Wohnsteuer in Frankreich

In Frankreich ist jährlich eine Wohnsteuer (taxe d'habitation) zu entrichten, und zwar von der- oder demjenigen, der das Objekt am 1. Januar eines Kalenderjahres bewohnt.

Stand der Informationen: November 2018

Bis 2020 möchte die französische Regierung die Wohnsteuer für einige Haushalte abschaffen. Bereits 2018 soll es eine Steuersenkung geben. Das französische Wirtschaftsministerium hat online einen Kaufkraftsimulator (Link auf Französisch) eingerichtet. Er berechnet, wer betroffen ist, und gibt einen Richtwert über die Höhe der Einsparung an.

Endet Ihr Mietvertrag Ende Januar oder verkaufen Sie Ihre Immobilie z. B. am 31. Januar, müssen Sie trotzdem für das gesamte Jahr die Wohnsteuer entrichten. Ihr Nachmieter oder der Käufer hat für das betroffene Jahr also Glück gehabt. Für die Immobilie, die Sie am 1. Februar beziehen, müssen Sie hingegen keine Wohnsteuer bezahlen, da diese bereits von Ihrem Vormieter oder Verkäufer entrichtet worden ist.

Im Folgenden finden Sie weitere wichtige Informationen rund um die französische Wohnsteuer:

Die Höhe der Wohnsteuer wird auf der Grundlage des Nettomietwerts der Wohnung (valeur locative nette) nach einem Prozentsatz berechnet, den die jeweiligen lokalen Gebietskörperschaften (Gemeinde, Département oder Region) festlegen.

Der Nettomietwert entspricht in etwa der Jahresmiete, die ein Vermieter für eine vergleichbare Wohnung erzielen kann. Handelt es sich bei der Unterkunft um Ihren Hauptwohnsitz, gibt es bei der Berechnung des Nettomietwertes folgende Abschläge:

  • Automatischer Abschlag für Kinder und bestimmte Verwandte (z. B. die 80-jährige Großmutter mit geringem Einkommen, die im gleichen Haus wohnt)
  • Optionale Abschläge, die von den jeweiligen Gebietskörperschaften festgelegt werden. Dies betrifft insbesondere Personen in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen oder mit Behinderung.

Da die Wohnsteuer einen u. U. nicht unerheblichen Teil der jährlichen Lebenshaltungskosten ausmachen kann, ist es ratsam, sich bereits vor Beginn der Wohnungssuche über deren genaue Höhe zu erkundigen und diese bei der anschließenden Entscheidung für die eine oder die andere Wohnung miteinzubeziehen.

Sollten Sie in einer Wohngemeinschaft wohnen, gilt es zu beachten, dass die Wohnsteuer von der Steuerbehörde nicht individuell auf die Mitbewohner aufgeteilt wird. Die Steuerbehörde ist berechtigt, den Steuerbescheid an nur einen der Mitbewohner zu schicken, der die Steuer dann alleine entrichten muss. Die Mitbewohner müssen sich dann untereinander einigen, wie der Ausgleich unter Ihnen stattfinden soll.

Vollständige Befreiung

Von der Wohnsteuer Ihres Hauptwohnsitzes können Sie befreit werden, wenn Ihr Einkommen unter einem bestimmten Referenzeinkommen liegt, Sie von der Zahlung der Vermögensteuer befreit sind und Sie

  • über 60 Jahre alt oder
  • verwitwet oder
  • Empfänger staatlicher Beihilfen sind. Dazu zählt etwa Beihilfe für behinderte Personen (allocation aux adultes handicapés, AAH).

Teilweise Befreiung

Ausschlaggebend für eine teilweise Befreiung der Wohnsteuer Ihres Hauptwohnsitzes ist das zu versteuernde Referenzeinkommen (revenu fiscal de référence), das auf dem jährlichen Steuerbescheid für die Einkommenssteuer aufgeführt ist. Das eigene Referenzeinkommen kann auch auf der Internetseite des französischen Finanzamtes (Link auf Französisch)b erechnet werden.

Näheres zu den Befreiungsbedingungen finden Sie hier (Link auf Französisch).

In Frankreich werden zusammen mit der Wohnsteuer öffentliche Rundfunkgebühren (contribution à l’audiovisuel public) eingezogen. Alle Geräte, die zum Empfang von Fernseh- und Radiosendungen geeignet sind, gelten als gebührenpflichtig. Jeder Haushalt mit mindestens einem solchen Geräte hat eine pauschale Gebühr zu entrichten. Dies gilt nicht, wenn man zu Hause nur einen Computer, ein Smartphone oder ein Tablet nutzt.

Für 2018 beträgt die jährliche Rundfunkgebühr 139 €.

Im September 2018 erwog die französische Regierung neu zu bestimmen, wer zur Zahlung der "contribution à l'audiovisuel public" (Gebühren für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk) verpflichtet sein soll. Der Beitrag ist derzeit nur von denen zu zahlen, die einen Fernseher besitzen. Da der öffentlich-rechtliche Rundfunk heute aber auch über Smartphones, Tablets und Computer zugänglich ist, möchte die Regierung die Gebühr an die neuen Konsumgewohnheiten anpassen. Daher könnte in der Zukunft der einzige Besitz eines dieser Geräte die Zahlung eines solchen Beitrags rechtfertigen. Die Diskussionen zu diesem Thema gehen also weiter.

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