Coronavirus in der Grenzregion FAQs

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, wurden an der deutsch-französische Grenze wieder Kontrollen eingeführt. Das wirft viele Fragen auf. In unseren FAQ beantworten wir die wichtigsten Fragen von Berufspendlern und Grenzgängern aus Deutschland und Frankreich.

Stand: 29. Mai 2020 / 8:30 Uhr

Stand der Informationen : Mai 2020

1. Wer darf die Grenze von Deutschland nach Frankreich überqueren?

Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich lautet der Grundsatz, dass Fahrten, Reisen usw. auf das Nötigste reduziert werden sollen. Grenzgänger, die in Frankreich wohnen und in Deutschland arbeiten, können mit ihrem Ausweis/Reisepass und der von dem Arbeitgeber ausgestellten Bescheinigung (Justificatif de déplacement professionnel) die Grenze nach Frankreich überqueren.

EU-Bürger, die zu ihrem Hauptwohnsitz in Frankreich zurückkehren und aus einem anderen EU-Land, der Schweiz, Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino, UK und der Vatikanstadt einreisen, benötigen für den Grenzübertritt das Formular „Attestation de déplacement international dérogatoire vers la France Métropolitaine depuis l'Union Européenne". Zusätzlich sollten Nachweise mitgeführt werden die belegen, dass der Hauptwohnsitz sich in Frankreich befindet. Das neue Formular "Déclaration de déplacement en dehors de son département et à plus de 100 km de sa résidence" wird für Reisen benötigt, die weiter als 100 km vom eigenen Wohnsitz entfernt sind und wenn gleichzeitig das Département verlassen wird in dem sich der Wohnsitz befindet. Dieses Formular entfällt zum 2. Juni 2020 und mit ihm die Kilometerbeschränkung.

Inwieweit in anderen Fällen die Grenze nach Frankreich überquert werden darf, hängt voraussichtlich von dem jeweiligen Einzelfall ab. Grundsätzlich gilt: nur in dringlichen Fällen wird eine Einreise möglich sein. Andernfalls besteht die Möglichkeit, dass die Einreise von der französischen Polizei verweigert wird. Auch in diesen Fällen werden folgende Formulare benötigt: Für Einreisen aus einem EU-Land, der Schweiz, Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino, UK und der Vatikanstadt die Attestation de déplacement international dérogatoire vers la France Métropolitaine depuis l'Union Européenne"und die "Déclaration de déplacement en dehors de son département et à plus de 100 km de sa résidence". Letzteres ist insbesondere dann notwendig, wenn der Zielort der Reise weiter als 100km vom eigenen Wohnsitz entfert liegt und wenn hierfür das Départment verlassen wurde in dem sich der Wohnsitz befinde; dieses Formular entfällt zum 2. Juni 2020 und mit ihm die Kilometerbeschränkung.

Wer aus einem Drittland nach Frankreich einreisen möchte, benötigt die "Attestation de déplacement dérogatoire vers la France métropolitaine depuis les pays tiers".

Reisende nach Frankreich benötigen außerdem noch eine Bescheigung, dass sie keine Covid-19-Symptome haben (Déclaration sur l'honneur attestant qu'ils ne présentent pas de symptômes d'infection au covid-19 - Seite 2 der pdf verwenden).

Wer beispielsweise die Grenze nach Frankreich überqueren muss um eine unbedingt notwendige Betreuung eines Familienangehörigen zu übernehmen, sollte, sofern möglich, Unterlagen mit sich führen, die dies belegen. Die „Attestation de Déplacement Dérogatoire“ wird seit dem 11. Mai nicht mehr benötigt.

Weitere Informationen zur Einreise nach Frankreich stellt die französische Botschaft bereit.

Informationen für Pendler gibt es auf unserer Seite unter der Rubrik: Coronavirus: Was bedeutet das für Grenzgänger?


2. Wer darf nach Deutschland einreisen?

Grundsätzlich gilt, dass nicht notwendige Reisen unterlassen werden sollen. Auch ist weiterhin ein triftiger Grund erforderlich, um nach Deutschland einzureisen! Eine Einreise zu touristischen Zwecken bzw. zum Einkaufen ist untersagt.

  • Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit & Personen mit deutschem Aufenthaltstitel
  • Personen mit Wohnsitz in Deutschland & Berufspendler (Nachweise sollten mitgeführt werden)
  • Schüler mit Schülerausweis oder Bescheinigung der Schule. Sofern es erforderlich ist, dass ein minderjähriger Schüler durch eine weitere Person zur Schule gebracht werden muss, ist die Einreise für diese Person ausschließlich für diesen Zweck erlaubt.
  • Personen, die ihren Ehegatten, Lebenspartner, Lebensgefährten besuchen möchten.
  • Personen, die ihre Verwandten, Kinder, Enkel, Eltern, Großeltern, Geschwister, Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen besuchen möchten.
  • Personen, die Sorgerechts- und Umgangsangelegenheiten zur Betreuung von minderjährigen Kindern nachkommen.
  • Personen, die an wichtigen familiären Anlässen (Hochzeiten, Begräbnisse usw.) teilnehmen.
  • Personen, die Familienangehörige pflegen (bis Verwandtschaft 2. Grades)
  • Personen, die Deutschland in ärztlicher Behandlung sind
  • Personen, die eine Zweitwohnung bzw. Grundbesitz in Deutschland haben und diese/n pflegen
  • Studierende: Achtung: In Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in Baden-Württemberg wurden die Studiengänge auf Online-Vorlesungen umgestellt. Fragen Sie daher vorher bei Ihrer Hochschule / Universität nach.
  • Auszubildende

Ausführliche Informationen, wer nach Deutschland einreisen darf und was als triftiger Einreisegrund gilt, gibt es auf der Internetseite der Bundespolizei.

Wer nach Deutschland einreisen möchte, braucht eine Selbsterklärung. Diese kann auf der Internetseite der Bundespolizei heruntergeladen werden:


3. Kann ich meinen Partner in Deutschland besuchen?

Deutsche Staatsbürger können weiterhin nach Deutschland einreisen.

Darüber hinaus sind Besuche des Ehegatten, Lebenspartners oder Lebensgefährten gestattet sowie Besuche von Verwandten, insbesondere Kinder, Enkel, Eltern, Großeltern, Geschwister, Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen.

Bei der Rückreise nach Frankreich sollte grundsätzlich ein Nachweis über den eigenen Wohnsitz mitgeführt werden.


4. Kann ich meinen Partner in Frankreich besuchen?

Verheiratete Paare bzw. Menschen mit eingetragenen Lebenspartnerschaften dürfen sich besuchen. Ansonsten darf man nur über die Grenze, wenn man ein gemeinsames Kind hat.


5. Wir haben alternierende Obhut vereinbart. Darf ich mein Kind aus Deutschland  / Frankreich abholen?

Ja, grundsätzlich ist das möglich. Die französischen und deutschen Vorschriften erlauben das. Die deutsche Polizei hat die Regelung seit dem 27. April 2020 gelockert und erlaubt Ihnen nun, die deutsch-französische Grenze zu überschreiten, um ihr Kind aus der alternierenden Obhut abzuholen und um es zu besuchen. Für den Grenzübertritt brauchen Sie Ihren Ausweis, einen Sorgerechtsnachweis.


6. Darf ich in als französischer Grenzpendler in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland einkaufen gehen?

Ja. Seit 11. Mai 2020 dürfen französische Grenzpendler den Weg zur Arbeit unterbrechen, um in Baden-Württemerg einkaufen zu gehen. Auch im Saarland und in Rheinland-Pfalz ist es französischen Grenzpendlern erlaubt, einkaufen zu gehen.


7. Darf ich zum Einkaufen über die Grenze?

Nein. Einkaufen ist weder in Frankreich noch in Deutschland ein triftiger Grund.


8. Ich habe einen Zweitwohnsitz in Frankreich. Darf ich über die französische Grenze?

Nein. Nicht notwendige Reisen sind verboten und eine Einreise aus diesem Grund ist voraussichtlich nicht möglich.


9. Ich habe einen Zweitwohnsitz in Deutschland. Darf ich über die deutsche Grenze?

Ja. Die Pflege und der Unterhalt von Grundbesitz, Mietwohnungen, gepachteten Flächen und Ähnlichem sind erlaubt.


10. Wie ist das mit dem kontaktlosen Bezahlen in beiden Ländern?

In Deutschland gilt seit dem 15. April 2020 folgendes: Kontaktloses Bezahlen ist pro Nutzung bis zu einem Warenwert von 50 Euro möglich. Gleiches wird in Frankreich ab 11. Mai 2020 gelten.


11. Ich bin französischer Staatsbürger, studiere und wohne aber in Deutschland. Eigentlich hätte ich ein Praktikum in Frankreich machen sollen, das abgesagt wurde. Darf ich nach Deutschland zurückkehren?

Ja, das ist möglich. Personen mit deutschem Wohnsitz können gegen Vorlage eines Wohnsitznachweises (Meldebescheinigung, Studierenden-Ausweis) nach Deutschland zurückkehren.

Umgekehrt gilt ebenfalls: Studenten, die die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen und in Frankreich studieren und dort ihren Hauptwohnsitz haben, dürfen nach Frankreich einreisen


12. Darf ich einen Handwerker aus Deutschland zur Tätigkeit in Frankreich beauftragen?

Ja. Voraussetzung: Der Mitarbeiter ist EU-Bürger und seine Tätigkeit in  Frankreich kann nicht aufgeschoben werden. Der Auftraggeber muss alle Dokumente, die die Notwendigkeit der Entsendung belegen, an folgende e-Mail-Adresse schicken: detaches@interieur.gouv.fr

Folgende Dokumente muss der entsendete Mitarbeiter mitführen:

Attestation de déplacement derogatoire vers la France métropolitaine und die Déclaration sur l'honneur attestant qu'ils ne présentent pas de symptômes d'infection au covid-19 sowie die Empfangsbestätigung der o. g. Entsendedokumente.

Europäische Arbeitnehmer, die für mehr als 48 Stunden nach Frankreich entsandt werden, müssen in ihrem Herkunftsland einer Quarantänemaßnahme oder einer anderen gleichwertigen Maßnahme unterzogen werden.


13. Was ist in der roten Zone erlaubt?

  • Sport im Freien als Einzelperson
  • Läden unter 40.000 Quadratmeter dürfen wieder öffnen.
  • Märkte dürfen wieder öffnen
  • Friseure dürfen wieder öffnen
  • Kinderkrippen und Kindergärten dürfen wieder öffnen
  • Grundschulen dürfen wieder öffnen
  • sich an öffentlichen Plätzen aufzuhalten
  • Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (Maskentragepflicht)
  • Fernverkehr ausschließlich, wenn es einen triftigen beruflichen oder familiären Grund gibt (Maskentragepflicht)
  • Nutzung von Taxis (Beschränkung der Fahrgäste, Maskentragepflicht)
  • Mediatheken, Bibliotheken und kleine Museen dürfen wieder öffnen
  • Wälder dürfen wieder betreten werden
  • Friedhöfe dürfen wieder öffnen
  • Reisen über 100 km, bei denen das Wohnsitz-Département verlassen wird, sind nur mit triftigem beruflichen oder familiären Grund erlaubt. Diese Regelung entfällt zum 2. Juni 2020


14. Was ist in der roten Zone verboten?

  • Kinos und Theater bleiben geschlossen
  • Große Museen bleiben geschlossen
  • Parks und Gartenanalagen bleiben geschlossen
  • Strände und Seen bleiben geschlossen
  • Sporthallen bleiben geschlossen
  • Ferienkolonien, Feriencamps bleiben geschlossen
  • Treffen mit mehr als 10 Personen sind untersagt
  • Großveranstaltungen mit mehr als 5.000 Personen sind bis zum 31. August untersagt
  • Einkaufszentren mit mehr als 40.000 Quadratmetern können seitens der Präfektur geschlossen werden
  • Bars, Cafés, Restaurants bleiben geschlossen
  • Collèges und Lycées bleiben geschlossen
  • Fernverkehr ausschließlich, wenn es einen triftigen beruflichen oder familiären Grund gibt (Maskentragepflicht)
  • Flüge sind nur erlaubt, wenn es einen triftigen beruflichen oder familiären Grund gibt (Maskentragepflicht)
  • Indoor-Sport und Gemeinschaftssport ist nicht erlaubt


15. Was ist in der grünen Zone erlaubt?

  • Mediathekren, Bibliotheken, kleine Museen dürfen wieder öffnen
  • Wälder, Parks und Gärten dürfen wieder öffnen
  • Friedhöfe dürfen öffnen
  • Man darf sich auf öffentlichen Plätzen bewegen
  • Man darf die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen (Maskentragepflicht)
  • Läden und Einkaufszentren unter 40.000 Quadratmetern dürfen wieder öffnen
  • Märkte dürfen wieder öffnen
  • Friseure dürfen wieder öffnen
  • Kindergrippen, Kindergärten dürfen wieder öffnen
  • Elémentaires, Collèges dürfen wieder öffnen
  • Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (Maskentragepflicht)
  • Fernverkehr ausschließlich, wenn es einen triftigen beruflichen oder familiären Grund gibt (Maskentragepflicht)
  • Taxifahrten (Maskentragepflicht, Fahrgastanzahl beschränkt)
  • individuell Sport im Freien treiben
  • Reisen über 100 km, bei denen das Wohnsitz-Département verlassen wird, sind nur mit triftigem beruflichen oder familiären Grund erlaubt. Diese Regelung entfällt zum 2. Juni 2020.


16. Was ist in der grünen Zone verboten?

  • Kinos und Theater bleiben geschlossen
  • Große Museen bleiben geschlossen
  • Strände und Seen bleiben geschlossen
  • Sporthallen bleiben geschlossen
  • Ferienkolonien und Camps bleiben geschlossen
  • Versammlungen mit über 10 Personen sind untersagt
  • Großveranstaltungen sind bis 31. August untersagt
  • Einkaufszentren mit über 40.000 Quadratmetern können seitens der Präfektur geschlossen werden
  • Fernverkehr ausschließlich, wenn es einen triftigen beruflichen oder familiären Grund gibt (Maskentragepflicht)
  • Bars, Cafés, Restaurants bleiben geschlossen
  • Lycées bleiben geschlossen
  • Indoor-Sport und Gemeinschaftssport ist untersagt

 

17. Ich habe bei einem deutschen Ticketanbieter ein Konzertticket gekauft. Das fällt wegen Corona aus. Bekomme ich mein Geld zurück?

Erst einmal nicht. Wurde die Eintrittskarte vor dem 8. März 2020 erworben, dann gilt: Wird eine Musik-, Kultur-, Sport- oder sonstige Freizeitveranstaltung wegen Corona abgesagt, darf der Veranstalter einen Gutschein ausstellen. Der Wert des Gutscheins muss den gesamten Eintrittspreis einschließlich der Vorverkaufsgebühren umfassen. Für die Ausstellung und den Versand des Gutscheins darf der Veranstalter nichts berechnen. Sie können allerdings aus folgenden Gründen eine Auszahlung des Gutscheines verlangen: der Gutschein ist aufgrund Ihrer persönlichen Lebensumstände unzumutbar, Sie haben den Gutschein bis 31.12.2021 nicht genutzt.

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