Warn-App „StopCovid“ – Wichtige Fragen und Antworten

Um Infektionsketten nachvollziehen zu können, haben Frankreich und Deutschland im Juni ihre Corona-Warn-Apps herausgebracht. Diese informieren Nutzer, wenn sie Kontakt zu einer Person hatten, die positiv auf COVID-19 getestet wurde. Doch sind die nationalen Anwendungen auch im Nachbarland von Nutzen? 

Stand der Informationen : August 2020

Kann ich die deutsche Corona-Warn-App in Frankreich nutzen?

Nur bedingt. Die deutsche App wurde in erster Linie für den Gebrauch in Deutschland entwickelt. Im Ausland gelingt der Datenaustausch nur mit Personen, die ebenfalls die deutsche App installiert haben. Mit der französischen App „StopCovid“ kann derzeit nicht kommuniziert werden.  

Die Europäische Kommission will das ändern und beauftragte die deutsche Telekom und SAP, eine europaweite Lösung zu finden. Das heißt: Zukünftig sollen Reisende mit ihrer nationalen Anwendung europaweit Corona-Warnungen erhalten. Geplant ist diese Lösung aber zunächst nur für Apps mit dezentralem Ansatz, bei denen der Abgleich der Daten auf dem Smartphone erfolgt. Solche Warn-Apps gibt es z. B. in Deutschland, Dänemark, Italien, Österreich, Polen und der Schweiz. Frankreich und Ungarn arbeiten hingegen mit einem zentralen System, bei dem Daten auf einem zentralen Server gespeichert werden.

Wo erhalte ich die französische App „StopCovid“?

 „StopCovid“ ist kostenlos und beruht auf Freiwilligkeit. Sie können die französische Warn-App aus dem deutschen App Store und Google Play Store herunterladen. Beim Download sollten Sie darauf achten, dass Sie die offizielle und neueste Anwendung installieren. Um sicher zu gehen, geben Sie in den Stores den richtigen Namen ein: „StopCovid France“. 

Ich wohne in der Grenzregion und überquere regelmäßig die Grenze. Kann ich beide Apps parallel nutzen?

Ja. Die französische App „StopCovid“ läuft parallel zur deutschen Corona-Warn-App. Dieser Vorteil erhöht Ihre Sicherheit.  

Wie funktioniert die französische Warn-App?

Die App arbeitet mit Bluetooth-Signalen. Wenn sich zwei Handys mindestens 15 Minuten lang im Abstand von einem Meter nah kommen, zeichnet jedes Telefon das andere verschlüsselt auf. Meldet eine Person später eine Infizierung, werden alle App-Nutzer, mit denen man in Kontakt stand, gewarnt.  

Diese Kriterien werden vom Ministerium für Solidarität und Gesundheit festgelegt und können sich je nach Kenntnisstand über die Epidemie ändern.

Wie gehe ich vor, wenn ich positiv auf COVID-19 getestet werde?

Wenn Sie in Frankreich positiv getestet werden, erhalten Sie einen QR-Code mit dem Testergebnis. Diesen können Sie dann in der französischen App unter „Mich deklarieren“ einscannen und übermitteln. StopCovid-Nutzer, mit denen Sie in Kontakt standen, werden dann über Ihre Infektion alarmiert und aufgefordert einen Arzt zu konsultieren.

Um auf den QR-Code zugreifen zu können, erhalten Sie auf Ihre E-Mail-Adresse einen Link. Sie müssen sich dann auf einer sicheren Plattform anmelden und ein PDF-Dokument mit dem QR-Code herunterladen zu können. Der Code wird nach dem Zufallsprinzip generiert und enthält keine persönlichen Daten.

Kann ich einen positiven Test aus Deutschland über „StopCovid“ melden? 

Nein. Bisher ist es nicht möglich, deutsche Testergebnisse in „StopCovid“ einzugeben. Wenn Sie in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet werden, sollten Sie das Ergebnis auf der deutschen Corona-Warn-App melden, um andere Nutzer zu warnen.

Sind meine persönlichen Daten geschützt, wenn ich „StopCovid“ verwende?

Ja. Laut einer aktuellen Untersuchung der französischen Behörde CNIL (Commission Nationale de l’Informatique et des Libertés) hält die verbesserte französische App die Bestimmungen zum Schutz der personenbezogenen Daten ein.

Wie viele Personen nutzen „StopCovid“?

Während die deutsche App etwa 16,4 Millionen Mal heruntergeladen wurde, kommt Frankreich nur auf knapp 2,5 Millionen Downloads. (Stand: 07.08.2020)

  • Artikel schließen