Studentenzimmer in Frankreich

Ein Studium in Frankreich ist immer eine schöne Sache - wenn es doch nur nicht den Stress bei der Wohnungssuche gäbe!

Stand der Informatione: Oktober 2015

Die Lage auf dem Immobilienmarktes in Bezug auf studentenfreundliche Wohnungen ist in Frankreich ziemlich schlecht! Und doch ist sie nicht aussichtslos, insbesondere wenn man aus dem Ausland kommt. Hier sind ein paar Tipps rund um und für einen gelungenen Aufenthalt in Frankreich.

In den "résidences universitaires" hat man sein eigenes Zimmer. Allerdings muss man aufpassen: Es ist nicht immer ein eigenes Bad und/oder Küche vorhanden, sondern oft sind diese mit einem ganzen Stock zu teilen. Je neuer die "résidences", desto besser sind sie meist ausgestattet!

"Foyers" bezeichnen meistens von privaten Stiftungen finanzierte Gebäude, in denen Zimmer angeboten werden (meist ohne Bad und Küche). Sehr oft müssen diese kleinen Zimmer zu zweit geteilt werden (insbesondere in Paris).

Die "cités universitaires" bezeichnen Einrichtungen mit mehreren "résidences" und/oder "foyers". Der Vorteil ist, dass die Stimmung dort meistens für Studenten insbesondere in Erasmusjahren sehr gut ist. Wer hier wohnt, muss eine gewisse Motivation mit sich bringen, um produktiv lernen zu können. Ein großer Vorteil ist dagegen die vielfältige Infrastruktur, insbesondere im Hinblick auf Sport, Kultur usw. Eines der besten Beispiele dafür ist die Cité Universitaire Internationale in Paris.

Generell ist es besser, sich immer vor Ort zu informieren. Manche Einrichtungen sind sehr alt und oft an der Grenze des Zumutbaren in Sache Hygiene und Ausstattung.

Die wichtigsten Internetadressen sind:

Dann gibt es noch die Möglichkeit, einen privaten Vermieter zu finden. Als deutscher Student gibt es da ein erhebliches Problem, und zwar die "caution solidaire" (unbegrenzte Bürgschaft), die Studenten immer und ohne Ausnahme stellen müssen. Die meisten Vermieter lehnen deutsche (und auch generell ausländische) Bürgen ab. Das beste ist, einen Franzosen zu finden (Familie, Freunde), der die Bürgschaft übernimmt.

Wenn Sie also auf Wohnungssuche gehen, sollten Sie am besten bereits alle notwendigen Dokumente als Kopien vorliegen haben (mehrer Passbilder; Identitätsnachweis des Studenten, beider Eltern und eventuell des Bürgen; Einkommensnachweis der Eltern und eventuell des Bürgen; die Europäische Krankenversicherungskarte).

Es gibt auch Möglichkeiten, über Banken eine Kaution zu bekommen ("caution bancaire"). Das ist wohl die bei Vermietern beliebteste Lösung. Allerdings muss man sich da in den einzelnen Banken umfassend erkundigen. Teilweise gibt es dabei Probleme: Der Vermieter verlangt ein französisches Konto, und Banken wollen meistens kein Konto eröffnen ohne französische Adresse, welche man nicht hat, da man ja gerade sucht. Eine Lösung besteht darin, sich von Franzosen eine Bescheinigung schreiben zu lassen, in der sie bestätigen, dass Sie z.Z. bei ihnen leben. Dann lassen die Banken mit sich reden. Grundregel für Studenten: Für eine Kontoeröffnung sollte man immer einen Termin ausmachen, da französische Banken sehr unflexibel sind.

Die Suche nach einer Wohnung über Immobilienmakler vereinfacht die Sache für Ausländer sehr. Allerdings kostet es eine Monatsmiete und oft noch Extrakosten.

Wenn man selbst suchen möchte, sollte man unbedingt vor Ort sein und die Anzeigen in den lokalen Zeitungen oder im Internet durchgehen, z.B. "De Particuliers à Particuliers", die Donnerstags erscheint. Die Erfahrung zeigt, dass die Zeitung und die Wohnungen oft schon nach ein paar Stunden vergriffen sind: Frühaufsteher haben ein Vorteil. Man sollte also sofort mit den Vermietern Kontakt aufnehmen und sich insb. in Paris auf stundenlange Schlangen gefasst machen.

Last but not least, ob Franzose oder nicht, hat jeder Mieter in Frankreich Anspruch auf die Allocation logement (APL). Abhängig von den Einkünften, der Fläche, Lage und Art der Wohnung, der Miete etc. kann ein Student mit einer guten Finanzhilfe rechnen. Informationen auf der Webseite: www.caf.fr/

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