Malus écologique: Französische CO2-Abgabe für Fahrzeuge

Der sogenannte malus écologique ist eine französische Umweltabgabe beziehungsweise Schadstoffsteuer für Fahrzeuge. Sie muss bei der Erstzulassung in Frankreich bezahlt werden, wenn ein Fahrzeug einen bestimmten Schwellwert an CO2 pro Kilometer überschreitet. Ziel der französischen Regierung ist, Autofahrer zum Kauf von umweltfreundlichen Autos zu animieren. Auch in Deutschland gekaufte Neu- oder Gebrauchtwagen, die in Frankreich zugelassen werden, können betroffen sein. Deshalb Achtung beim grenzüberschreitenden Autokauf: Ein vermeintliches Schnäppchen kann teurer als gedacht ausfallen.

Stand der Informationen: Juli 2019

Wie hoch ist der malus écologique?

Die einmalig zu bezahlende Summe kann zwischen 35 und 10 500 Euro betragen. Wie hoch die Umweltabgabe für ein Fahrzeug ausfällt, hängt davon ab, wie viel Gramm CO2 es pro Kilometer ausstößt oder wie hoch die puissance fiscale ist (Mehr dazu im nachfolgenden Abschnitt). Auch das Jahr der Erstzulassung beeinflusst die Höhe der Umweltsteuer. Für Gebrauchtautos, die älter als 10 Jahre sind, muss kein malus écologique bezahlt werden.

Berechnungshilfen: Wie finde ich heraus, wie viel ich zahlen muss?

Die Behörde ADEME (Agence de l’Environnement er de la Maîtrise de l‘Énergie) stellt einen Simulator zur Verfügung, der den CO2-Ausstoß eines Fahrzeugs berechnet. Man muss unter anderem Marke, Fahrzeugmodell und Kraftstoffart angeben.

Die Behördenseite service-publique.fr stellt ebenfalls auf Französisch einen Simulator zur Verfügung, der die Gesamtkosten für die Zulassung berechnet. Unter „Malus CO2 voitures de tourisme“ wird die Höhe der Schadstoffabgabe angegeben. Abgefragt wird unter anderem, ob das Fahrzeug zum ersten Mal in Frankreich zugelassen wird, wie viel Gramm CO2 es pro Kilometer ausstößt und welche puissance fiscale es hat.

Die puissance fiscale wird auch chevaux fiscaux (etwa „Steuer-PS“) genannt und ist eine Kennzahl zur Berechnung der Kraftfahrzeugsteuer. In ihr werden Motorleistung, CO2-Emission und PS-Leistung berücksichtigt. Die puissance fiscale eines Fahrzeugs ist auf der carte grise beziehungsweise dem certificat d‘immatriculation aufgeführt, dem französischen Zulassungsdokument. Wenn noch keine carte grise vorhanden ist, kann folgende Formel zur Berechnung helfen:

puissance fiscale = (CO2-Wert : 45) + (Motorleistung in kW : 40)*1,6

Was gilt für Gebrauchtwagen aus Deutschland?

Eine typische Situation der deutsch-französischen Grenzregion: Ein Autofahrer erwirbt einen Gebrauchtwagen in Deutschland, den er dann in seinem Wohnsitzland Frankreich anmelden möchte. In diesem Fall wird für den malus écologique von dem Tarif ausgegangen, der in Frankreich im Jahr der Erstzulassung des Fahrzeugs gegolten hat. Für jedes Jahr, das der Wagen in Deutschland zugelassen war, wird die Summer um ein Zehntel gemindert.

Ein Rechenbeispiel:

Ein Autofahrer kauft in Deutschland einen gebrauchten Benziner mit puissance fiscale 12 und einer CO2-Emission von 185 Gramm pro Kilometer. Nehmen wir an, das Auto wurde 2018 zum ersten Mal in Deutschland zugelassen. Der malus écologique bei der Zulassung in Frankreich beläuft sich in diesem Fall auf etwa 9 960 Euro. Wenn die deutsche Erstzulassung schon im Jahr 2014 stattfand, dann beträgt die Umweltabgabe etwa 2 300 Euro.

Zum Vergleich: Wurde das Fahrzeug in Frankreich erstzugelassen, dann wurde der größten Teil des malus écologique bereits bei eben dieser Zulassung von einem Vorbesitzer bezahlt. Trotzdem fällt nochmal eine kleinere CO2-Agbabe an. Für ein identisches Fahrzeug also (Benziner mit puissance fiscale 12), dass allerdings in Frankreich im Jahr 2018 erstzugelassen wurde, beläuft sich der malus écologique auf 780 Euro. Wurde der Pkw 2014 zum ersten Mal zugelassen, dann auf 660 Euro.

Wie und wann muss der malus écologique bezahlt werden?

Der malus écologique muss einmalig im Zuge der Zulassung bezahlt werden. Die Fahrzeugzulassung ist in Frankreich ausschließlich über das Onlinesystem der Behörde ANTS möglich.
Mehr im Artikel "Fahrzeugzulassung in Frankreich"

Zusätzliche Kosten für umweltbelastende Autos

Für Autos mit schlechten Umweltwerten muss zusätzlich eine jährliche Steuer von 160 Euro bezahlt werden. Betroffen sind Kraftfahrzeuge, die mehr als 190 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen und zum ersten Mal in Frankreich zugelassen werden. Ob das Auto in Deutschland oder Frankreich gekauft wurde, spielt dabei keine Rolle.

Zum ersten Mal fällig wird die Steuer ein Jahr nach Erhalt der Zulassungsbescheinigung (carte grise beziehungsweise certificat d'immatriculation). Die Zahlungsaufforderung erfolgt per Brief.

Bonus écologique: Der Kauf von Elektroautos wird belohnt

Neben dem malus écologique gibt es auch einen bonus écologique, der Autofahrer zum Kauf von schadstoffarmen Autos anregen soll. Nur Fahrer mit steuerlichem Wohnsitz in Frankreich, die ein neues Elektroauto (weniger als 20 Gramm CO2 pro Kilometer) erwerben, können einen bonus écologique bekommen. Der Öko-Bonus beträgt 27 % des Kaufpreises einschließlich Mehrwertsteuer und ist auf höchstens 6 000 Euro begrenzt.

Französische Abwrackprämie: Prime à la conversion

Fahrzeughalter mit steuerlichem Wohnsitz in Frankreich, die einen "sauberen" Neu- oder Gebrauchtwagen erwerben und gleichzeitig ihr altes Diesel- oder Benzinfahrzeug verschrotten, können unter bestimmten Voraussetzungen eine Abwrackprämie (prime à la conversion) erhalten. Das alte Fahrzeug muss seit mindestens einem Jahr im Besitz der Person sein und in Frankreich zugelassen sein.

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