Stromanbieter in Frankreich – So finden Sie den richtigen Energieversorger
Planen Sie einen Umzug nach Frankreich und suchen Informationen zu Stromanbietern in Frankreich und deren Tarifen?
Das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e.V. hat die wichtigsten Informationen zu Energieversorgern und Stromtarifen zusammengestellt. Auch der Stromzähler Linky wird unter die Lupe genommen.
Stromanbieter in Frankreich frei wählen - Unterschied zwischen Anbieter und Netzbetreiber
Verbraucherinnen und Verbraucher können ihren Stromanbieter in Frankreich frei wählen. Neben den traditionellen Anbietern EDF und GDF (bzw. den örtlichen Energieanbieter) können sie sich auch für andere Versorgungsunternehmen entscheiden.
Das bedeutet allerdings nicht, dass alle Energielieferanten dazu verpflichtet sind, ihre Dienste in allen französischen Gemeinden und Regionen oder in allen EU-Mitgliedstaaten anzubieten.
Sie müssen sich daher im Vorhinein informieren, welche Unternehmen die Region beliefern, in die Sie gezogen sind.
In einigen Regionen Frankreichs, wie Straßburg und Umgebung, dominieren aus historischen Gründen lokale Energieanbieter, und der Wettbewerb ist begrenzt.
Dies ist unter anderem der Fall in Straßburg und Umgebung.
Wichtig ist, zwischen dem Energielieferanten und dem Betreiber des Verteilungsnetzes zu unterscheiden. Während der Lieferant den Strom bereitstellt, sorgt der Netzbetreiber für die Verteilung und Lieferung bis in die Haushalte.
Der Betrieb des Verteilungsnetzes unterliegt nicht dem freien Wettbewerb.
- Liste der Energieversorger, die mindestens 90 Prozent der französischen Gemeinden versorgen (auf Französisch): kleinere oder örtliche Anbieter sind also nicht aufgeführt.
- Energieversorger nach Gemeinde (auf Französisch): hier können Sie mit Ihrer Postleitzahl überprüfen, welche Anbieter Ihren Wohnort beliefern.

Stromanbieter in Frankreich und ihre Tarife: Festtarif oder freier Tarif?
Es gibt zwei verschiedene Tarife bei der Strom- und Gasversorgung:
- Festtarif: Der Preis wird staatlich festgelegt und bleibt stabil, unterliegt jedoch einer stetigen, aber moderaten Erhöhung.Ab dem 1. Juli 2023 wird der Erdgas-Festpreis für alle Verbraucher abgeschafft. Der Stromfestpreis bleibt für Privatkunden weiterhin bestehen, wird aber für die meisten Unternehmen zum 1. Juli 2023 ebenfalls abgeschafft.
- Freie Tarife: Diese werden von privaten Anbietern festgelegt und können sowohl günstiger als auch teurer sein als Festtarife. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich bewusst sein, dass diese Tarife starken Preisschwankungen unterliegen können.
Wer sich für den freien Tarif entscheidet, muss mit den Preisschwankungen des Marktes leben.
Achtung
Die festen Tarife dürfen nur von traditionellen Anbietern wie EDF oder ENGIE sowie örtlichen Anbietern (wie Electricité de Strasbourg) angeboten werden. Gleichzeitig bieten diese auch freie Tarife an.
Achten Sie daher vor der Unterzeichnung eines Vertrages darauf, welcher Tarif Ihnen angeboten wird.
Nachtstrom und Tarife für Schwachlastzeiten bei Stromanbietern in Frankreich
Sollten Sie das feste Tarifsystem verlassen, können Sie jederzeit wieder vom freien zum festen Tarif wechseln. Dies wird durch den Grundsatz der Umkehrbarkeit (principe de reversibilité) gewährleistet.
Des Weiteren gibt es wie in Deutschland auch Nachtstromangebote beziehungsweise spezielle Tarife für Schwachlastzeiten. Dies kann zum Beispiel vorteilhaft sein, wenn Sie eine Nachtspeicherheizung oder einen elektrischen Warmwasserboiler haben.
In den Sommermonaten können diese Schwachlastzeiten tagsüber liegen.
Die genauen Uhrzeiten der Tag- und Nachttarife erfahren Sie bei Ihrem Stromanbieter.
Stromabrechnung in Frankreich: Schätzung, Nachzahlung und Linky-Zähler
Wie in Deutschland erfolgt die Stromabrechnung in Frankreich meist auf Basis von monatlichen oder zweimonatlichen Abschlägen. Diese Zahlungen beruhen in vielen Fällen auf einer Schätzung des Verbrauchs durch den Stromanbieter. Grundlage sind entweder frühere Verbrauchsdaten im Haushalt oder ein Durchschnittswert für vergleichbare Haushalte.
Einmal im Jahr – oder nach einem Anbieterwechsel – wird der tatsächliche Zählerstand erfasst. Mit dem digitalen Stromzähler Linky geschieht dies in der Regel automatisch und ohne Ablesetermin. Auf Basis dieses realen Verbrauchs erstellt das Unternehmen dann eine Jahresabrechnung:
- Haben Sie mehr Strom verbraucht, als zuvor geschätzt wurde, kommt es zu einer Nachzahlung.
- Haben Sie weniger Strom genutzt, erhalten Sie eine Rückerstattung.
Damit Verbraucherinnen und Verbraucher böse Überraschungen vermeiden, lohnt es sich, regelmäßig den Zählerstand zu kontrollieren und dem Unternehmen mitzuteilen. Viele Anbieter ermöglichen auch, monatlich den tatsächlichen Verbrauch online einzureichen, sodass die Abschläge realistischer berechnet werden.
Tipps zur Stromabrechnung in Frankreich
- Zählerstand prüfen: Notieren Sie regelmäßig den Stand Ihres Linky-Zählers oder melden Sie ihn über das Kundenportal.
- Abschläge anpassen: Wenn Ihr Verbrauch deutlich höher oder niedriger liegt, können Sie die monatlichen Zahlungen anpassen lassen.
- Vertragsdetails kennen: Manche Unternehmen bieten an, die Abrechnung direkt auf Basis des tatsächlichen Verbrauchs vorzunehmen.
- Nachzahlung vermeiden: Schätzen Sie Ihren Verbrauch im Vorfeld realistisch ein – gerade bei elektrischer Heizung.
Sie möchten Ihre Heizung tauschen oder das Haus dämmen? Dann lesen Sie unsere Artikel zur energetischen Sanierung in Frankreich.
Fragen und Antworten zum Stromzähler Linky
Es handelt sich um einen „intelligenten“ Stromzähler, auch Smart Meter genannt, der seit 2015 von Enedis, dem französischen Stromnetzbetreiber, in den französischen Haushalten installiert wird. Er ermöglicht eine sehr genaue Verbrauchsverfolgung sowie eine Fernablesung des Stromverbrauchs. Mit der Einführung des Linky setzt Frankreich eine europäische Richtlinie um. Alle Mitgliedstaaten sind angehalten, Smart Meter einzuführen, um Verbraucherinnen und Verbraucher mehr Informationen zum eigenen Stromverbrauch zu geben.
Ja, die Installation des Smart Meters ist gesetzlich vorgeschrieben. Es wurden aber noch nicht alle Haushalte ausgestattet. Falls Sie noch keinen Linky haben, können Sie sich beim Netzbetreiber Enedis oder bei Ihrem Stromanbieter informieren, wann Ihre Gemeinde an der Reihe ist.
Seit dem 1. Januar 2025 müssen Haushalte, die noch keinen Linky haben, eine Gebühr für das Ablesen des Stromzählers zahlen. Einzige Ausnahme ist eine technische Unmöglichkeit der Installation des Linky.
Nein. Ihr Vertrag mit dem Stromanbieter bleibt unverändert.
Gut zu wissen: Manche Stromanbieter haben spezielle "Linky"-Angebote, die besser auf das Profil des Haushalts zugeschnitten sind. Auf der Internetseite der französischen Ombudsperson für Energie (energie-info.fr) gibt es einen Vergleichsrechner, mit dem Sie die verschiedenen Angebote der Stromanbieter vergleichen können.
Verantwortlich für die Umstellung der Stromzähler ist der französische Netzbetreiber Enedis. Die Installation selbst wird von einem Partnerunternehmen durchgeführt und dauert etwa 30 Minuten.
Die Installation des Smart Meters ist komplett kostenlos.
Der Linky-Stromzähler bietet die Möglichkeit, den Stromverbrauch in Echtzeit zu messen. Bisher werden Abrechnungen teilweise anhand von Schätzungen erstellt. Mit einem Smart Meter können die Stromrechnungen an den tatsächlichen Verbrauch angepasst werden.
Sie können am Zähler in Echtzeit ablesen, welche Ihrer Elektrogeräte viel Strom brauchen. Laut Netzbetreiber Enedis ist die Überwachung des eigenen Stromverbrauchs noch einfacher, wenn man sich ein Kundenkonto auf der Internetseite von Enedis erstellt.
Gut zu wissen: Die Angaben zu Ihrem Stromverbrauch werden automatisch an den Netzbetreiber Enedis und an Ihren Stromanbieter übermittelt. Der Zähler wird also nicht mehr manuell von einem Techniker abgelesen.
Allein durch die Installation des Linky können Sie keinen Strom sparen. Die Angaben des Smart Meters erlauben es Ihnen jedoch zu erkennen, welche Geräte viel Strom brauchen und welche Änderungen Ihrer eignen Gewohnheiten tatsächlich zu Stromersparnissen führen.
Es liegt also ganz allein in Ihrer Hand, ob Sie die Informationen des Linky nutzen, um Energie zu sparen.
Der Smart Meter erlaubt es, Daten zum Stromverbrauch zu erheben, die wiederum Rückschlüsse ermöglichen: Wie viele Personen sind im Haushalt? Wann steht jemand auf?
Die französische Datenschutzbehörde CNIL hatte im Februar 2020 die beiden großen Stromanbieter Engie und EDF abgemahnt. Grund waren Fehler beim Einholen der Einwilligung zur Datenverarbeitung und eine zu lange Speicherung der erhobenen Daten. In beiden Punkten wurde nachgebessert. Die CNIL hat aktuell keine Beanstandungen in Bezug auf den Datenschutz in Verbindung mit dem Linky.