Hausrat- und Gebäudeversicherung in Frankreich

In Frankreich sind beide Versicherungen unter dem Namen „assurance multirisques habitation“ zusammengefasst.

Stand der Informationen : Juli 2018

Meist ist zudem ein ganzes Leistungsbündel in der „assurance multirisques habitation“ enthalten, z.B. können auch Haftpflichtrisiken, Diebstahl, Brand- und Wasserschäden abgesichert sein. Auch eine Rechtsschutzversicherung kann mitenthalten sein.

Eine Verpflichtung zum Abschluss einer „assurance multirisque habitation“ besteht nur, wenn Sie Mieter sind. Abgesehen von dieser Verpflichtung ist es aber ratsam, eine „assurance multirisque habitation“ abzuschließen, ganz egal ob Sie Mieter oder Eigentümer sind. Umso mehr, als die Beiträge im Verhältnis zu den abgedeckten Risiken durchaus moderat sind.

Abgedeckt von der „assurance multirisque habitation“ sind Schäden

  • an der Immobilie selbst

wie auch

  • an den beweglichen Gegenständen des Haushaltes.

Hinsichtlich des Umfangs der Versicherung ist wie folgt zu unterscheiden:

  • Zwingend vorgeschrieben ist eine Versicherung gegen Naturkatastrophen, Stürme und Terroranschläge.
  • Üblicherweise werden aber auch folgende Schäden von einer assurance multirisque habitation gedeckt: Brand-, Explosions-, Wasser- und Frostschäden. Auch im Falle von Diebstahl, Vandalismus, Glasbruch und bei Schäden im Zusammenhang mit der Elektrik des Hauses sind Sie in Regel abgesichert.
  • Je nach Versicherungsanbieter können, wie erwähnt, auch eine Rechtsschutzversicherung sowie Zusatzleistungen für bestimmte Fälle im Preis enthalten sein (z.B. der Transport ins Krankenhaus, die Betreuung von Kindern); teilweise ist hierfür ein Aufpreis zu zahlen.

In jeden Fall empfehlen wir Ihnen, sich ausführlich von Ihrem Versicherungsmakler hinsichtlich des Umfangs der Versicherung beraten zu lassen und die Vertragsunterlagen vor der Unterzeichnung genauestens zu studieren. Auch der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung ist vor dem Erwerb einer Immobilie empfehlenswert.

In vielen Fällen, die nicht von der reinen Gebäude- und Hausratversicherung gedeckt sind, kann es für Sie teuer werden, wenn Sie selbst einen Schaden verursachen, etwa wenn einem Passant einer Ihrer Blumentöpfe auf den Kopf fallen oder Ihr Hund auf den Briefträger losgehen sollte.

Eine Haftpflichtversicherung ist zwar nicht zwingend in einer „assurance multirisque habitation“ enthalten, kann aber je nach Versicherungsgesellschaft durchaus Teil des Versicherungspakets sein. Sie ist auch unbedingt zu empfehlen, denn es kann schnell zu Schäden kommen, die extrem hohe Kosten verursachen.

Wegen des genauen Versicherungsumfangs und der abgesicherten Höhe sollten Sie sich unbedingt von Ihrem Versicherungsmakler näher beraten lassen und sich außerdem die Vertragsunterlagen genauestens anschauen.

Der Versicherte muss den Schaden schriftlich (per Einschreiben mit Rückschein, frz. „lettre recommandée avec accusé de réception“) bei seiner Versicherung melden.

Bitte beachten Sie, dass hierbei auch Fristen zu beachten sind:

So ist der Schaden spätestens innerhalb von 5 Tagen nach Kenntnis des Schadeneintritts zu melden, bzw. innerhalb von 10 Tagen im Falle einer Naturkatastrophe.

Bei Diebstählen darf die Ihnen auferlegte Frist für die Meldung nicht geringer als 2 Tage (nach Kenntnis) sein, sie kann aber natürlich auch länger sein. Wegen der bei Ihrem Vertrag genau zu beachtenden Frist schauen Sie deshalb in Ihren Versicherungsbedingungen nach.

Meistens ist sowohl eine Versicherungshöchstgrenze als auch eine Selbstbeteiligung im Versicherungsvertrag vorgesehen. Ist die Versicherungshöchstgrenze erreicht, muss der Versicherte selbst für die restlichen Schäden aufkommen.

Im Übrigen kann die Erstattung eines Schadens an bestimmte Bedingungen geknüpft sein. So kann z. B. verlangt werden, das, wenn Sie die Diebstahlversicherung in Anspruch nehmen wollen, am Haus eine Alarm- oder Überwachungsanlage installiert sein muss.

Grundsätzlich müssen Sie dem Versicherer eine ungefähre Schadensschätzung zukommen lassen – soweit möglich natürlich unter Beifügung aller Ihnen zur Verfügung stehender Belege (z.B. Rechnungen, Reparatur- oder Wartungsbelege, Fotos).

In den meisten Verträgen ist hierfür eine Frist von 2 Wochen oder einem Monat vorgesehen. Bei geringeren Schäden dürften eine solche Schätzung und das Vorlegen der Belege grundsätzlich auch ausreichen. Insbesondere in Fällen, in denen der Schaden höher liegt, kann jedoch zusätzlich die Begutachtung durch einen oder mehrere Sachverständige verlangt werden.

Immobilien

Sofern Sie sich dazu verpflichten, Ihre Immobilie binnen zwei Jahren nach Eintritt des Schadens wieder aufzubauen, bzw. den Zustand vor Eintritt des Schadens wiederherzustellen, werden Ihnen die Kosten hierfür ersetzt. Die Berechnung erfolgt unter Zugrundelegung der am Tag des Schadenseintritts geltenden Tarife.

Wenn Sie Ihre Immobile hingegen nicht wieder aufbauen oder den Zustand vor Schadenseintritts nicht herstellen, wird Ihnen nur die „valeur réelle de l’immeuble“, also der der tatsächliche Wert des Gebäudes ersetzt. D.h. von den fiktiven Wiederaufbaukosten wird ein der Abnutzung der Immobile entsprechender Betrag abgezogen.

Gegenstände

Auch für Gegenstände wird ein der Abnutzung entsprechender Betrag vom Neuwert abgezogen. Dabei spielen Faktoren wie Alter und Zustand der Sache eine entscheidende Rolle.

Manche Verträge sehen für gebräuchliche Gegenstände eine allgemeine Formel zu Ermittlung der Abnutzung vor.

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