In Frankreich Zug fahren

Die SNCF ist die staatliche französische Eisenbahngesellschaft und betreibt nahezu den gesamten Schienenverkehr Frankreichs. In diesem Artikel erfahren Sie unter anderem, wie und wo Sie in Frankreich Zugtickets erwerben, wie Sie eine Buchung ändern können und was Sie bei Zugverspätung oder -ausfall tun können.

Stand der Informationen: Juli 2019

Zugtickets im Tabakladen kaufen

Ab Ende Juli 2019 soll es in Frankreich möglich sein, Fahrkarten für TER-Regionalzüge und TGV-Schnellzüge in Tabakläden zu kaufen. Zunächst soll der Service in den Regionen Bourgogne-Franche-Comté, Grand Est, Normandie, Pays de la Loire, und Provence-Alpes-Côte d’Azur angeboten werden.

Die Tickets sollen direkt im Tabakladen ausgedruckt werden. Am Bahnhof müssen Passagiere den Strichcode dann von einem Mitarbeiter oder selbst an der Absperrung vor dem Bahnsteig scannen lassen.

In den Tabakläden soll man Tickets lediglich kaufen können. Der Umtausch oder die Rückerstattung von Ticketpreisen seien jedoch nicht möglich. Reisende müssen sich in solchen Fällen an eine SNCF-Verkaufsstelle wenden oder ihre Buchung online ändern.

Sie können für sämtliche Züge (abgesehen von Regionalzügen) Plätze reservieren, ohne eine Reservierungsgebühr zahlen zu müssen. Es ist empfehlenswert, frühzeitig zu reservieren, wenn die Zugfahrt zur Hauptverkehrszeit oder an bestimmten Tagen (Feiertage, Ferien, usw.) stattfinden soll. Für einige Züge (TGV, Corail-Téoz und den Corail-Nachtzug) ist eine Sitzplatzreservierung vorgeschrieben, die entweder online oder am Ticketschalter im Bahnhof vorgenommen werden kann.

Vor Fahrtantritt muss der Fahrschein entwertet werden, er ist dann für 24 Stunden für die auf dem Ticket ausgewiesene Reise gültig. Wenn Sie aus bestimmten Gründen keinen Fahrschein kaufen konnten, müssen Sie sich im Zug umgehend an einen Schaffner wenden, um so schnell wie möglich einen Fahrschein bei ihm zu kaufen. Sollten Sie dennoch eine Geldbuße bezahlen müssen, wird diese in einem solchen Fall gemindert werden. Fahrscheinkontrollen in französischen Zügen finden grundsätzlich sehr häufig statt und oftmals werden Bußgelder ausgestellt.

Ein von Ihnen online erworbenes und ausgedrucktes Ticket muss nicht entwertet werden, aber Sie sind verpflichtet, Ihren Personalausweis oder Reisepass, ggf. auch die Kreditkarte, mit der das Ticket bei der SNCF erworben wurde, und ggf. einen Beweis, dass sie Anspruch auf ein vergünstigtes Ticket haben, mit sich zu führen. In jedem Fall müssen Sie in der Lage sein, diese Nachweise erbringen zu können, andernfalls kann der Fahrkartenkontrolleur Sie zur Zahlung des vollen Preises auffordern oder auch ein Bußgeld ausstellen.

Beachten Sie: Für eine Reise mit dem TGV sollten Sie frühzeitig am Bahnhof eintreffen.

Umtausch von Zugtickets in Frankreich

Fahrscheine können am Bahnhof, an SNCF-Schaltern oder an betimmten Ticketautomaten umgetauscht werden. Es wird zwischen vorab reservierten und nicht reservierten Tickets unterschieden. Auch online auf der Internetseite der SNCF können Buchungen bearbeitet werden.

Rückerstattung von Zugfahrkarten in Frankreich

Sie können sich am Bahnschalter oder in SNCF-Verkaufsbüros vor Abfahrt Ihres Zuges den von Ihnen gezahlten Ticketpreis rückerstatten lassen.

Um die Kosten für das Ticket erstattet zu bekommen, darf der Fahrschein nicht entwertet worden sein.

Bei bestimmten Tickets der SNCF erhalten Sie bei Stornierung  keine Kostenrückerstattung.  Die SNCF muss Sie aber vor Abschluss der Buchung darauf hinweisen. Lesen Sie sich daher vor Abschluss der Buchung die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Ticketbedingungen genau durch.

Eventuell erhalten Sie bei einer grenzüberschreitenden Reise mehrere Tickets, zum Beispiel wenn Sie von Frankreich nach Deutschland reisen. Wenn Sie diese in der Folge stornieren wollen, bereitet nicht selten die Absprache zwischen den verschiedenen Bahnunternehmen Probleme. Wenn dies der Fall ist, wenden Sie sich bitte an uns über unser Beschwerdeformular.

Gepäck beim Zugfahren in Frankreich

Reisende müssen in französischen Fernreisezügen (zum Beispiel TGV) sämtliches Gepäck (mit Ausnahme des Handgepäcks) mit einem Namensetikett versehen. Etiketten sind an größeren Bahnhöfen zum Beispiel an Infoschaltern erhältlich. Diese Maßnahme ist nach Angaben der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF notwendig, um die Sicherheit an Bord der Züge zu gewährleisten.

Wenn Ihr Gepäck verloren geht, reichen Sie eine Beschwerde beim Fundbüro am Zielbahnhof ein. Zur Rückgabe des Gepäcks wird von Ihnen eine Gebühr in Höhe von 9 Euro verlangt.

Verspäteter Postversand von Zugtickets

Sie haben beim Kauf von Zugtickets über die SNCF den Postversand gewählt? Wenn diese nicht rechtzeitig vor Reiseantritt zugeschickt werden, oder aus technischen Gründen kein Online-Ticket verfügbar ist, empfiehlt die SNCF kurz vor Reisebeginn erneut Tickets zu kaufen. Nach Ende der Reise sollten Sie sich dann an den Kundenservice der SNCF wenden. Auf der Homepage der SNCF finden Sie unter der Kategorie "Hilfe" den Hinweis auf Kostenerstattung.

Information der SNCF: Welche Modalitäten gelten für den Postversand?

Tipp: Fertigen Sie Kopien von den neuen Tickets an, bevor Sie diese an die SNCF schicken.

Zugverspätung oder Zugausfall in Frankreich

Zugfahrgäste haben einen Entschädigungsanspruch bei Zugverspätungen, Zugausfällen und verpassten Anschlusszügen. Wenn Sie trotz einer Verspätung weiterreisen wollen und die Verspätung mindestens 120 Minuten beträgt, können Sie 50 % des Kaufpreises zurückverlangen. Ist die Weiterreise durch die Verzögerung sinnlos geworden oder wurde die Reise aufgrund der Verspätung gar nicht erst angetreten, so können Sie den Ersatz des vollen Kaufpreises verlangen. Dies ist aber nur möglich, wenn die Verspätung am Zielort mehr als 60 Minuten beträgt.

Achtung: bei der Berechnung der Verspätung werden Verzögerungen die außerhalb der EU eingetreten sind, nicht berücksichtigt. Bei der SNCF gilt dies aber nur für Fernverkehrszüge.

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Verstärkte Kontrollen bei Zugfahrten

Seit 2016 gibt es an französischen Bahnhöfen und in Zügen erhöhte Sicherheitsmaßnahmen, , die terroristischen Akten vorbeugen sollen. Auch grenzüberschreitende Zugfahrten sind davon betroffen. Zugpassagiere können betroffen sein von

  • Leibesvisitationen und verstärkten Gepäckkontrollen

Die Sicherheitskräfte können Passagiere aus Sicherheitsgründen abtasten und Gepäckstücke untersuchen. Sie benötigen dafür das Einverständnis der Passagiere. Sollten sich diese weigern, kann ihnen der Zugang zum Zug verwehrt werden.

  • Eine Rufnummer für „wachsame Bürger“

Die grüne Nummer 3117 kann gewählt werden, wenn in Zügen oder Bahnhöfen etwas Auffälliges beobachtet wird.

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