IT2Rhine

Obwohl die Menschen am Oberrhein mit Begeisterung und großer Selbstverständlichkeit im jeweiligen Nachbarland auf Einkaufstour gehen, und obwohl bereits fast jeder zweite EU-Bürger regelmäßig online Waren im eigenen Land kauft, füllen nur wenige ihren virtuellen Warenkorb im europäischen Ausland. Dabei kann der grenzüberschreitende Online-Einkauf im Oberrheingebiet Vorteile bieten. So können Preise verglichen und völlig neue Angebote entdeckt werden. Mit dem Projekt IT2RHINE 2020 E-Commerce will das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz Hilfe leisten und Hürden abbauen.

Ziel und Bilanz

In drei Jahren (von 2012 bis 2015) haben die zehn Partner des Projekts mittels konkreter Untersuchungen ermittelt, warum der elektronische Geschäftsverkehr in der Grenzregionen stagniert. Unter anderem wurden E-Commerce-Akteure aus dem Oberrheingebiet begleitet und für einen lokalen und gleichzeitig grenzüberschreitenden E-Commerce sensibilisiert. Online-Shoppern, Online-Händlern und ICT-Anbietern wurden Best-Practice-Beispiele vorgeführt sowie Empfehlungen und Informationen gegeben. Zudem wurden gezielte Seminare abgehalten, die ermutigen sollten, sich in diesen Markt zu integrieren.

Diese umfassende Vorgehensweise war nur dadurch möglich, dass Partner mit unterschiedlichsten fachlichen und institutionellen Hintergründen an dem Projekt teilnahmen. Ein thematischer Schwerpunkt des Projekts wurde bewusst auf den grenzüberschreitenden Verbrau­cherschutz im Online-Handel gelegt, federführender Projektpartner war hierfür das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e.V. in Kehl.

Couverture de la brochure "IT2Rhine : Guide E-Marchands / Consommateurs"

IT2Rhine

Die folgende Broschüre zeigt die Vorteile des grenzüberschreitenden Online-Einkaufs auf. Denn insbesondere bei den Preisen kann sich ein Vergleich lohnen, aber auch, um völlig neue Angebote oder andere Produkte zu entdecken. Auch Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Verbraucherrechts in Deutschland einerseits und in Frankreich andererseits werden in der Broschüre geschildert.  Dazu gibt es praktische Tipps und ein Glossar der wichtigsten deutschen und französischen Begriffe.

Regionaler multichannel approach

Multichannel – das heißt, dass sich ein Händler mehrerer Kanäle bedient, um  seine Waren und Dienstleistungen anzubieten. Dabei vermengen sich „reale“ und „virtuelle“ Einkaufswelt. Am Oberrhein ist das auch grenzüberschreitend interessant: Zum Beispiel bei einem Ausflug ins Nachbarland im Ladengeschäft stöbern, danach aber online bestellen können, wenn man mal nicht rüberfährt. Erfahren Sie mehr zu diesem Thema unter den folgenden Punkten.

Der Verbraucher profitiert bei einem „regionalen multichannel approach“ in zweierlei Hinsicht. Online-Shopping kann wie gewohnt bequem von zu Hause aus betrieben werden und gleichzeitig können zahlreiche Vorteile des Präsenzhandels genutzt werden. So besteht nicht nur die Möglichkeit die Waren zuvor physisch in Augenschein zu nehmen, auch wird man sie im Falle von Widerruf oder Gewährleistung oftmals direkt beim Händler abgeben können.

Das Konzept des kombinierten Online- und Präsenzhandels wird immer beliebter. Anbieter fokussieren ihren Absatzkanal nicht mehr ausschließlich auf den Onlinehandel sondern kombinieren ihren Online-Shop mit einem Präsenzhandel, also einem Ladengeschäft, in welchem die Kunden die Waren begutachten und auch direkt vor Ort kaufen können. Vielmals wird aber auch nur ein Teil des Sortiments physisch angeboten, der überwiegende Teil im Onlineshop.

Sowohl Anbieter als auch Verbraucher profitieren von diesem Geschäftsmodell.

Der Anbieter kann durch seine physische Marktpräsenz Vertrauen schaffen und weitere Serviceleistungen anbieten. Der Verbraucher profitiert davon, dass trotz er einer Bestellung im Internet zu verschiedenen Stadien – Kaufberatung, Inaugenscheinnahme, Reklamation -  den Anbieter direkt vor Ort aufsuchen kann und somit eine direkte Kommunikation möglich ist.

Dieser „regionale multichannel approach“ kombiniert somit mehrere Aspekte der Verbraucherbedürfnisse. Durch den „Online-Channel“ wird dem Verbraucher ermöglicht, seine Einkäufe, wie gewohnt, bequem online zur erwerben. Gleichzeitig wird ihm aber auch die Möglichkeit eröffnet, durch den „Präsenz-Channel“ sich von der Qualität der Waren und Dienstleistungen vor Ort zu überzeugen. Hierdurch kann das Vertrauen zwischen Verbraucher und Anbieter gestärkt und gleichzeitig mit den Vorteilen des orts- und zeitunabhänigen Online-Shoppings kombiniert werden.

Gerade im grenzüberschreitenden Online-Handel kann der regionale multichannel approach Vorteile für Unternehmer und Verbraucher im Bereich der Logistik bringen. Beim klassischen Onlinehandel bedient sich der Unternehmer in der Regel des Logistiksystems seines Landes. Bestellt ein Verbraucher aus dem Nachbarland, nimmt die bestellte Ware einen oftmals langwierigen Weg auf sich, um erst nach Tagen oder bisweilen auch Wochen beim Verbraucher anzukommen. Der Vorteil bei dem grenzüberschreitenden Onlinekauf in der Grenzregion liegt darin, dass der Verbraucher einerseits oftmals die Möglichkeit hat, die Ware direkt vor Ort abzuholen. Andererseits stehen dem Anbieter auf Grund der örtlichen Nähe die Logistiksysteme des Nachbarlandes offen. So besteht die Möglichkeit seitens des Unternehmers die Ware direkt im Nachbarland bei einem Logistikanbieter aufzugeben, so dass eine schnelle Lieferung garantiert ist. Auch ist es denkbar, dass Logistikanbieter aus dem Land des Verbrauchers mit den Logistikanbietern aus dem Land des Unternehmers eng zusammenarbeiten, um eine rasche Lieferung der Waren zu gewährleisten. Es kann in bestimmten Fällen auch zweckmäßig sein, dass der Unternehmer selbst ausliefert; dies kann er sogar mit nützlichen Zusatzleistungen, etwa der Montage, verbinden.

Auch der „regionale multichannel approach“ erfüllt die sechs klassischen Handelsfunktionen nach Oberparleiter (Raum-, Zeit-, Qualität-, Quantität-, Kredit- und Werbefunktion). Im Gegensatz zum reinen Onlinehandel erweitert der regionale (grenzüberschreitende) multichannel approach diese Funktionen um eine kulturelle Komponente. Den Verbrauchern wird die Möglichkeit gegeben, die nachgefragten Güter beim Anbieter im Nachbarland in Augenschein zu nehmen. Dabei kann er vor Ort andere kulturelle Handelsbräuche und -sitten erfahren. Die Produkte unterscheiden sich möglicherweise von denen des eigenen Handels- und Produktkulturkreises. Der Verbraucher kann hierdurch seine Konsumkultur erweitern und bereichern. Im Rahmen des cross-selling eröffnet sich für den Verbraucher eine ihm bislang vielleicht verborgen gebliebene Produktwelt. Der „regionale multichannel approach“ eröffnet somit dem Unternehmer neue Absatzmärkte, dem Verbraucher die Möglichkeit seinen Konsum kulturell zu bereichern und dabei die Vorteile des „online shopping“ zu nutzen.

Frei nach dem Motto „support your local heroes“ bietet der „regionale multichannel approach“ den Verbrauchern im Oberrheingebiet die Möglichkeit die regionale Wirtschaft durch ihren Konsum zu stärken. Hiervon profitieren nicht nur die Unternehmer, sondern auch die Verbraucher selbst, da eine starke regionale Wirtschaft positive Auswirkungen auf den regionalen Arbeitsmarkt und die regionale Infrastruktur habt.

Auch unter ökologischen Gesichtspunkten kann der „regionalen multichannel approach“ positive Effekte haben. Kurze Transportwege und teilweise regional produzierte Güter, die konsumiert werden, schonen die Umweltressourcen und tragen somit zu einem modernen, umweltbewussten Konsumverhalten bei.

Der grenzüberschreitende „regionale multichannel approach“ bringt für die Unternehmer, die Verbraucher, die regionale Wirtschaft und Infrastruktur einige Vorteile im Vergleich zu dem klassischen „online shopping“. Ergänzt um die kulturelle Komponente beim grenzüberschreitenden Einkauf dient der grenzüberschreitende „multichannel approach“ der Völkerverständigung und dem Zusammenwachsen Europas sowie letztlich der Stärkung des Binnenmarktes in der EU.

Studie zu den Merkmalen und Potenzialen des Online-Handels am Oberrhein

Im Ramen des Projekts "IT2Rhine 2020 E-Commerce" wurde eine Studie zu den Merkmalen und Möglichkeiten des Online-Handels am Oberrhein durchgeführt. Sie zeigt, was es für einen erfolgreichen E-Commerce über die Grenze hinweg braucht und wo derzeit noch Hindernisse bestehen.

Logo IT2Rhine 2020

Komplette Studie

Projektziel ist es, mittels konkreter Untersuchungen zu ermitteln, warum der elektronische Geschäftsverkehr in Grenzregionen stagniert, obwohl insgesamt eine zweistellige Steigerungsrate zu verzeichnen ist, und dies durch praktische Begleitmaßnahmen zu ändern.

Logo IT2Rhine 2020

Auszug der Studie

Aktuelle Studien wie die der Europäischen Kommission belegen, dass die Potenziale im Bereich des grenzüberschreitenden Online-Handels noch längst nicht ausgeschöpft sind. Obgleich es gerade der Einkauf über das Internet leicht macht, diese Potenziale zu nutzen – man muss noch nicht einmal physisch die Grenze überschreiten – scheinen die Zahlen zumindest auf europäischer Ebene nahezu zu stagnieren.

Qualitätscharta

Sie möchten Ihren Online-Shop grenzüberschreitend ausrichten?

Wir stellen Ihnen einen Mustertext für eine zweisprachige Charta zur Verfügung, in der Sie sich dazu verpflichten, auf ein hohes Verbraucherschutzniveau zu achten.

Die Charta trägt auch zu einer regionalen Identität am Oberrhein sowie zu einer Förderung eines dynamischen, grenzüberschreitenden E-Commerce bei. 

Die Charta gibt es auch in französischer Sprache. So verstehen auch Elsässer, wofür Ihr Online-Shop steht. Das stärkt das Vertrauen der Verbraucher, die den Oberrhein so als privilegierte Region für das grenzüberschreitende Online-Shopping wahrnehmen werden.

Bedenken Sie: Wenn Sie diese Charta mit Ihrem Briefkopf versehen, unterschreiben und auf der Seite Ihres Online-Shops verlinken, seien Sie sich bewusst, dass dies keine leeren Versprechungen sind, sondern Sie sich eine Verpflichtung eingehen! Lassen Sie sich im Zweifel im Vorfeld rechtlich beraten!

Die Charta gibt es ganz bewusste als Word-Dokument zum Download, was Ihnen eine leichte Personalisierung und Anpassung auf Ihre Situation erlaubt.

Mustertexte

Auf dieser Seite finden Sie Mustertexte, um auch in französischer Sprache den richtigen Ton im Umgang mit dem Online-Händler zu treffen, wenn es darum geht, Ihre Rechte durchzusetzen.

 

Wie helfe ich mir selbst?

Bei der Erstellung der Mustertexte haben wir darauf geachtet, besonders häufig auftretende Fallkonstellationen für Sie zu berücksichtigen, insbesondere beim Widerruf Ihrer Bestellung und wenn Sie bei defekter Ware Ihre Rechte durchsetzen wollen. 

Die Mustertexte berücksichtigen die Rechtslage in Frankreich, die der Online-Händler auf der anderen Rheinseite kennen sollte. Im Einzelfall kann aber auch deutsches Recht anwendbar sein, wenn dies ein besseres Verbraucherschutzniveau bietet. Bei Fragen hierzu lesen Sie unsere Broschüre, oder schreiben Sie uns an info@cec-zev.eu.

Auch wenn keiner der vorhandenen Mustertexte auf Ihren konkreten Fall passen sollte, schicken Sie uns bitte eine E-Mail an info@cec-zev.eu. Wir helfen Ihnen selbstverständlich weiter.

Ware nicht geliefert*

 

Ware trotz Zahlung noch nicht geliefert:
Aufforderung zur Lieferung
deutsch - französisch


Ware trotz Zahlung noch nicht geliefert:
Widerruf und Aufforderung zur Rückerstattung
deutsch - französisch​​​​​​​


Ware noch nicht bezahlt und noch nicht geliefert:
Widerruf
deutsch - französisch​​​​​​​

Ware geliefert*

 

Widerruf:
Ware geliefert und bezahlt
deutsch - französisch​​​​​​​


Die Ware hat Mängel:
Aufforderung zur Reparatur

deutsch - französisch​​​​​​​


Die Ware hat Mängel:
Aufforderung zum Austausch
deutsch - französisch​​​​​​​

 

* Wählen Sie deutsch, um das Schreiben an einen französischen Unternehmer mit deutschen Ausfüllhinweisen zu erhalten; unter französisch finden Sie eine Übersetzung.