartner kann nicht eindeutig identifiziert werden, der Zinssatz ist unschlagbar, die Vergabebedingungen sind extrem vereinfacht, es müssen keine Einkünfte nachgewiesen werden usw.
  • Bei zahlreichen Rechtschreibfehlern in den Nachrichten und sogar im Vertrag.
  • Im Fall einer Kontaktaufnahme außerhalb der gewöhnlichen Arbeitszeiten und bei einer verdächtig schnellen Antwort.
  • Wenn der erste Kontakt sehr freundlich ist und die Stimmung dann umschlägt bis hin zu Drohungen und Erpressung.
  • Bei dringend und nachdrücklich geforderten Zahlungen für Kosten, um den versprochenen Kredit zu erhalten. Diese Vorgehensweise ist illegal. Bereits 2015 hat der Bundesgerichtshof in einem Urteil entschieden: Bearbeitungsgebühren für Kredite sind unzulässig, egal welche Bezeichnung die Bank den Gebühren gibt.
  • Im Fall von bunten, stümperhaft zusammengestellten Verträgen mit vielen vermeintlich offiziellen Siegeln, Namen von Behörden, Gerichten und Ministerien.

Wo kann ich einen Kreditanbieter überprüfen und Warnlisten einsehen?

Wie kann ich mich vor solch einem Betrug schützen?

  • Blockieren Sie die Telefonnummern und E-Mail-Adressen, falls Sie angeschrieben werden. Tun Sie das gleiche mit Fake-Profilen in sozialen Netzwerken und informieren Sie die Moderatoren bzw. die Plattform. Auf keinen Fall antworten.
  • Seien Sie auf der Hut bei Kreditangeboten die auf Facebook, WhatsApp, Instagram usw. in Umlauf sind.
  • Sprechen Sie niemals mit Fremden über Ihre finanzielle Situation und vor allem: Unterzeichnen Sie keinen Vertrag mit ihnen!
  • Geben Sie auf keinen Fall persönliche Daten preis und versenden Sie keine Dokumente (Ausweiskopie, Rechnungen, Bankverbindung usw.) per E-Mail oder Instant-Messenger.
  • Leisten Sie keine Zahlungen per Überweisung, Geldtransferdienst (Western Union, MoneyGram usw.), Guthabenkarten (Paysafecard usw.) oder Nachnahme, um Ihren angeblichen Kredit freizuschalten.
  • Informieren Sie sich, um die Glaubwürdigkeit des Kreditanbieters zu prüfen: im Register der Finanzvermittler (registre des agents financiers) oder im Register für Versicherungs-, Bank- und Finanzvermittler (registre unique des intermédiaires en assurance, banque et finance)

Was kann ich tun, wenn ich auf einen Betrug reingefallen bin?

  • Sprechen Sie darüber! Dass man das eigene Geld wiederbekommt, ist sehr unwahrscheinlich. Wer über seine Erfahrungen spricht, kann aber dabei helfen, die Betrüger zu überführen und andere Verbraucherinnen und Verbraucher zu warnen.
  • Beweise (Screenshots, vermeintliche Verträge, E-Mail-Korrespondenz usw.) sammeln und so schnell wie möglich Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle erstatten.
  • Meldung des Betrugs bei der französischen Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung (Direction générale de la concurrence, de la consommation et de la répression des fraudes, DGCCRF) und/oder auf der französischen Plattform zur Meldung illegaler Inhalte (Portail offciel de signalement des contenus illicites de l’Internet).
  • Bei Fragen oder Verdachtsmomenten kontaktieren Sie uns über unser Kontaktformular.
  • Falls Sie den Betrügern persönliche Dokumente, z.B. Ihre Bankverbindung oder Ihre Kreditkartennummer, übermittelt haben, überwachen Sie Ihre Kontobewegungen, um im Ernstfall schnell reagieren zu können. Informieren Sie Ihre Bank, dass Sie Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden sind.
  • Sollten Sie den Betrügern eine Kopie Ihres Ausweises übermittelt haben, sollten Sie dies ebenfalls als Identitätsdiebstahl zur Anzeige bringen und sich so schnell wie möglich ein neues Dokument bei Ihrer Stadt oder Gemeinde ausstellen lassen.

Opfer eines Kreditbetrugs? Wir helfen Ihnen weiter.

  1. Melden Sie den Betrug der DGCCRF.
  2. Lesen Sie die Tipps des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland.

 

In seiner Artikel-Sammlung “Vorsicht Falle” hat das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland ebenfalls wertvolle Tipps für die gesamte EU: