Deutschland braucht eine Pflichtversicherung gegen Hochwasserschäden!

Ein Bericht des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz e. V. zeigt die Vorteile der französischen Elementarschaden-Pflichtversicherung.

Und wie gut ein solches Modell auch in Deutschland funktionieren könnte.

Kehl – Im Frühjahr dieses Jahres haben Unwetter in Bayern und Baden-Württemberg schwere Schäden an Häusern verursacht.

Eine alte Diskussion lebte wieder auf: Sollten Hausbesitzer gegen Hochwasserschäden pflichtversichert sein?

Im Juni 2015 hatte eine Arbeitsgruppe der Bundesregierung dies aufgrund rechtlicher und tatsächlicher Bedenken zunächst abgelehnt. Aktuell wird über das Thema aber wieder debattiert.

Das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V. fordert schon seit Jahren die Einführung einer Pflichtversicherung in Deutschland.

Der deutsch-französische Verein ist insbesondere mit den Regelungen in Frankreich gut vertraut.

Dort ist die Versicherung gegen Naturkatastrophen obligatorisch. Unwetter-Risiken werden somit auf die gesamte Bevölkerung verteilt.

Die Versicherungsbeiträge pro Mieter liegen bei gerade einmal 30 bis 50 Euro im Jahr.

In Deutschland müssen Hausbesitzer hingegen bis zu 1.000 Euro im Jahr berappen, und das bei hohen Selbstbeteiligungen.

Wer in einem Risikogebiet wohnt, hat es schwer, überhaupt einen Versicherungsschutz zu erhalten.

Die Konsequenz: Nur 38 Prozent aller Gebäude sind in Deutschland gegen Elementarschäden versichert. In Frankreich dagegen 98 Prozent.

Der Franzose zahlt also nicht nur weniger, er ist auch besser versichert.

Die Unwetter in Bayern und Baden-Württemberg haben laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Schäden in Höhe von 1,2 Milliarden Euro verursacht.

Die finanziellen Folgen trägt hauptsächlich der Staat.