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Endlich ein ganzheitliches Versicherungssystem gegen Elementarschäden für Deutschland im Koalitionsvertrag

Das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz (ZEV) freut sich sehr darüber, dass der neue Koalitionsvertrag einen umfassenden Versicherungsschutz für Naturkatastrophen vorsieht, wie der Verein das schon seit der Ahrtal-Katastrophe fordert. Angesichts des Klimawandels steht viel auf dem Spiel. Dieser erste Schritt hin zu einer flächendeckenden Absicherung ist ein riesiger Erfolg für Verbraucherinnen und Verbraucher. Der Vorschlag im Koalitionsvertrag weist viele Gemeinsamkeiten mit der französischen Elementarschadenversicherung auf. Dieses System hat sich seit Jahrzehnten im Nachbarland bewährt und bietet auch für Deutschland zahlreiche Vorteile.

Flächendeckend in allen Versicherungsverträgen

Eine Versicherungsdichte von 98 Prozent erreicht Frankreich ganz ohne Versicherungspflicht. Das gelingt, da jeder Vertrag für eine Wohngebäudeversicherung zwingend auch einen Elementarschadenschutz enthalten muss. Und dennoch bleibt der Abschluss der Wohngebäudeversicherung freiwillig. Die gleiche Vorgehensweise sieht der Koalitionsvertrag auch für Deutschland vor.

Gewährleistung eines Versicherungsangebots

Damit diese Verträge, inklusive Schutz gegen Elementarschäden, auch tatsächlich in allen Gebieten und unabhängig von der Risikolage angeboten werden kann, wird es laut Koalitionsvertrag einen staatlichen Rückversicherer geben. In Frankreich funktioniert dieses Sicherheitsnetz einwandfrei und ermöglicht den Versicherern eine langfristige Planung mit berechenbarem Risiko. Gleichzeitig wurde die französische Rückversicherung so aufgestellt, dass der Staat jedes Jahr Beträge im dreistelligen Millionenbereich von diesem staatlichen Rückversicherer erhält. Das wäre auch für den deutschen Staatshaushalt eine gute Sache.

Prävention durch Einbindung der Planungsträger

Allein durch einen Versicherungsschutz, der Entschädigungen zahlt, kann kein ganzheitliches System geschaffen werden, das zukunftsfähig ist. Die Prävention muss gleich mitgedacht werden. Das ist in Frankreich der Fall. Und so ist es auch im neuen Koalitionsvertrag vorgesehen. In besonders schadensgefährdeten Gebieten müssen aktiv Präventionsmaßnahmen ergriffen werden. Neue Baugebiete dürfen nicht ausgewiesen werden, wenn es bekannte Risiken gibt.

Expertenwissen direkt aus Frankreich

Seit der Ahrtal-Katastrophe Informiert das ZEV über die französische Elementarschadenversicherung und darüber, wie ein solches Modell noch mehr Verbraucherinnen und Verbraucher noch besser schützen kann. Die ausführliche Studie des Vereins wird regelmäßig aktualisiert und bietet einen präzisen Einblick in das französische „CatNat“-System., welches sicher auch die ein oder andere Zeile des Koalitionsvertrages inspiriert hat. Die letztjährige Fachkonferenz des ZEV mit Akteuren des französischen Versicherungssystems war ein großer Erfolg. In diesem Jahr soll es eine weitere Konferenz geben, bei der auch die Koalitionsparteien wieder Gelegenheit zum fachlichen Austausch rund um die Elementarschadenversicherung und die Präventionsmaßnahmen erhalten werden.

Pressekontakt

Tina Hinault
E-Mail: hinault@cec-zev.eu