Coronavirus: Was bedeutet das für Grenzgänger

Das Coronavirus breitet sich auch in der deutsch-französischen Grenzregion aus. Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, das Saarland sowie das benachbarte Elsass sind betroffen. Wir erklären, worauf Grenzgänger achten müssen.

Stand: 29. Mai 2020 / 8:30 Uhr

Lockerung der Ausgangsbeschränkungen

Frankreich wurde in zwei Zonen aufgeteilt. Grün und Rot. Für die Einteilung, ob Grün oder Rot, sind die Infektionszahlen, die Auslastung der Beatmungsplätze auf den Intensivstationen sowie die regionalen Testkapazitäten maßgeblich. Die Karte wird regelmäßig aktualisiert, um so festzulegen, welche Region die Ausgangsbeschränkungen in welcher Weise lockern darf. Für die roten Zonen gelten strengere Vorschriften als für grünen.

Die Karte mit der Zonenaufteilung ist auf der Internetseite der französischen Regierung abrufbar.

Welche Regelungen für welche Zonen gelten, finden Sie auf der Internetseite der französischen Regierung (auf Französisch). Eine Infographik mit den Regelungen in den jeweiligen Zonen gibt es ebenfalls auf der Internetseite der französischen Regierung. Eine Zusammenfassung, was in den Zonen gilt, finden Sie unter den FAQ.

Darüber hinaus entfällt ab dem 11. Mai die Attestation de Déplacement Dérogatoire.


Das gilt in Frankreich:

  • Für Reisen innerhalb des Départements, in dem sich der eigene Wohnsitz befindet, gibt es keine Entfernungsbeschränkungen. Wird das Département jedoch verlassen, darf der Zielort maximal 100 km Luftlinie vom eigenen Wohnsitz entfernt liegen. Liegt der Zielort außerhalb des eigenen Départements und weiter als 100km Luftlinie vom Wohnsitz entfernt, darf die Reise nur in dringenden Ausnahmefällen getätigt werden. In diesen Fällen muss zudem das Formular "Déclaration de déplacement en dehors de son département et à plus de 100 km de sa résidence" ausgefüllt und mitgeführt werden. Dieses Formular entfällt am 2. Juni 2020. Dann fällt auch die Kilometerbeschränkung. Grundsätzlich gilt: ein Nachweis über den eigenen Wohnsitz sollte mitgeführt werden.

  • Es gilt Maskentragepflicht im öffentlichen Nahverkehr sowie im Fernverkehr. Wer sich nicht daran hält muss mit einer Strafe von 135 Euro rechnen.
  • Frankreich wird die Grenzkontrollen zu Deutschland bis 15. Juni 2020 aufrecht erhalten.

  • Deutschland wird die Grenzkontrollen zu Frankreich bis 15. Juni 2020 aufrecht erhalten. Allerdings gibt es ab 16. Mai 2020 leichte Lockerungen: Alle grenzüberschreitenden Verkehrswege werden wieder für den Grenzübertritt zugelassen. Die Kontrollen an der Grenze erfolgen stichprobenartig. Allerdings ist weiterhin ein triftiger Grund erforderlich, um die Grenze passieren zu dürfen.

Das ändert sich ab 2. Juni 2020 in ganz Frankreich

  • Die 100 km Regelung entfällt und mit ihr das zugehörige Formular

  • Bars, Restaurants, Cafés dürfen wieder öffnen, nur nicht im Großraum Paris: Hier darf die Gastronomie nur im Freien geöffnet werden

  • Touristenunterkünfte, Jugendherbergen, Campingplätze können wieder öffnen, nur nicht in Regionen, in denen das Virus noch nicht ganz eingedämmt ist

  • Parks und Gärten dürfen wieder öffnen

  • Strände und Seen dürfen wieder öffnen

  • Museen dürfen wieder öffnen

  • Versammlungen mit mehr als 10 Personen bleiben aber bis 22. Juni 2020 untersagt

Infos zum Coronavirus für deutsch-französische Grenzgänger

Wer aus Frankreich kommt und in Deutschland arbeitet, kann auch weiterhin die Grenze passieren. Egal, ob deutsche oder französische Staatsbürgerschaft.

Um über die Grenze von Frankreich nach Deutschland zu gelangen, müssen folgende Papiere mitgeführt werden.

  • Ausweis / Reisepass
  • Pendlerbescheinigung. Diese muss gut sichtbar hinter der Frontscheibe ausgelegt werden. Ein vom Arbeitgeber selbst ausgestelltes Pendler-Dokument, das die gleichen Informationen enthält, wird derzeit von der Bundespolizei akzeptiert.

Für die Rückreise nach Frankreich wird, zusätzlich zum Ausweis folgendes Dokument benötigt: Bescheinigung über die Anreise zum Arbeitsplatz - L'attestation de l'employeur. Die "attestation de déplacement dérogatoire" wird hingegen nicht mehr benötigt.

Die Bescheinigung über die Anreise zum Arbeitsplatz muss von Ihrem Arbeitgeber einmalig ausgefüllt werden. Wie lange sie gültig bleibt, entscheidet Ihr Arbeitgeber.

 

Grundsätzlich gilt, nach Frankreich darf einreisen wer

  • die frz. Staatsbürgerschaft hat
  • seinen Hauptwohnsitz in Frankreich hat (Nachweis über Wohnsitz mitführen)
  • Grenzgänger ist (die o. g. Bescheinigung des Arbeitsgebers mitführen)
  • über einen triftigen Einreisegrund verfügt. Die entsprechenden Nachweise sollten mitgeführt werden. Die Einschätzung inwieweit ein triftiger Einreisegrund vorliegt, liegt jedoch in weiten Teilen im Ermessensspielraum der frz. Polizei.

 

 

Weitere Informationen zum Coronavirus für Grenzgänger: Deutschland und Frankreich

 

Weitere Informationen in Sachen Coronavirus und Reiserecht in Europa


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Die Regelungen der deutschen Nachbarn

 

Das gilt in Baden-Württemberg, in Rheinland-Pfalz und im Saarland

  • Deutschland wird die Grenzkontrollen zu Frankreich bis 15. Juni 2020 aufrecht erhalten. Allerdings gibt es ab dem 16. Mai 2020 leichte Lockerungen: Alle grenzüberschreitenden Verkehrswege werden für den Grenzübertritt wieder zugelassen. Die Kontrollen an der Grenze erfolgen stichprobenartig. Es ist weiterhin ein triftiger Grund erforderlich, um die Grenze überschreiten zu dürfen. Wer nach Deutschland einreisen möchte, braucht die sog. Selbsterklärung. Diese kann auf der Internetseite der Bundespolizei heruntergeladen werden.

  • Die Grenzkontrollen Frankreich-Deutschland werden bis 15. Juni 2020 aufrecht erhalten.

  • Die Kontaktbeschränkungen wurden bis 29. Juni 2020 verlängert.

  • Die bestehenden Abstandsregelungen (1,5 m) gelten auch weiterhin.

  • Großveranstaltungen bleiben bis 31. August 2020 untersagt.

  • Bildungseinrichtungen dürfen schrittweise wieder öffnen.

  • Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten dürfen wieder öffnen.

  • Zoos und botanische Gärten dürfen wieder öffnen.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der deutschen Bundesregierung.


Ab 27. April 2020 gilt in allen drei Bundesländern eine Maskentragepflicht. Es müssen keine medizinischen Masken sein, eine Alltagsmaske (meist selbstgenähte Stoffmasken), ein Tuch oder ein Schal sind ausreichend.

In Baden-Württemberg müssen die Masken bei Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr (z. B. Bus, Bahn, S-Bahn) und im Fernverkehr getragen werden, aber auch an Bahn- und Bussteigen sowie in Flughafengebäuden. Auch bei Einkäufen in Ladengeschäften und Einkaufszentren gilt Maskenpflicht. Kinder bis zu ihrem 6. Lebensjahr müssen keine Maske tragen. Auch Menschen für die es aus medizinischen oder anderen zwingenden Gründen nicht möglich ist eine Maske zu tragen sind von der Pflicht ausgenommen. Für Wochenmärkte gilt keine Maskenpflicht.

In Rheinland-Pfalz müssen Masken in Bussen- und Bahnen sowie beim Einkaufen in Geschäften und auf Wochenmärkten getragen werden. Rheinland-Pfalz weist darauf hin, dass Autofahrer trotz der Maske noch identifizierbar sein müssen. Mund- und Nasenpartie dürfen verdeckt sein, die Augen und die Stirn müssen aber sichbar sein.

Im Saarland müssen Masken beim Einkaufen und bei der Benutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs getragen werden. Die Maskenpflicht gilt auch für Wochenmärkte, Taxis sowie an Bahnhöfen und Bushaltestellen.

Informationen zum Coronavirus der Landesregierungen in der Grenzregion

 

 

 

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