Elementarschadenversicherung in Frankreich

Befindet sich Ihre Immobilie in Frankreich in einer Gegend, in der es zu Naturkatastrophen kommen kann?

Stand der Informationen : Juli 2018

Dann haben Sie vielleicht schon von der „Assurance Catastrophes Naturelles“ gehört. Nachstehend finden Sie nützliche Informationen über diese Versicherung, den angebotenen Schutz und die entsprechenden Konditionen.

Diese Versicherung deckt Schäden ab, die an Ihrer Immobilie durch eine Naturkatastrophe entstehen können, wie z. B. Lawinen, Erdbeben, Überschwemmungen oder extreme Dürre mit Bränden. Die französische Gesetzgebung definiert die Folgen von Naturkatastrophen als „nicht direkt versicherbare Sachschäden, die durch unverhältnismäßig starke Naturgewalt verursacht wurden und deren Eintritt durch normale Sicherungsmaßnahmen nicht verhindert hätten werden können bzw. diese nicht getroffen werden konnten“. (Artikel L 125-1 Absatz 3 des französischen Versicherungsgesetzbuchs).

Dies betrifft hauptsächlich Gebäudeschäden oder Schäden an beweglichen Gütern, einschließlich Fahrzeugen. Damit diese Versicherung Leistungen auszahlt, bedarf es einer offiziellen Notstandserklärung der Regierung für das jeweilige Département oder die Gemeinde.

Hierfür wird im Amtsblatt ein sogenannter Ministerialerlass (Dekret) veröffentlicht. Ein Beispiel: Am 18. November 2011 wurde ein interministerielles Dekret zu den Überschwemmungen im November 2011 in Südfrankreich veröffentlicht.

Falls Ihre Immobilien und beweglichen Güter bereits gegen Feuer, Wasserschaden oder Diebstahl versichert sind, können sie zusätzlich gegen Naturkatastrophen versichert werden. Normalerweise stellen Versicherungen für die Versicherung gegen Naturkatastrophen keine besonderen Bedingungen, richten sich aber nach den Klauseln des Hauptversicherungsvertrags und decken somit z. B. das Gebäude und dessen Inhalt, Zäune, Wände usw. ab.

1995 wurde in Frankreich ein Plan zur Risikoprävention eingeführt. Seit diesem Zeitpunkt ist jede französische Gemeinde verpflichtet, einen Plan zu erstellen, in welchem die verschiedenen Risikozonen im Gemeindegebiet ausgewiesen werden. Es gibt drei Kategorien:

  • Rote Zone: Hohes Risiko - Neubauten oder Gebäudeerweiterungen sind untersagt.
  • Blaue Zone: Baugenehmigungen sind an bestimmte Bedingungen geknüpft.
  • Weiße Zone: Baugenehmigungen unterliegen den Städtebauregelungen.

Sie können bei Ihrer Gemeinde oder der zuständigen Präfektur nachfragen, in welcher dieser Zonen sich Ihre Immobilie befindet. Wenn Sie also planen ein Haus zu bauen, wird die zuständige Behörde Ihren Antrag ablehnen, wenn sich das Grundstück in einer roten Zone befindet.

Wenn Sie planen eine Immobilie zu erwerben, muss Sie der Voreigentümer mit einem Risikobericht über das Risiko von Chemie- und Naturkatastrophen informieren.

Sobald der Ministerialerlass über die Naturkatastrophe im Amtsblatt veröffentlicht wurde, kontaktieren sie bitte so schnell wie möglich die zuständige Gemeinde, insbesondere, wenn es sich um Ihren Zweitwohnsitz handelt.

Sie haben nur 10 Tage um den Schaden zu melden.

Senden Sie die Schadensanzeige per Einschreiben mit Rückschein an die Versicherung.

Nach Festsetzung des Schadens wird Ihnen der Versicherungsgeber eine Entschädigung anbieten, die innerhalb von drei Monaten nach Schadensanzeige durch den Versicherungsnehmer bzw. nach Veröffentlichung des Dekrets ausbezahlt werden sollte.

Zudem verpflichtet die französische Gesetzgebung die Versicherungsgeber dazu, bereits innerhalb der ersten zwei Monte nach der Schadensanzeige bzw. nach Veröffentlichung des Dekrets eine Teilentschädigung (Anzahlung) zu zahlen (Artikel 125-2 des französischen Versicherungsgesetzbuchs). Die Entschädigung wird nach den gleichen Modalitäten ausbezahlt wie sie in der Hauptversicherung festgelegt sind.

Falls Ihr Versicherungsgeber Ihre Schadensanzeige ablehnt oder Sie nicht mit der angebotenen Entschädigung einverstanden sind, können Sie sich an das Bureau Central de Tarification (BCT) - 1, rue Jules Lefebvre, 75009 Paris - Tel. : +33 (0)1 53 21 50 40 - Fax : +33 (0)1 53 21 50 47. bct@agira.asso.fr wenden.

Falls keine einvernehmliche Lösung gefunden werden kann, nehmen Sie bitte mit dem Kundenservice der Versicherung Kontakt auf.

Falls auch auf diesen Wegen keine Lösung gefunden werden konnte, können Sie sich an den für Ihren Versicherungsgeber zuständigen Schlichter oder an den französischen Versicherungsombudsmann der „Fédération Française des Sociétés d’assurance“ wenden, wenn Ihre Versicherung Mitglied dieses Verbandes ist:

  • Le Médiateur de la FFSA
    BP 290
    75425 PARIS CEDEX 09
    Fax : 01 45 23 27 15
    le.mediateur@mediation-assurance.org

Unwetterschäden in Deutschland

Brauchen wir auch hierzulande eine Versicherungspflicht gegen Elementarschäden?

 

Ein Bericht des Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz (pdf)

 

Stand der Informationen: Oktober 2016

 

 

  • Artikel schließen