Ferienwohnungen

Eine weitere, für viele interessante Unterkunftsmöglichkeit ist der Aufenthalt in einem Ferienhaus.

Stand der Informationen: Dezember 2011

Eine Reihe von Anbietern in Frankreich bietet solche Unterkünfte an, die üblicherweise in den ländlicheren Gegenden der Provinz liegen und somit eine gute Alternative für einen Urlaub auf dem Land darstellen, wenn man sich dort für eine Weile heimisch machen und für eine Weile „einnisten“ möchte. Viele dieser Ferienhäuser sind ehemalige, umgebaute Bauernhöfe oder Weingüter.

Wie auch bei Hotelübernachtungen kann eine Kur-Taxe verlangt werden (0,20 – 1,50 € pro Person pro Übernachtung).

Bevor Sie einen Vertrag schließen, muss Ihnen vom Eigentümer bzw. dem zuständigen Makler ein

Dokument ausgehändigt werden, das folgendes enthält:

  • Genaue Angaben über die Lage des Gebäudes, etwa in einer Stadt
  • Anzahl der verfügbaren Zimmer
  • Ausstattung
  • Im Mietpreis enthaltene Leistungen
  • Bilder

Für den Vertrag über Ihre Ferienwohnung empfiehlt sich die Schriftform, auch wenn dies bei Verträgen zwischen Privatpersonen nicht zwingend ist. Er sollte folgende Informationen enthalten:

Deutsch Französisch
Zustand der Zimmer état des chambres
Mietpreis und Nebenkosten prix de la location et charges
Mietdauer durée de la location
Bestätigung der eventuell schon getätigten Anzahlung attestation du versement de l’acompte ou des arrhes
Kaution dépôt de garantie / caution

 

Auch sollte aus dem Vertrag eindeutig hervorgehen, wer Ihr Vertragspartner ist. Ankunfts- wie Abreisedaten und -zeiten sollten genau bestimmt sein.

Bitte beachten Sie auch hier den Unterschied zwischen „arrhes“ und „acompte“ (siehe unten). 

Die Höhe einer möglichen Anzahlung und das Datum an welchem diese gezahlt werden muss, kann frei zwischen Mieter und Vermieter ausgehandelt werden.

Sie sollten genau überprüfen, ob in Ihrem französischen Vertrag von “arrhes” oder “acompte” gesprochen wird, da die Rückerstattung der Anzahlung im Falle eines Rücktritts vom Vertrag unterschiedlich geregelt ist.

1. “Arrhes”

Wird in dem Vertrag eine Vorauszahlung unter der Bezeichnung “arrhes” vereinbart, steht es jeder Partei frei, von dem Vertrag zurückzutreten. Tritt der Mieter vom Vertrag zurück, kann der Vermieter die vom Mieter geleisteten “arrhes” behalten. Tritt dagegen der Vermieter vom Vertrag zurück, muss er dem Mieter die doppelte Summe zurückzahlen.

2. “Acompte”

Mit der Leistung eines “acompte” wird ein verbindlicher Vertrag zwischen Mieter und Vermieter geschlossen. Im Falle des Rücktritts ist die Anzahlung des Mieters komplett verloren; er kann sogar dazu verpflichtet werden, dem Vermieter auch noch den Rest bis zur vollen Miethöhe zahlen zu müssen. Sollten Sie aufgrund besonderer Umstände („höhere Gewalt“) gekündigt haben, könnte Sie lediglich eine Gerichtsentscheidung von der Zahlung der gesamten Miete entbinden.

Kurz gesagt: Prüfen Sie immer genau, ob in Ihrem Vertrag von “arrhes” oder “acompte” die Rede ist. Wurde nichts Spezielles vereinbart, handelt es sich um “arrhes”.

Wenn Sie in der Ferienwohnung angekommen sind, empfiehlt es sich, diese umgehend gemeinsam mit dem Vermieter oder dem Verwalter zu begehen und eventuelle Mängel sofort schriftlich festzuhalten (Übergabeprotokoll, „état des lieux“). Achten Sie darauf, alle Mängel genau anzugeben.

Da eine Ferienwohnung fast immer möbliert ist, sollte auch das Inventar genau aufgeführt werden. In Zweifelsfällen kann es angebracht sein, Fotos zu machen, um den Zustand zu dokumentieren.

Vorsicht: Wird kein Übergabeprotokoll erstellt, wird vermutet, dass Sie die Wohnung in gutem Zustand übernommen haben (umgekehrt wiederum wird bei einem nicht protokollierten Auszug vermutet, dass Sie die Wohnung ordnungsgemäß verlassen haben).

Durch das Übergabeprotokoll können Sie also vermeiden, dass Sie am Ende des Urlaubs für Schäden verantwortlich gemacht werden, die Sie gar nicht verursacht haben. Sollte es während der Mietzeit zu Problemen kommen, empfiehlt es sich, diese umgehend dem Vermieter oder Makler zu melden.

Sollten Sie einen Schaden verursacht haben, kann Ihre Kaution noch solange vollständig vom Vermieter einbehalten werden, bis eine genaue Abrechnung möglich ist. Sie können dann von dem Vermieter entsprechende Nachweise verlangen (Kostenvoranschläge, Rechnungen, Gutachten etc.). Zur Erstellung dieser Abrechnung wird von der Rechtsprechung eine Zeitspanne von bis zu 2 Monaten nach dem Auszug für angemessen erachtet.

Es wird pauschal unterstellt, die Wohnung sei in gutem Zustand übergeben worden, ohne dass tatsächlich ein Übergabeprotokoll von den Vertragsparteien erstellt wird.

Es wird bestimmt, dass eine Rückzahlung der Anzahlung erst 60 Tage nach der Abreise erfolgen wird – auch dann, wenn kein Schaden geltend gemacht wird.

Es wird für den Mieter eine 3-Tages-Frist zur Geltendmachung von Mängeln vereinbart. Ein Übergabeprotokoll durch beide Vertragsparteien wird per se ausgeschlossen.

Diese und ähnliche Klauseln sind unwirksam.

In Frankreich obliegt es dem Mieter einer Ferienwohnung, eine sog. „assurance habitation“ abzuschließen. Diese kann weitaus mehr umfassen als eine übliche Haftpflichtversicherung. Haben Sie eine solche „assurance habitation“ nicht abgeschlossen, können Sie als Mieter haftbar gemacht werden. Am besten Sie erkundigen sich bei Ihrer Versicherung, inwieweit Sie bereits abgesichert sind. Manche Ferienhausmakler bieten Ihnen auch selbst den Abschluss der erforderlichen Versicherung an.

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