Coronavirus: Was bedeutet das für Grenzgänger

Das Coronavirus ist in der deutsch-französischen Grenzregion immer noch aktiv. Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, das Saarland sowie das benachbarte Elsass sind betroffen, wenngleich sich die Situation auch sehr verbessert hat. Wir erklären, worauf Grenzgänger und Reisende nach Frankreich achten müssen.

Stand: 5. August 2020 / 11:00 Uhr

 

Infos zum Coronavirus für deutsch-französische Grenzgänger

Frankreich hat die Grenzkontrollen zu Deutschland am 14. Juni 2020 (Mitternacht) beendet. Deutschland folgte am 15. Juni 2020 (Mitternacht). Nun ist es wieder problemlos möglich, die Grenze ins Nachbarland zu überschreiten. Folgende Formulare werden daher von Grenzpendlern nicht mehr benötigt: Pendlerbescheinigung und Justificatif de déplacement professionnel.

Auch wenn es keine Grenzkontrollen mehr gibt. Grundsätzlich gilt:

  • Für die Einreise nach Frankreich ist ein gültiges Ausweisdokument, z. B. ein Reisepass oder ein Personalausweis erforderlich. Dieses Dokument (bis auf den vorläufigen Personalausweis) darf maximal ein Jahr lang abgelaufen sein. Bei den Reisen in Überseedépartements müssen die Reisedokumente gültig sein. Alleinreisende Personen unter 15 Jahren sollten eine amtlich beglaubigte Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten mitführen.

  • Wer nach Deutschland einreisen möchte, braucht ebenfalls ein gültiges Ausweisdokument. Hier gilt allerdings, dass es zum Zeitpunkt der Ausreise aus Deutschland noch mindestens 3 Monate lang gültig sein muss und innerhalb der letzten 10 Jahre ausgestellt wurde.


Das gilt in Frankreich

  • Frankreich ist in zwei Zonen aufgeteilt. Grün und Orange. Für die Einteilung, ob Grün oder Orange sind die Infektionszahlen, die Auslastung der Beatmungsplätze auf den Intensivstationen sowie die regionalen Testkapazitäten maßgeblich. Die Karte wird regelmäßig aktualisiert, um so festzulegen, welche Region die Ausgangsbeschränkungen in welcher Weise lockern darf. Für die Orange-farbenen Zonen gelten strengere Vorschriften als für die grünen. Die Karte mit der Zonenaufteilung ist auf der Internetseite der französischen Regierung abrufbar. Welche Regelungen für welche Zonen gelten, finden Sie auf der Internetseite der französischen Regierung (auf Französisch).

  • Seit Montag, 20. Juli 2020, gilt in Frankreich eine verschärfte Maskenpflicht. Personen ab 11 Jahren müssen in allen öffentlich zugänglichen geschlossenen Räumen eine Maske tragen. Die neuen Regeln gelten für Geschäfte, Banken, Markthallen, Kinos, Museen und Sehenswürdigkeiten. Die Die bislang bestehende Maskenpflicht für Flugzeuge, Züge (Nah- und Fernverkehr), Busse, Tram, an Bahnhöfen, in Flughäfen, an Bushaltestellen, in Taxis und Sammeltaxis bleibt erhalten.
    In La Rochelle gilt Maskenpflicht im Alten Hafen und im Stadtzentrum. In Concarneau und Saint-Brieuc gilt Maskenpflicht im Zentrum. In Saint-Brieuc gilt Maskenpflicht auf Spielplätzen, Parks und im Hafen. In Biarritz, Bayonne, Saint-Malo und Orléans gilt Maskentragepflicht in Stadtzentren sowie auf Märkten. Auch in einigen Bereichen der Metropole Lille.
    Tipp: Da es den Präfekturen gestattet ist, eine Maskentragepflicht auf öffentlichen Plätzen zu verhängen - Informieren Sie sich vor der Fahrt nach Frankreich darüber, was aktuell gilt.

  • Es gilt offiziell ein Mindestabstand von 1 Meter. In vielen Geschäften wird aber durch Markierungen ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern ausgewiesen. 

  • In Ladengeschäften kann es während der Stoßzeiten zu Eintrittskontrollen kommen, da sich nur eine Person pro 10 Quadratmeter Verkaufsfläche im Geschäft aufhalten darf.

  • Seit 22. Juni 2020 gibt es weitere Lockerungen in Frankreich: Campingplätze und Kinos dürfen wieder öffnen sowie alle Stationen der Pariser Metro. Auch der Eiffelturm ist seit 25. Juni 2020 wieder geöffnet. Und seit 26.06.2020 ist auch der Pariser Flughafen Orly wieder in Betrieb.

  • Es ist geplant, dass die zuständigen Präfekturen in Frankreich ab Mitte August wieder kulturelle Veranstaltungen mit mehr als 5.000 Teilnehmern genehmigen dürfen. Allerdings muss zwischen den Sitzplätzen ausreichend Abstand sein, und es gilt Maskentragepflicht. Ab 1. September sollen wieder Festivals, Konzerte und Shows mit mehr als 5.000 Teilnehmern stattfinden, ohne dass die Präfekturen das genehmigen müssen. 


Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Auswärtigen Amts


Das gilt bei der Einreise nach Frankreich


Folgende Formulare entfallen: 

  • Im Zuge der Abschaffung der Grenzkontrollen entfällt für Personen, die in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland wohnen und in die in die Départements Haut-Rhin, Bas-Rhin oder Moselle reisen möchten - und umgekehrt - folgendes Formular: Attestation franco-allemande unique de franchissement de la frontière franco-allemande (Selbstdeklaration). 

  • Auch braucht man für Fahrten nach Frankreich, wenn man aus einem EU-Land, der Schweiz, Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und dem Vatikanstaat einreist keine  Attestation de déplacement international dérogatoire vers la France Métropolitaine depuis l'Union Européenne mehr.


Folgende Formulare bleiben bestehen bzw. sind neu:

  • Wer nicht aus der EU, der Schweiz, Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und dem Vatikanstaat nach Frankreich einreisen möchte, benötigt die Attestation de déplacement dérogatoire vers la France métropolitaine depuis les pays tiers.

  • Darüber hinaus wird außerdem noch eine Bescheinigung benötigt, dass die Einreisenden keine Covid-19-Symptome haben (Déclaration sur l'honneur attestant qu'ils ne présentent pas de symptômes d'infection au covid-19)  - Seite 2 der pdf

  • Flugpassagiere, die älter als 11 Jahre sind und aus einem Risikoland nach Frankreich einreisen möchten, müssen bei Ankunft einen negativen Covid-19 Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden (vor Abflug) sein darf. Wer kein solches Dokument vorlegen kann, muss sich am Flughafen testen lassen. Derzeit sind 16 Länder von dieser Regelung betroffen: Kuwait, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Vereinigten Staaten, Panama, Südafrika, Algerien, Brasilien, Indien, Israel, Madagaskar, Oman, Peru, Katar, Serbien und die Türkei. 

     


Wer aus Großbritannien und Nordirland
einreist sollte sich in eine freiwillige 14-tägige Quarantäne begeben. 

 

 

 

Weitere Informationen zum Coronavirus für Grenzgänger: Deutschland und Frankreich

 

Weitere Informationen in Sachen Coronavirus und Reiserecht in Europa


Vorsicht Falle

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Das gilt u. a. in Baden-Württemberg, in Rheinland-Pfalz und im Saarland

  • Die Kontaktbeschränkungen bleiben bestehen. Ausführliche Informationen gibt es auf der Internetseite der jeweiligen Landesregierung.

  • Die bestehenden Abstandsregelungen (1,5 m) für den öffentlichen Raum gelten auch weiterhin.

  • Bildungseinrichtungen dürfen schrittweise wieder öffnen.

  • Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten dürfen wieder öffnen.

  • Zoos und botanische Gärten dürfen wieder öffnen.

  • Hotels und Restaurants dürfen wieder öffnen.


Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der deutschen Bundesregierung.


Ab 27. April 2020 gilt in allen drei Bundesländern eine Maskentragepflicht. Es müssen keine medizinischen Masken sein, eine Alltagsmaske (meist selbst genähte Stoffmasken), ein Tuch oder ein Schal sind ausreichend.

In Baden-Württemberg müssen die Masken bei Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr getragen werden, aber auch an Bahn- und Bussteigen sowie in Läden und Einkaufszentren. Für Wochenmärkte gilt keine Maskenpflicht. Kinder bis zu ihrem 6. Lebensjahr müssen keine Maske tragen. Auch Menschen für die es aus medizinischen oder anderen zwingenden Gründen nicht möglich ist eine Maske zu tragen sind von der Pflicht ausgenommen. Außerdem muss keine Maske getragen werden, wenn es einen gleichwertigen baulichen Schutz gibt, wenn z. B. Kassierer und Kassiererinnen hinter einer Plexiglasscheibe sitzen.

In Rheinland-Pfalz müssen Masken im öffentlichen Personennahverkehr sowie beim Einkaufen getragen werden. Kinder bis zum 6. Lebensjahr sind von der Maskenpflicht befreit, aber auch Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können (ein ärztliches Attest gilt als Nachweis). Darüber hinaus muss keine Maske getragen werden, wenn andere Schutzmaßen greifen, z. B. eine Plexiglasscheibe.

Ab 24. Juni 2020 müssen im Außenbereich von Restaurants und bei geschlossenen, privaten Feiern keine Masken mehr getragen werden. 

Rheinland-Pfalz weist darauf hin, dass Autofahrer trotz der Maske noch identifizierbar sein müssen. Mund- und Nasenpartie dürfen verdeckt sein, die Augen und die Stirn müssen aber sichtbar sein.

Im Saarland müssen Masken in Ladenlokalen, auf Wochenmärkten, in Wartebereichen und im öffentlichen Personennahverkehr getragen werden. Aber auch in Betrieben, Einrichtungen und Anlagen oder sonstigen Geschäftsräumen, die gemäß der Verordnung der Landesregierung des Saarlandes zur Bekämpfung der Pandemie betrieben werden dürfen. Ausgenommen sind Kinder unter 6 Jahren und Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können. 

Weitere Informationen zu Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, finden Sie in unseren FAQ.

Informationen zum Coronavirus der Landesregierungen in der Grenzregion

 

 

 

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