25 Jahre im Dienste der Verbraucher:"Das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz in Kehl ist eine der besten Antworten auf den Vorwurf politischer Abgehobenheit und Europaskepsis"

Am 10. September 2018 hat das ZEV sein 25-jähriges Jubiläum und gleichzeitig das 25-jährige Bestehen des europäischen Binnenmarkts im Europäischen Parlament in Straßburg gefeiert. Seit 1993 setzt sich das ZEV für die Zusammenarbeit Deutschlands und Frankreichs im Verbraucherschutz ein. Redner wie EU-Justizkommissarin Věra Jourová, Bundesjustizministerin Dr. Katarina Barley, die baden-württembergische Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch und Jean Rottner, Präsident des Regionalrats Grand Est, betonten die Wichtigkeit der Einrichtung für die deutsch-französische Grenzregion, Deutschland, Frankreich und Europa.

Frankreich: Region Grand Est verdoppelt Zuwendung

Jean Rottner, Präsident des Regionalrats Grand Est, kündigte an, die Zuwendung der Region Grand Est im nächsten Jahr zu verdoppeln und zeigte so sein Engagement für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

Seit 1993: Impulsgeber für Verbraucherpolitik und wichtige Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger

Seit 25 Jahren berät das ZEV Verbraucherinnen und Verbraucher über ihre Rechte, unterstützt sie kostenlos bei Streitigkeiten mit Unternehmen aus dem Nachbarland und trägt somit dazu bei, den Alltag in der deutsch-französischen Grenzregion zu erleichtern.

Das mehrsprachige Juristenteam greift auf profunde Kenntnisse in deutschem, französischem, europäischem und internationalem Privatrecht zurück und verfolgt das Ziel, Streitigkeiten schnell und effektiv außergerichtlich zu lösen. Darüber hinaus stellt das ZEVauf seiner Internetseite umfassendes Informationsmaterial zur Verfügung und veröffentlicht Broschüren und Flyer zu aktuellen grenzüberschreitenden Verbraucherthemen. Apps, Infoveranstaltungen und ein YouTube-Kanal ergänzen den Service. Das ZEV versteht sich als Impulsgeber für verbraucherpolitische Themen und unterbreitet konkrete Handlungsvorschläge für Verbraucherpolitik.

Historie

1993 wird der europäische Binnenmarkt gegründet. In diesem Zusammenhang entsteht in Kehl an der Grenze zu Frankreich der deutsch-französische Verein, zunächst unter dem Namen "Euro-Info-Verbraucher e.V.". Er ist auf die Beratung von deutschen und französischen Verbraucherinnen und Verbrauchern in der Grenzregion und auf die außergerichtliche Beilegung von Rechtsstreitigkeiten spezialisiert.

Im Jahr 2005 erhält der Verein europaweite Aufgaben: Die Europäischen Verbraucherzentren Deutschland und Frankreich, die Teil des Netzwerks der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net) sind, siedeln sich unter dem Dach des Vereins in Kehl an. Nun kann dieser Verbraucherinnen und Verbrauchern bei Problemen in sämtlichen EU-Ländern sowie Island und Norwegen unterstützen.

Allein 2017 zählte das ZEV über drei Millionen Besucherinnen und Besucher auf denWebseiten aller Abteilungen. Mehr als 11.000 grenzüberschreitende Beschwerden wurden bearbeitet. Dabei konnten 76% zugunsten des Verbrauchers oder der Verbraucherin gelöst werden.

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Blick in die Zukunft: Aktuelle Projekte des ZEV

Zurzeit setzt sich der Verein unter anderem für die gegenseitige Anerkennung der deutschen und französischen Umweltplakette und schließlich für eine europaweite Lösung ein. Weitere Projekte betreffen unter anderem die Anerkennung des Schadenfreiheitsrabatts (Kfz-Versicherung) im Nachbarland, den Abbau von administrativen Hürden bei grenzüberschreitenden Dienstleistungen oder die unterschiedliche Gesetzgebung beim Glücksspiel in beiden Ländern.

Aussagen gesammelt, welche die Teilnehmer während ihrer Reden

"Das ZEV hat den Verbraucherinnen und Verbrauchern Vertrauen in den europäischen Binnenmarkt gegeben". Věra Jourová, EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucher und Gleichstellung.

"Das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz in Kehl ist eine der besten Antworten auf den Vorwurf politischer Abgehobenheit und Europaskepsis". Dr. Katarina Barley, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz.

"25 Jahre sind noch nicht genug! Wir hoffen, dass das ZEV noch lange als Seismograf für die Verbraucherpolitik in Baden-Württemberg, Berlin, Straßburg, Paris und Brüssel tätig ist"
"Für das ZEV gibt es damit auch nach 25 Jahren neue Herausforderungen: Durch die dringend erforderliche Anpassung der Gesetzgebung an neue Entwicklungen und Geschäftsmodelle. Es geht um die neu entstandene Region Grand Est und darum, die damit verbundene Erweiterung des Wirkungsgebiets auf deutscher Seite auf die Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz zu festigen. Auch geht es darum, dem raschen Wandel der Verbrauchermärkte, vor allem dem Handel im Internet, wirksam zu begegnen. Das digitale Zeitalter löst die geographischen Grenzen auf und öffnet den europäischen Binnenmarkt, mit all seinen zukünftigen Herausforderungen". Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg sowie stellvertretende Vorsitzende des Begleitausschusses des ZEV.

"Ich bedauere, dass das ZEV noch eine Allianz der Willigen ist [...]. Ich möchte zu einerzwischenstaatlichen Anerkennung für diese Einrichtung kommen" Frank Scherer,Landrat des Ortenaukreises und Präsident des Eurodistrikts Strasbourg-Ortenau sowie stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats des ZEV.

"Das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz ist wirklich ein Best Practice Beispiel für die Umsetzung der europäischen Idee".​​​​​​​ Elmar Steinbacher, Ministerialdirektor des Ministeriums der Justiz und für EuropaBaden-Württemberg.