Frankreich macht’s besser: Mehr Verbraucherschutz bei defekten Produkten

Ihre neu gekaufte Ware ist mangelhaft? In Europa haben Sie gegenüber dem Verkäufer ein Gewährleistungsrecht von zwei Jahren! Doch was, wenn dieser nicht seinen Verpflichtungen nachkommen will? Zumindest in den ersten sechs Monaten muss der Verkäufer EU-weit beweisen, dass der Mangel bei Übergabe der Ware nicht vorhanden war. Manch einer unserer Nachbarn hat’s aber noch besser: In Frankreich verlängert sich ab dem 18. März die Beweislast des Verkäufers auf zwei Jahre!

Kehl – In Deutschland greift die Beweislast des Verkäufers nur in den ersten sechs Monaten. Nimmt der Verbraucher sein Gewährleistungsrecht erst danach in Anspruch, kehrt sich die Beweislast um. Dann muss der Verbraucher beweisen, dass das Produkt bereits bei Aushändigung der Ware defekt war. Das kann kompliziert und teuer sein, weil er unter Umständen einen Sachverständigen beauftragen muss.

Auch in Frankreich betrug der Zeitraum bis jetzt sechs Monate. Ab dem 18. März erweitert sich die Frist nun jedoch auf zwei Jahre. Eine Ausnahme gilt lediglich bei Gebrauchtwaren, bei denen sich die Beweislast weiterhin nach sechs Monaten umkehrt. Für Verbraucher, die in Frankreich einkaufen,lohnt es sich deshalb kaum noch, kostenpflichtige Garantien abzuschließen, die nur zwei Jahre (oder weniger) gültig sind. Wer aber dennoch eine solche Garantie abschließt, hat auch weiterhin Anrecht auf die gesetzliche Gewährleistung!

Falls Ihnen ein französisches Unternehmen Ihr Gewährleistungsrecht verweigert, können Sie sich bei grenzüberschreitenden Streitigkeiten kostenlos an das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e.V. wenden: www.cec-zev.eu.