Schlussverkauf in Frankreich

In Frankreich gibt es ihn noch offiziell: den Schlussverkauf (Französisch soldes). Zweimal im Jahr findet die gesetzlich geregelte, mehrwöchige Schnäppchenjagd statt. Wir geben Tipps für das Shoppen im Nachbarland.

Stand der Informationen: Dezember 2017

Während des französischen Schlussverkaufs dürfen Händler Ware für weniger als den Einkaufspreis verkaufen. Der Winterschlussverkauf beginnt meist im Januar, der Sommerschlussverkauf im Juni. Jedes Jahr wird ein Datum für ganz Frankreich festgelegt, ein paar Départements weichen davon ab. Einen Überblick verschafft die Internetseite der Generaldirektion für Verbraucherschutz (DGCCRF) (Link auf Französisch) beim französischen Wirtschaftsministerium in Paris.

Außerhalb des offiziellen Sommer- und Winterschlussverkaufs dürfen Ladenbesitzer weitere Räumungsverkäufe veranstalten, jedoch nicht unter dem Begriff soldes. Außerdem dürfen sie dann nicht unter dem Einkaufspreis weiterverkaufen.

Schlussverkauf 2018

Der nächste Sommerschlussverkauf findet von 27. Juni 2018 bis 7. August 2018 statt.

Genau wie bei regulären Produkten haben Sie als Kunde auch bei reduzierten Artikeln einen Anspruch auf Gewährleistung. Sie kaufen während des Schlussverkaufs in Frankreich z. B. ein Gerät und bemerken erst zu Hause, dass es kaputt ist, ein Teil fehlt oder sie das falsche bekommen haben. Dann haben Sie die Wahl und können die Reparatur oder den Austausch fordern. Mehr zur Reklamation in Frankreich erfahren Sie hier.

Eine Ausnahme ist zu beachten: War der Mangel schon beim Kauf der Ware äußerlich erkennbar, z.B. ein Kratzer auf dem Handydisplay, können Sie keinen Umtausch oder Erstattung des Preises fordern.

Reklamieren können Sie also dann, wenn Ihr Artikel einen Mangel hat. Doch was ist, wenn das Produkt Ihnen nicht mehr gefällt und Sie es deshalb umtauschen möchten? Geschäfte sind dann nicht verpflichtet, Ihre Ware zurückzunehmen. Einige Bekleidungsläden nehmen Artikel üblicherweise aus Kulanz zurück, gegen Vorlage des Kassenbons. Achtung, gerade während der soldes nehmen einige von diesem Service wieder Abstand und schließen die Schlussverkaufsware vom Umtausch aus. Das ist zu erkennen an einem Zusatz wie etwa ni repris ni échangé, der im Laden ausgehängt wird oder auf dem Kassenzettel steht.

Wir empfehlen, Ware vor dem Kauf auf Fehler zu prüfen und den Kassenbon aufzubewahren.

Das Preisschild muss den altern und den neuen Preis angeben. Der alte ist der niedrigste, den die Ware in den 30 Tagen vor Beginn des Schlussverkaufs hatte. Dieser Preis muss auf dem Etikett durchgestrichen sein. Außerdem muss die Differenz der beiden Preise, also die Ermäßigung, erkennbar sein.

Damit Schlussverkaufsware deutlich von der nicht-reduzierten Ware zu unterscheiden ist, muss die preisreduzierte Ware entweder den Hinweis soldes tragen oder es muss etwa am Regal darauf hingewiesen werden, dass auf alle Artikel zum Beispiel 10 % Nachlass gewährt wird.

  • Bewahren Sie Ihre Kassenzettel auf. Sie dienen als Beleg, falls Sie defekte Ware reklamieren möchten
  • Sie haben kein generelles Recht auf Umtausch. Viele französische Händler bieten das, genau wie deutsche, aus Kulanz an. Gerade Schlussverkaufsware kann von diesem Service ausgenommen werden. Informieren Sie sich vor dem Kauf, ob Sie Artikel umtauschen dürfen
  • Beim Onlineshopping dagegen haben Sie ein 14-tägiges Widerrufsrecht, falls Sie Ihre Meinung ändern und das Produkt doch nicht haben möchten
  • Bei Zweifel am tatsächlichen Preisnachlass: Fragen Sie bei einem Verkäufer nach
  • Achten Sie auf das Preis-Leistungs-Verhältnis
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