Studentenwohnung in Frankreich finden

Eine neue Sprache und Kultur, Gründe für ein Auslandsstudium in Frankreich, z.B. im Rahmen eines Erasmus-Auslandssemesters, gibt es genug. Wenn es doch nur nicht den Stress bei der Wohnungssuche gäbe!

Abhängig von der Stadt, kann es für Studenten nicht immer einfach sein, eine passende Unterkunft für den Aufenthalt in Frankreich zu finden!

Um die Suche einfacher zu gestalten, gibt es hier erste Tipps für die Wohnungssuche im Nachbarland. Weitere Informationen und Ratschläge zu verschiedenen Themen rund um den Frankreichaufenthalt finden Sie in unserem Ratgeber „Studieren und leben in Frankreich“.

Staatliche Studentenwohnheime

In den "résidences universitaires" hat man sein eigenes Zimmer. Allerdings muss man aufpassen: Es ist nicht immer ein eigenes Bad und/oder Küche vorhanden, sondern oft müssen diese mit weiteren Studenten geteilt werden. Je neuer die "résidences", desto besser sind sie meist ausgestattet!

"Foyers" bezeichnen meistens von privaten Stiftungen finanzierte Gebäude, in denen Zimmer angeboten werden (meist ohne Bad und Küche). Sehr oft müssen diese kleinen Zimmer zu zweit geteilt werden (insbesondere in Paris).

Die "cités universitaires" bezeichnen Einrichtungen mit mehreren "résidences" und/oder "foyers". Der Vorteil ist, dass die Stimmung dort meistens insbesondere für Erasmus-Studenten sehr gut ist. Wer hier wohnt, muss eine gewisse Motivation mit sich bringen, um produktiv lernen zu können. Ein großer Vorteil ist dagegen die vielfältige Infrastruktur, insbesondere im Hinblick auf Sport, Kultur usw. Eines der besten Beispiele dafür ist die Cité Universitaire Internationale in Paris.

Hilfreiche Internetadressen:

Mietwohnungen

Dann gibt es noch die Möglichkeit, einen privaten Vermieter zu finden. Als deutscher Student gibt es da ein erhebliches Problem, und zwar die "caution" (Bürgschaft), die Studenten oftmals stellen müssen. Viele Vermieter lehnen deutsche (und auch generell ausländische) Bürgen ab.

Wenn Sie also auf Wohnungssuche gehen, sollten Sie am besten bereits alle notwendigen Dokumente als Kopien vorliegen haben (Identitätsnachweis des Studenten und des Bürgen; Einkommensnachweis des Bürgen).

Falls Sie keinen persönlichen Bürgen haben, stehen Ihnen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Eine Bankbürgschaft: Einige Banken bieten sog. Bankbürgschaften an. Dabei hinterlegt der Mieter zunächst auf einem Konto eine im Mietvertrag festgelegte Summe. Im Gegenzug erklärt sich die Bank bereit, für die Verbindlichkeiten des Mieters aus dem Mietverhältnis einzustehen.
  • Eine staatliche Bürgschaft: jüngeren Wohnungssuchenden steht insbesondere die sogenannte Garantie Visale (www.visale.fr) zur Verfügung. Der sogenannte „Fonds de Solidarité pour le logement“ wendet sich generell an Personen, die Schwierigkeiten haben, die notwendigen finanziellen Mittel zum Unterhalt einer Wohnung aufzubringen. 

 

Ein weiteres Problem bei der Wohnungssuche betrifft das Konto. Vermieter verlangen oftmals ein französisches Konto. Um ein Konto in Frankreich zu eröffnen, fordern Banken jedoch häufig eine französische Adresse, welche man nicht hat, da man ja gerade sucht. Eine Lösung besteht darin, sich von Franzosen eine Bescheinigung schreiben zu lassen, in der sie bestätigen, dass Sie zurzeit bei ihnen leben. Dann lassen die Banken mit sich reden. Grundregel für Studenten: Für eine Kontoeröffnung sollte man immer einen Termin ausmachen, da französische Banken sehr unflexibel sind.

Die Suche nach einer Wohnung über Immobilienmakler vereinfacht die Sache für Ausländer sehr. Allerdings kommen hier weitere Kosten auf den Mieter zu, wie z.B. die Maklergebühr.

Wenn man selbst suchen möchte, sollte man unbedingt vor Ort sein und die Anzeigen im Internet durchgehen, z.B. "leboncoin", "De Particuliers à Particuliers" oder „lokaviz“. Die Erfahrung zeigt, dass die Wohnungen oftmals schon nach ein paar Stunden nicht mehr auf dem Markt sind: Frühaufsteher haben einen Vorteil. Man sollte also sofort mit den Vermietern Kontakt aufnehmen und sich insbesondere in Paris darauf einstellen, nicht gleich beim ersten Besuch eine Zusage zu bekommen. Grundsätzlich gilt: Vorsicht bei der Wohnungssuche im Internet, da Betrüger die Wohnungsnot und Unerfahrenheit von ausländischen Studenten ausnutzen. Weitere Informationen hierzu gibt es in unserem Artikel „Betrügerische Wohnungsanzeigen erkennen und sich schützen“.

Last but not least, unabhängig von der Nationalität haben Mieter in Frankreich die Möglichkeit, Wohnbeihilfen zu beantragen, die Aide personnalisée au logement (APL). Abhängig von den Einkünften, der Fläche, Lage und Art der Wohnung, der Miete etc. kann ein Student mit einer guten Finanzhilfe rechnen. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.caf.fr/