Führerschein in Frankreich

Sie ziehen nach Frankreich und fragen sich, ob Sie dort mit Ihrem Führerschein fahren können? Wir erklären, wo Ihr Führerschein gilt und in welchen Situationen Sie ihn gegen einen französischen Führerschein umtauschen sollten.

Stand der Informationen: März 2016

Ein in einem Mitgliedstaat der EU erworbener Führerschein ist europaweit und zeitlich unbefristet gültig. Dies gilt sowohl für die neuen Führerscheine im Scheckkartenformat als auch für die alten grauen oder rosa "Lappen".

Wenn ein EU-Bürger seinen ständigen Wohnsitz in ein anderes Mitgliedsland verlegt, kann er entweder seinen alten nationalen Führerschein weiter benutzen oder ihn in einen nationalen Führerschein seines neuen Aufenthaltslandes umtauschen.

In zwei Fällen ist ein Umtausch zwingend notwendig, gemäß französischem Code de la route (Verkehrsregeln):  

  • Der Führerschein wurde in einem Nicht-EU-Land erworben
  • Der Inhaber begeht eine Ordnungswidrigkeit, die den Einzug oder eine Beschränkung der Fahrerlaubnis oder einen Punkteabzug nach dem französischen Strafpunktesystem nach sich zieht

Wichtig: Wer der Aufforderung zum Umtausch nicht nachkommt, muss mit einer Geldstrafe rechnen.

Einen französischen Führerschein können Sie bei der für Ihren Wohnsitz zuständigen Préfecture oder Sous-Préfecture beantragen.Informieren Sie sich im Voraus, wie Sie Ihre Unterlagen einreichen müssen. Manche Präfektur akzeptiert nur Anfragen per Post, andere verlangen, dass Sie zuvor einen Online-Fragebogen ausfüllen, den Sie dann gemeinsam mit der Anfrage eingeben müssen. Wieder andere bieten einen Termin vor Ort an, um das Verfahren zu vereinfachen.

In jedem Fall benötigen Sie folgende Unterlagen:

  • zwei ausgefüllte Antragsformulare (formulaire cerfa n°14879*01) und (formulaire cerfa n°14948*01 Rèf 06); zweiteres Formular müssen Sie in Farbe ausdrucken.
  • eine Kopie Ihres europäischen Personalausweises oder Reisepasses (Vorder- und Rückseite).
  • zwei Farbkopien Ihres deutschen Führerscheins (Vorder- und Rückseite). Haben Sie einen alten grauen Führerschein, benötigen Sie zudem eine amtliche Übersetzung. Bei den rosa Führerscheinen kann eine Übersetzung bei Sondereintragungen, wie z. B. „Sehhilfe“ oder „Nur bei Tageslicht“ notwendig werden. Einen öffentlich bestellten Übersetzer finden Sie hier.
  • einen Nachweis, dass Sie seit sechs Monaten in Frankreich wohnen (z.B. Kopie des Steuerbescheids).
  • einen Nachweis des Wohnsitzes. Da es in Frankreich keine Meldepflicht gibt, können Sie diesen Nachweis z. B.  durch die letzte Stromrechnung oder ihren Mietvertrag liefern.
  • Je nach Préfecture zwei bis vier Passbilder, nicht älter als sechs Monate. Die Passbilder sollten Sie von einem fachkundigen Fotografen machen lassen, da sie bestimmte Anforderungen erfüllen müssen. 

Wichtig: Sollten Sie einen Termin vor Ort haben, müssen Sie der Préfecture für den Antrag die Originaldokumente vorlegen und Kopien abliefern.  

Die Kosten für den Führerschein variieren aufgrund unterschiedlicher regionaler Steuersätze. Die Ausstellung kann wenige Wochen, aber auch einige Monaten dauern. 

Sie können sich den neuen Führerschein zu einer  Préfecture oder Sous-Préfecture Ihrer Wahl zuschicken lassen. Bei der Abholung  müssen Sie Ihren deutschen Führerschein abgeben. Dieser wird von der Préfecture an die ausstellende Behörde in Deutschland zurückgesendet.

Nach dem Umtausch haben Sie weiterhin das Recht, dieselben Fahrzeugklassen zu führen wie zuvor. Die Führerscheinklassen sind durch die Führerscheinrichtlinie (2006/126/EG) europaweit vereinheitlicht worden. Haben Sie bereits einen Führerschein im Scheckkartenformat, werden die einzelnen Klassen einfach übertragen.  

Zu beachten ist, dass nach einem Umtausch französisches Recht anwendbar ist. Dies kann hinsichtlich der zeitlichen Befristung und medizinischen Tauglichkeitsprüfung für einzelne Fahrzeugklassen von Bedeutung sein.  So sind in Frankreich z.B. bereits für das Führen von Fahrzeugen über 3,5 Tonnen regelmäßige medizinische Tests vorgeschrieben.

Verfügen Sie noch über einen alten "Lappen", müssen Sie vor dem Umtausch unter Umständen noch eine amtliche Übersetzung anfertigen lassen.

Informieren sie sich auch über die europäischen Fahrzeugkategorien.  "Klasse 1 unbeschränkt" entspricht z.B. den europäischen Klassen AB, A1, A2, A. Kontrollieren Sie auf Ihrem neu ausgestellten Führerschein, ob all diese Klassen auch eingetragen wurden. Sonst  kann es  passieren, dass Sie die Erlaubnis zum Führen dieser Klassen verlieren.

Obwohl grundsätzlich alle gültigen deutschen Führerscheine in Frankreich anerkannt werden müssen, kann es passieren, dass Sie mit einem alten grauen oder rosa Führererschein bei einer Verkehrskontrolle Schwierigkeiten bekommen. Dies liegt daran, dass momentan 110 gültige Führerscheinvarianten in der EU existieren.  

Wir empfehlen, vor dem Umzug nach Frankreich seinen alten Führerschein gegen einen Kartenführerschein (Scheckkartenformat) umtauschen zu lassen.

  • Artikel schließen