Pass sanitaire - digitaler Impfnachweis und Rückrufliste für Frankreich

In Frankreich wird der "pass sanitaire" immer wichtiger. Doch was genau ist das eigentlich und werden auch die deutschen Zertifikate oder Corona-Apps in Frankreich anerkannt?

Alles was Sie wissen sollten, wenn Sie nach Frankreich reisen und dort Restaurants, Bars oder Veranstaltungen besuchen. 

Das europäische COVID-Zertifikat

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben sich auf ein „digitales COVID-Zertifikat“ geeinigt, welches in der Landessprache und auf Englisch den Nachweis erbringt, dass man entweder vollständig geimpft wurde, ein negatives Testergebnis hat oder von einer Corona-Erkrankung genesen ist.

Wenn Sie z. B. vollständig geimpft wurden, erhalten Sie ein Dokument mit einem QR-Code. Dieser QR-Code kann sowohl in Frankreich als auch in allen anderen EU-Mitgliedstaaten ausgelesen werden. Ihre deutschen Nachweise werden also problemlos in Frankreich anerkannt

In Frankreich wurde das COVID-Zertifikat in Form des "pass sanitaire" (Gesundheitspass) umgesetzt. Überall dort, wo der "pass sanitaire" verpflichtend ist, müssen Personen also einen Impf-, Test-, oder Genesenennachweis vorzeigen.

Dies kann mit einer deutschen App (Corona-Warn-AppCovPass-App, Luca-App) oder mit der französischen Corona-Warn-App geschehen bzw. mit einem ausgedruckten Impfnachweis (mit QR-Code). 

Doch Vorsicht: der deutsche gelbe Impfnachweis ist in Frankreich unbekannt! Entsprechend kann es hier zu Problemen bei der Anerkennung kommen. 

Digitaler Nachweis mit TousAntiCovid

Die App "TousAntiCovid" wurde weiterentwickelt und dient auch als digitales COVID-Zertifikat, wie es in Deutschland mit der Corona-Warn-App möglich ist.

Geimpfte, Genesene und negativ getestete Personen können so über einen digitalen Nachweis verfügen und sind nicht länger auf das Papierdokument angewiesen (welches natürlich weiter genutzt werden kann).

Die Papierbescheinigung für Testergebnisse und Impfungen beinhaltet einen QR-Code, den man mit der App scannen und so das Ergebnis direkt in den "pass sanitaire" importieren kann.

Es ist auch möglich, einen deutschen Impf-, Test- oder Genensenennachweis in die französische App zu importieren.

Wer in Frankreich geimpft wurde, auch vor der Einführung des "pass sanitaire", kann hier eine entsprechende Impfbescheinigung herunterladen. Dies geht aber nur dann, wenn Sie auch in Frankreich krankenversichert sind. Ansonsten können Sie sich an das Impfzentrum, einen Arzt oder eine Apotheke in Frankreich wenden, die in der Lage sein sollten, ein neues Zertifikat auszustellen. 

Zudem wird in Frankreich im Anschluss an die Impfung/den Test ein Link per E-Mail versandt. Über diesen Link kann der Impfnachweis oder ein negatives Testergebnis direkt in die App "TousAntiCovid" importiert werden. 

Restaurants, Museen, Kinos – digitaler Nachweis mit einer deutschen App möglich

In Frankreich wird, wie in Deutschland auch, in vielen Situationen ein Nachweis, also der "pass sanitaire" verlangt, beispielsweise in Restaurants, Museen, Kinos usw.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserem Artikel zur aktuellen Lage in der Grenzregion und in der FAQ-Rubrik des interaktiven Tools zur grenzüberschreitenden Mobilität.

Kontrolliert werden die Nachweise in Frankreich mit der App "TousAntiCovid Verif". Die App wird allen Café- und Restaurantbesitzern, Veranstaltern usw. nach Registrierung zur Verfügung gestellt.

Mit der Prüfungs-App können nicht nur die Nachweise aus der französischen App TousAntiCovid gescannt werden, sondern auch alle anderen europäischen COVID-Zertifikate.

Falls Sie über ein COVID-Zertifikat aus Deutschland verfügen, können Sie Ihren QR-Code also mit der CovPass-App, der Corona-Warn-App oder der Luca-App vorzeigen.

Beim Scannen wird nicht angezeigt, ob es sich um einen Impf-, Genesenen- oder Testnachweis (nicht älter als 24 Stunden) handelt, sondern nur, ob die betreffende Person über einen gültigen Nachweis verfügt.

Rückrufliste in Frankreich

Es kann auch vorkommen, dass Sie sich in Frankreich in eine Rückrufliste (cahier de rappel) eintragen müssen.

So können Besucher kontaktiert werden, falls man sich zur gleichen Zeit und am gleichen Ort mit einer Person aufgehalten hat, die später positiv auf Corona getestet wurde. 

Zusätzlich zum Papierformat dieser Rückrufliste, bei der Name und Kontaktdaten handschriftlich eingetragen werden, bieten viele Betreiber auch einen QR-Code an, der von den Besuchern stattdessen mit der App "TousAntiCovid" gescannt wird. 

Die sogenannte Funktion "TousAntiCovid Signal" ist in der App enthalten und gewährleistet laut der französischen Regierung einen besseren Datenschutz als das Papierformat.

Beim Betreten des Ortes muss von Besuchern einfach ein QR-Code gescannt werden. Hierfür ist in der App auf "Scanner un QR Code lieu" (scan a venue QR Code)zu klicken.

Dieser Vorgang stellt eine Ergänzung zur ursprünglichen App dar. Zuvor wurden Kontaktpersonen lediglich in einem Radius von bis zu zwei Metern per Bluetooth ermittelt. Jetzt können in geschlossenen Räumen Kontaktpersonen auch mit einem Abstand von mehr als 2 Metern anonym erfasst werden.

Falls mindestens eine Person, mit der man zur gleichen Zeit am gleichen Ort war, eine Corona-Erkrankung über "TousAntiCovid" meldet, erhält man eine Warnung der Stufe orange. Man wird aufgefordert, sich unverzüglich testen zu lassen, seine Kontakte einzuschränken und auf eventuell auftretende Symptome zu achten.

Sollte ein Infektionsherd entdeckt werden, erhält man eine Warnung der Stufe rot mit der Anweisung, sich in Quarantäne zu begeben und sofort testen zu lassen.

Für einen Aufenthalt in Frankreich kann es also von Nutzen sein, die französische TousAntiCovid-App herunterzuladen.