Coronavirus: Was bedeutet das für Verbraucher in der Grenzregion?

Das Coronavirus ist in der deutsch-französischen Grenzregion immer noch aktiv. Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, das Saarland sowie die benachbarte Region Grand Est sind betroffen.

Wir erklären, worauf Verbraucher in der Grenzregion achten müssen.

Außerdem beantworten wir in unserem FAQ: Coronavirus in der deutsch-französischen Grenzregion, die wichtigsten Verbraucherfragen.

Aktuelle Lage in der Grenzregion

Lockdown in Frankreich seit dem 3. April

Seit dem 3. April gelten neue Regeln in ganz Frankreich:

  • Ausgangsbeschränkung in einem Umkreis von 10 km um den Wohnsitz: keine Bescheinigung notwendig, aber ein Wohnsitznachweis sollte mitgeführt werden. Bei einer Entfernung von mehr als 10 km wird eine Bescheinigung benötigt und ein wichtiger Grund muss vorliegen.
  • Nächtliche Ausgangssperre von 19 Uhr bis 6 Uhr: für Ausnahmen bedarf es einer Bescheinigung und ein Nachweis für den Grund muss mitgeführt werden.

Für die Einreise nach Frankreich ist weiterhin ein negativer PCR-Test notwendig.

Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Von der Testpflicht ausgenommen sind unter anderem Pendler und Grenzbewohner. Für Grenzbewohner hat die französische Regierung einen Radius von 30 Kilometer (ab dem Wohnsitz) festgelegt. 

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der französischen Regierung.

Frankreich ist Hochinzidenzgebiet

Das Robert Koch-Institut hat ganz Frankreich zum Hochinzidenzgebiet erklärt (das Departement Moselle ist weiterhin Virusvarianten-Gebiet). Seit dem 28. März gelten somit neue Regelungen für die Einreise nach Deutschland:

  • Für den Grenzübertritt nach Deutschland ist ein negatives Testergebnis vorzuweisen. Es werden PCR- und Antigen-Tests akzeptiert.
  • Für einen Aufenthalt in Deutschland von mehr als 24 Stunden wird eine Einreisanmeldung benötigt.
  • Es gelten Quarantänepflichten in den Bundesländern
  • Die deutsch-französischen Grenzen sind geöffnet. Es gibt keine systematischen Personenkontrollen.
  • Der öffentliche Personennahverkehr aus dem Elsass und dem restlichen Frankreich Richtung Deutschland wird fortgesetzt. Der Personennahverkehr zwischen dem Departement Moselle und dem Saarland wird jedoch weiterhin ausgesetzt.

Laut Bußgeldkatalog Baden-Württemberg beträgt die Geldstrafe für einen Verstoß gegen die Pflicht zur Vorlage eines Testergebnisses 300 € bis 3.000 €.

Verschärfte Regeln für das Mosel-Gebiet

Seit dem 2. März gilt das französische Département Moselle als Virusvarianten-Gebiet. Dies hat zur Folge, dass alle Personen, die aus diesem Gebiet nach Deutschland einreisen, folgende Pflichten haben:

  • Digitale Einreiseanmeldung,
  • Testpflicht: ein negatives Testergebnis (nicht älter als 48 Stunden) muss bei der Einreise mitgeführt werden. Ausnahmen von der Testpflicht gibt es bisher nicht. Schnelltests sind ausreichend.
  • Quarantänepflicht: Hiervon ausgenommen sind Transitreisende und Berufspendler.

Ich lebe im Grenzgebiet: Was muss ich für die Einreise ins Nachbarland wissen?

Eine Einreise ist aktuell weder nach Deutschland noch nach Frankreich ohne weiteres möglich. Bei der Einreise nach Deutschland müssen folgende Pflichten beachtet werden: Digitale Einreiseanmeldung, Testpflicht und Quarantänepflicht. Da in Frankreich der Lockdown verschärft wurde, sind Reisen über 10 km nur noch bei Vorlage eines triftigen Grundes möglich.

Denken Sie immer daran, ein gültiges Ausweisdokument (Personalausweis, Reisepass) mitzuführen.

Einreise nach Deutschland

Digitale Einreiseanmeldung

Wer sich länger als 24 Stunden in Frankreich aufhält oder für länger als 24 Stunden nach Deutschland einreist, muss immer die digitale Einreiseanmeldung machen. Personen, die aus Moselle nach Deutschland einreisen, sind immer zur Einreiseanmeldung verpflichtet.

Testpflicht

Alle Personen, die aus Frankreich nach Deutschland einreisen, benötigen einen negativen Corona-Test (nicht älter als 48 Stunden). Es gibt nur wenige Ausnahmen von der Testpflicht (z. B. Durchreise oder Kinder unter 6 Jahren). Schnelltests sind ausreichend. Der Test muss bereits vor der Einreise vorliegen. Eine Sonderregelung gibt es für Reisende mit wichtigem Grund (z. B. Besuch von Lebenspartner, Eltern oder Kindern) und Berufspendler. Diese können auch einen Test direkt nach Einreise in Deutschland machen. Sofern diese Personen regelmäßig nach Deutschland einreisen, ist ein Test nur alle 2 Tage, bzw. 2 Mal in der Woche notwendig.

Personen, die ohne Zwischenaufenthalt durch Frankreich durchgereist sind, benötigen keinen Test. Dies gilt jedoch nicht, wenn Sie aus Moselle nach Deutschland einreisen.

Quarantänevorschriften in den Bundesländern

Zusätzlich zu der digitalen Einreiseanmeldung und der Testpflicht müssen die Vorschriften der Bundesländer zur Quarantäne beachtet werden.

Hier können sich die Quarantänepflichten zwischen den Bundesländern unterscheiden. Besteht eine Quarantänepflicht, müssen Sie sich nach der Einreise nach Deutschland für 10 Tage in Quarantäne begeben.

In Baden-Württemberg kann diese 10-tägige Quarantäne nicht verkürzt werden.

In Rheinland-Pfalz und Saarland können Sie frühestens am 5. Tag der Quarantäne einen weiteren Corona-Test machen lassen. Ist dieser negativ, wird die Quarantäne aufgehoben.

Achtung: Diese Regelung gilt jedoch nicht für Einreisende aus einem Virusvariantengebiet (z.B. Departement Moselle). In diesem Fall muss eine 14-tägige Quarantäne eingehalten werden. Dies gilt für Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland.

Wichtige Ausnahmen von der Quarantänepflicht in Baden-Württemberg

  • Personen aus der Grenzregion, die für weniger als 24 Stunden nach Baden-Württemberg einreisen oder Personen, die sich weniger als 24 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Gilt nur dann, wenn der Aufenthalt nicht überwiegend aus touristischen Gründen oder zu Zwecken des Einkaufs geschieht.
  • Bei Besuch des Lebenspartners oder von Verwandten ersten / zweiten Grades in Baden-Württemberg oder Frankreich.
  • Personen, die in den letzten sechs Monaten am Coronavirus erkrankt waren und wieder genesen sind. Die Infektion muss mindestens 21 Tage zurückliegen und mittels PCR-Test nachgewiesen werden können.
  • Für Einreisende aus einem Virusvarianten-Gebiet gilt eine 14-tägige Quarantänepflicht, die nicht verkürzt werden kann. Ausgenommen sind insbesondere Transitreisende und Berufspendler.

Wichtige Ausnahmen von der Quarantänepflicht in Rheinland-Pfalz

  • Personen, die sich weniger als 72 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder für weniger als 24 Stunden aus einem Risikogebiet nach Rheinland-Pfalz einreisen.
  • Bei Besuch des Lebenspartners oder von Verwandten ersten / zweiten Grades in Rheinland-Pfalz oder Frankreich.
  • Für Einreisende aus dem Virusvarianten-Gebiet Mosel gilt eine 14-tägige Quarantänepflicht, die nicht verkürzt werden kann. Ausgenommen sind insbesondere Transitreisende und Berufspendler.

Wichtige Ausnahmen von der Quarantänepflicht im Saarland

  • Personen, die sich im Rahmen des Grenzverkehrs mit Nachbarstaaten weniger als 72 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder die für weniger als 24 Stunden in das Saarland einreisen.
  • Bei Besuch des Lebenspartners oder von Verwandten ersten / zweiten Grades in Saarland oder Frankreich.
  • Für Einreisende aus dem Virusvarianten-Gebiet Mosel gilt eine 14-tägige Quarantänepflicht, die nicht verkürzt werden kann. Ausgenommen sind Transitreisende und Berufspendler.

Über das Robert Koch-Institut können Sie das für Sie zuständige Gesundheitsamt ermitteln. Unter der Telefonnummer 116 117 erfahren Sie, wo Sie einen Corona-Test machen lassen können.

Sowohl Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz als auch das Saarland akzeptieren mittlerweile Corona-Tests in deutscher, englischer und französischer Sprache. 

Einreise nach Frankreich

PCR-Test bei Einreise

Grundsätzlich gilt weiterhin: Einreisende die für länger als 24 Stunden nach Frankreich einreisen und deren Ziel sich weiter als 30 km von ihrem Wohnsitz befindet, benötigen

  • einen PCR-Test bei Einreise
  • eine ausgefüllte "Attestation sur l’honneur". Mit der Attestation bestätigen Einreisende, dass sie keine Corona-Symptome haben und in den letzten zwei Wochen keinen Kontakt zu infizierten Personen hatten. 

Berufspendler sowie Personen, die dringende berufliche Reisen erledigen müssen und kurzfristig keinen PCR-Tests machen lassen können, sind von der Test-Pflicht ausgenommen.

Ausgangsbegrenzung innerhalb Frankreichs zwischen 6-19 Uhr

In Frankreich gelten seit dem 3. April verschärfte Regeln mit einer Ausgangsbegrenzung tagsüber und einer nächtlichen Ausgangssperre (couvre-feu).  Im Freien dürfen sich Gruppen von höchstens 6 Personen bilden. Die Schulen werden nach Ostern für eine Dauer von 3 Wochen (davon 2 Wochen Ferien) geschlossen und werden anschließend nach Klassenstufen gestaffelt wieder geöffnet.

Tagsüber kann sich jeder in einem Umkreis von 10 km um den eigenen Wohnsitz frei bewegen, ohne zeitliche Begrenzung des Aufenthalts außerhalb des Wohnsitzes (außer zwischen 19 Uhr und 6 Uhr). Eine Bescheinigung wird nicht benötigt, aber ein Wohnsitznachweis muss mitgeführt werden.

Wer sich  mehr als 10 km von seinem Wohnsitz entfernt, muss eine ausgefüllte Bescheinigung (Attestation de déplacement dérogatoire) mit Angabe eines wichtigen Grundes mit sich führen. Einkäufe dürfen innerhalb eines Radius von 30km getätigt werden.

Diese Ausgangsbeschränkungen betreffen auch Personen, die nach Frankreich einreisen. Näheres können Sie unserem FAQ entnehmen.

Ausgangssperre innerhalb Frankreichs zwischen 19-6 Uhr

Die nächtliche Ausgangssperre gilt von 19 Uhr bis 6 Uhr.

Untersagt sind in der nächtlichen Ausgangssperre unter anderem Spaziergänge und sportliche Aktivitäten im Freien. 

Einige wenige Gründe erlauben einen Ausgang in den Abend- und Nachtstunden. Das Formular "Attestation de déplacement dérogatoire" muss ausgefüllt und mitgeführt werden. Die heruntergeladene PDF-Datei kann bei einer Kontrolle mit dem Smartphone vorgezeigt werden.

Alternativ genügt eine ausgedruckte und ausgefüllte Attestation. Vergessen Sie nicht, Datum und Uhrzeit einzutragen und zu unterschreiben.

Die Bescheinigung steht übrigens auch in der französischen Corona-App: TousAntiCovid zur Verfügung.

Nächtliche Ausgänge sind aus folgenden Gründen erlaubt:

  • für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz oder dem Ort der beruflichen Bildung. Für unaufschiebbare Geschäftsreisen.
  • für gesundheitliche Behandlungen, die nicht aus der Ferne durchgeführt werden können und für den Kauf von Medikamenten.
  • für Fahrten aus zwingenden familiären Gründen, um schutzbedürftigen Personen zu helfen oder um Kinder zu betreuen.
  • für Fahrten von Behinderten und ihrer Begleitperson.
  • für eine gerichtliche oder administrative Vorladung.
  • für die Teilnahme an Aufgaben von allgemeinem Interesse, die von Behörden angefragt werden.
  • für die Fahrt zum Bahnhof oder dem Flughafen bei Langstreckenreisen. 
  • um mit dem Haustier Gassi zu gehen. Im Umkreis von 1 km der eigenen Wohnung.

Werden die Vorschriften der nächtlichen Ausgangsperre nicht beachtet, droht ein Bußgeld von 135 Euro. Im Wiederholungsfall liegt dieses bei bis zu 3750 €. 

Bescheinigung für Arbeitnehmer und Eltern

Berufstätige, die nicht im Homeoffice arbeiten, können sich von ihrem Arbeitgeber das Justificatif de déplacement professionnel ausfüllen lassen.

Eltern, die ihre Kinder mehr als 10 km von ihrem Wohnsitz entfernt und/oder in der Zeit des "couvre-feu" zur Schule bringen, müssen das aktualisierte Formular Justificatif de déplacement scolaire dabei haben.

Ansonsten gilt u. a. in Frankreich:

  • Alle Geschäfte sind geschlossen, mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften und wenigen anderen, die in einer offiziellen Liste genannt werden. Aufgrund der nächtlichen Ausgangssperre müssen diese Geschäfte jedoch um 19 Uhr schließen.
  • Kinos, Theater, Museen und Konzertsäle bleiben weiter geschlossen. 
  • Auch der Betrieb der Skilifte ist weiter untersagt.
  • Bars und Restaurants bleiben dicht.
  • Gottesdienste dürfen unter strengen Hygienemaßnahmen stattfinden.
  • Schulen sind ab Ostern für 3 Wochen (davon 2 Wochen Ferien) geschlossen und werden anschließend nach Klassenstufen gestaffelt wieder geöffnet.. 

Nähere Angaben zu den Regelungen in Frankreich auf gouvernement.fr (auf Französisch).

Maskenpflicht in Frankreich

In ganz Frankreich gilt eine strenge Maskenpflicht für Personen ab 11 Jahren. In mehreren Städten und Orten muss auch im Freien eine Maske getragen werden.

Bestehen bleibt die Maskenpflicht für alle öffentlich zugänglichen geschlossenen Räumen, wie Flughäfen, Bahnhöfe, Bushaltestellen, Geschäfte, Banken, Markthallen, Kinos oder Museen, sowie für öffentliche Verkehrsmittel (Bus, Bahn, Flugzeug, Taxi, Tram).

Bei Verstoß gegen die Maskenpflicht droht eine Geldbuße von 135 Euro

Weitere Informationen für die Grenzregion

Grenzüberschreitende Informationen gibt es auch bei:

 

Tagesaktuelle Informationen zum Coronavirus, die zum Grenzübertritt benötigt werden:

Informationen zum Coronavirus in bestimmten Gebieten:

Informationen zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) während der Corona-Krise:

 

Weitere Informationen in Sachen Coronavirus und Reiserecht in Europa

Vorsicht Falle

Zeiten, in denen die Menschen Angst um ihre Gesundheit haben, rufen betrügerische Unternehmen auf den Plan, die nur an Ihr Geld wollen.

Wir erklären Ihnen die Tricks und wie Sie sich davor schützen können auf unserer Seite: Betrugsmaschen in der Coronavirus-Krise.