Fair Play für Fans: Warum der Ticketmarkt neue Regeln braucht

  Aktualisiert am  16 Juni 2026

Das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz (ZEV) fordert einen wirksamerer Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern vor intransparenten und missbräuchlichen Geschäftsmodellen auf dem Ticketmarkt.

Titelbild_Positionspapier_Ticketzweitmarkt

Die Erfahrungen des ZEV in der täglichen Verbraucherberatung zeigen eindeutig, dass die bestehenden Regelungen zum Ticketmarkt reform- und ergänzungsbedürftig sind. Das ZEV fordert den Gesetzgeber auf tätig zu werden. Aus Sicht des ZEV braucht es ein schlüssiges Gesamtkonzept, um ein hohes Verbraucherschutzniveau sicherzustellen, da dieses mit der aktuellen Gesetzeslage nicht erreicht wird.

Lesen Sie in unserem Positionspapier unsere Forderungen nach.

zum Positionspapier (PDF)

Unsere Kernforderungen:

  • Verpflichtende und überprüfbare Angaben zum tatsächlichen Verkäufer sowie zur Rolle der jeweiligen Plattform.
  • Wirksamere Maßnahmen gegen automatisierte Ticketaufkäufe und überhöhte Weiterverkaufspreise, einschließlich eines Verbots von Verkäufen über dem ursprünglichen Verkaufspreis (einschließlich etwaiger Servicegebühren o. Ä.)
  • Verbot des gewerblichen Weiterverkaufs von Tickets (nach französischem Vorbild).
  • Sicherstellung, dass der private Weiterverkauf von Tickets nicht durch Anbieter untersagt oder unverhältnismäßig eingeschränkt wird.
  • Verpflichtende Offenlegung von ursprünglichem Verkaufspreis, konkretem (Sitz)Platz und von Nutzungsbeschränkungen bei jedem Weiterverkauf.
  • Gesetzliche Klarstellung der Erstattungsansprüche bei Veranstaltungsabsagen und Terminverschiebungen.

Ticketzweitmarkt wirksam regulieren – Verbraucherinnen und Verbraucher besser schützen

Aus Sicht des ZEV stellt der Ticketzweitmarkt in seiner derzeitigen Gestaltung ein strukturelles Problem für Verbraucherinnen und Verbraucher dar. Die Probleme betreffen internationale Großveranstaltungen wie Olympische Spiele, Welt- und Europameisterschaften gleichermaßen wie große Tourneen von Künstlerinnen und Künstlern und kleinere begehrte Veranstaltungen. Verbraucherinnen und Verbraucher wenden sich vermehrt mit Beschwerden wegen überhöhter Preise, ungültiger, zu spät oder gar nicht gelieferter Tickets sowie Schwierigkeiten bei Erstattungen an uns.

Gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht nicht nur aus Sicht von Künstlerinnen und Künstlern sowie Veranstaltern von Kultur- und Sportveranstaltungen und Verbänden, sondern auch aus Verbrauchersicht. Die bestehenden Transparenzpflichten haben sich als unzureichend erwiesen, um Fehlvorstellungen und wirtschaftliche Nachteile wirksam zu verhindern. Die im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD angekündigte Verschärfung der Transparenzanforderungen bei Ticketplattformen ist daher ausdrücklich zu begrüßen und sollte zeitnah umgesetzt werden. Sie sollte Teil einer umfassenderen gesetzgeberischen Regelung sein, die Probleme mit dem Ticketmarkt insgesamt angeht.