Tachomanipulation in Frankreich

Bei 30 bis 50 Prozent der in Europa gerenzüberschreitend verkauften Gebrauchtwagen werde am Tacho getrickst. Wie können Fahrzeughalter sich schützen? Das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz gibt in Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) und der französischen Automobile Club Association (ACA) Tipps für den Gebrauchtwagenkauf.

Stand der Informationen: November 2019

Finanzielle Schäden für Käufer durch Tachomanipulation

Einen Tachostand zu fälschen dauert nur wenige Minuten, doch die Folgen sind gravierend. Durchschnittlich 3.000 Euro teurer lässt sich ein Fahrzeug verkaufen, dessen Kilometerstand manipuliert wurde - ein finanzieller Schaden für die Käufer.

Bei 30 bis 50 Prozent der Gebrauchtwagen, die in Europa grenzüberschreitend verkauft werden, wurde der Kilometerzähler manipuliert, so ein Bericht des Europäischen Parlaments. In Deutschland sei laut ADAC ein Drittel der Gebrauchtwagen betroffen, was einen jährlichen Schaden von fast 6 Milliarden Euro ausmache. In Frankreich sei eines von zehn Fahrzeugen manipuliert, sagt der internationale Automobildachverband FIA.

Obwohl Tachobetrug in fast allen europäischen Ländern verboten ist und in Deutschland und Frankreich sogar als Straftat gilt, ist er weiterhin gängige Praxis. Gerade in der deutsch-französischen Grenzregion finden viele Fahrzeughalter das Gebrauchtauto ihrer Träume im Nachbarland. Den Tachostand auf seine Richtigkeit zu überprüfen ist dabei selbst mit Hilfe eines Kfz-Experten oder einer Autowerkstatt nahezu unmöglich.

Das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V. (ZEV) hat zusammen mit dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) und der französischen Automobile Club Association (ACA) eine Studie sowie praktische Merkblätter auf Deutsch und Französisch veröffentlicht. Fahrzeughalter erhalten darin alle wichtigen Informationen, um das Risiko eines gefälschten Kilometerstands möglichst gering zu halten.

 

 

Tachomanipulation: Wie kann man die Risiken beim grenzüberschreitenden Kauf eines Gebrauchtwagens minimieren? Studie & Merkblätter


Europäischer Ansatz und technische Lösung

Um effektiv gegen Tachobetrug vorzugehen, muss auf europäischer Ebene gehandelt werden. Mit gutem Beispiel gehen unsere Nachbarn in Belgien voran, wo es den sogenannten Car-Pass gibt. In dieses Dokument wird regelmäßig der aktuelle Tachostand mit Datum eingetragen. So entsteht für jedes Fahrzeug eine ausführliche Historie der Tachostände, die zusätzlich in einer Datenbank gespeichert werden. Beim Kauf eines Gebrauchtwagens bekommt der Käufer automatisch auch den Car-Pass ausgehändigt. Das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz setzt sich für eine europaweite Lösung nach Vorbild des Car-Passes ein, also für eine grenzüberschreitende Erfassung und den Austausch von Kilometerdaten.

Der ADAC und der ACA hingegen verfolgen einen technischen Ansatz. So sollen zum Beispiel Hardware-Lösungen Tachomanipulationen schwieriger und kostspieliger machen.

Die Studie sowie die Merkblätter wurden in Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Deutschen Automobilclub (ADAC) und der französischen Automobilclub Association (ACA) erstellt.

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