Umtauschen und Reklamieren in Frankreich

Sie kaufen zum Beispiel eine Tasche in Frankreich und bemerken erst zu Hause, dass der Reißverschluss kaputt is: Sie können den Artikel reklamieren. Aufgrund rechtlicher Vorschriften, die in allen EU-Mitgliedstaaten umgesetzt wurden, genießen Sie als Verbraucher*in beim Einkauf in Frankreich mindestens die gleichen Rechte wie in Deutschland. Teilweise stehen Ihnen sogar weitergehende Rechte zu.

Stand der Informationen: August 2017

Ihre Rechte beim Reklamieren in Frankreich

Wenn die gekaufte Ware fehlerhaft ist, können Sie die Reparatur oder den Austausch verlangen. Das gilt beispielsweise dann, wenn die Ware nicht funktioniert, beschädigt oder unvollständig ist, eine zugesicherte Eigenschaft fehlt oder wenn Sie das falsche Produkt erhalten haben.

Ist weder die Reparatur noch der Austausch der Ware möglich, können Sie die Erstattung des Kaufpreises gegen Rückgabe der Ware verlangen oder eine Preisminderung fordern. Sollten Ihnen im Zusammenhang mit dem Kauf eines mangelhaften Produkts weitere Schäden entstanden sein, können Sie möglicherweise Schadensersatz verlangen.

Darüber hinaus kann es sein, dass Ihnen der Verkäufer weitergehende Rechte einräumt: zum Beispiel Garantien, Rückgaberechte, Zufriedenheits- oder Geld-zurück-Versprechen. Dies ist leicht festzustellen anhand einer Garantieurkunde oder den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (conditions générales de vente, CGV). Auch Werbeversprechen, die bestimmte Rechte vorsehen, müssen eingehalten werden.

Gut zu wissen

Die gesetzlichen Gewährleistungsrechte stehen Ihnen nur zu, wenn der Fehler bereits bei der Übergabe des Produkts vorhanden war. Das wird in Frankreich innerhalb der ersten zwei Jahre nach dem Kauf vermutet. Der Verkäufer muss dann das Gegenteil beweisen, also dass Sie die Ware fehlerfrei erhalten haben. Bei gebrauchter oder vor dem 18. März 2016 gekaufter Ware geht die Beweislast schon nach sechs Monaten auf Sie über. Ihre Rechte verjähren in der Regel innerhalb von zwei Jahren ab der Übergabe.

Was gilt in Frankreich bei reduzierter Ware?

Grundsätzlich stehen Ihnen die genannten Ansprüche auch bei reduzierter Ware zu. Aber: Bei Artikeln “zweiter Wahl” (die mit Fehlern verkauft werden) können Sie nur Mängel reklamieren, die Ihnen beim Kauf nicht bekannt waren.

Wie machen Sie in Frankreich Ihre Rechte geltend?

Wenden Sie sich am schriftlich (per Brief, E-Mail oder FAX) an den Verkäufer. So können Sie Ihre Reklamation besser nachweisen. Geben Sie das Kaufdatum an und fügen Sie eine Kopie des Zahlungsbelegs bei.

Reagiert der Verkäufer nicht oder weigert er sich, tätig zu werden, wenden Sie sich an die Juristen des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz e.V., die Ihnen kostemlos helfen, Ihre Rechte wahrzunehmen.

Habe ich in Frankreich ein Umtauschrecht?

Wenn Ihnen die im Geschäft gekaufte Ware zu Hause nicht mehr gefällt, haben Sie in Frankreich - ebenso wie in Deutschland - kein generelles Recht auf Umtausch (das gilt nicht für Verträge, die außerhalb der Geschäftsräume geschlossen wurden).

Ein Recht auf Umtausch greift nur dann, wenn dies vertraglich vereinbart wurde, wie es z.B. bei Kleidung üblich ist. Der Verkäufer kann in diesem Fall aber die Bedingungen für den Umtausch festlegen, etwa den Umtausch nur gegen Kassenzettel oder die Verpflichtung, das Produkt in der Originalverpackung zurückzugeben.

Bei reduzierter Ware ist ein Umtausch oft ganz ausgeschlossen.

Über Ihre Rechte beim Einkaufen in Europa allgemein informiert das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland.

Lesen Sie in unserer Pressemitteilung, wie Sie Ihre Weihnachtseinkäufe in Frankreich richtig reklamieren und umtauschen.

  • Artikel schließen